
Mittwoch, 28. Januar 2026
„Verlass mich nicht, HERR, mein Gott, sei nicht ferne von mir!“ Psalm 38, 22
Wie schnell es geht, dass so ein Vers vom Abstrakten ins sehr Persönliche wechselt.
Eben noch mache ich mir Gedanken über David, und dass er schreibt, er sei krank vor lauter schlechtem Gewissen, weil er Dinge gegen Gottes Willen getan hat (V. 5 ff.). Das kennen wir auch, oder, dass es uns schlecht geht, wenn etwas im Unreinen ist, dass wir keinen Frieden finden. Ich bewundere David, dass er trotz allem direkt zu Gott geht, ihm sein Leid klagt und um Vergebung bittet (V. 19). Dass er trotz allem sagen kann: „HERR, ich hoffe auf dich.“ (V. 16, Neues Leben)
Dann passieren verschiedene Dinge, und plötzlich bin ich persönlich betroffen. Jemand landet im Krankenhaus und muss dringend operiert werden, ein Freund stirbt, bevor er die Chance auf adäquate Behandlung hatte, jemand aus der Familie bricht sich ein Bein – und das alles in weniger als 24 Stunden.
Kann ich auch sagen: „HERR, ich hoffe auf dich“? Oder bin ich noch mehr im Stadium von: „Verlass mich nicht, HERR…“? Wobei ich selbst ja gar nicht betroffen bin, und vielmehr die anderen Gottes Hilfe und Gegenwart brauchen. Aber es ist schwer für Kontrollfreaks wie mich, nichts tun zu können und warten zu müssen, was weiter passiert.
Darf ich weinen und ein bisschen jammern, und kann trotzdem darauf vertrauen, dass Gottes Wille geschieht und er für die Seinen sorgt?
Manchmal spricht Gottes Wort direkt in unser Leben, bleibt nicht ein Text in einem Buch, sondern verbindet uns durch den Heiligen Geist direkt mit unserem Himmlischen Vater. Durch die Bibel gibt er uns Trost, fordert uns heraus und verspricht Dinge wie: „…siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28, 20)
Daran will ich mich festhalten, wenn alles aus den Fugen gerät. Und wenn ich nicht mehr festhalten kann, weiß ich doch, dass mein Guter Hirte mich nicht loslässt.
Cornelia Letting
Himmlischer Vater, manchmal kommt alles auf einmal und ich hab das Gefühl, es wird zu viel. Vielen Dank für all die Zeiten, in denen gar nichts Schlimmes passiert ist, in denen Du mich und meine Lieben bewahrt hast, ohne dass ich es überhaupt gemerkt hab. Jetzt bitte ich Dich um Geduld, Durchhaltevermögen und Vertrauen für mich; und ich bitte Dich um Heilung, Trost und Frieden in den Herzen derer, die Deine Hilfe brauchen. Amen.
Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.
