
Mittwoch, 4. Februar 2026
„Jesus spricht: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht.“ Johannes 15, 5
„Können wir das schaffen? – Ja, wir schaffen das!“ (Bob der Baumeister); „Yes, we can!“ (USA); “Selbst ist die Frau.“; „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.“ …
Das sind Parolen unserer Zeit und unserer Gesellschaft. Wir können alles, schaffen alles und machen alles möglich. Wir brauchen niemanden, denn wir sind selber groß.
Dass das weder stimmt noch funktioniert, sehen wir, wenn wir genau hinschauen, in allen Ecken und Winkeln. Menschen leben auf der Straße, werden depressiv, gehen unter im System. Andere werden zwar reicher und mächtiger, sind aber innerlich leer und unglücklich. Und wenn nur ein kleiner Fehler passiert, stürzt ihr ganzes selbstgebautes Luftschloss zusammen und es bleiben nur Trümmer übrig.
Schon vor mehr als 2.000 Jahren hat Jesus erklärt, warum das so ist: „…ohne mich könnt ihr nichts tun.“ (V. 5b) Das Bild, das er dazu benutzt, ist einfach, aber eindrücklich: eine Rebe vom Weinstock, ein Ast von einem Baum, würde niemals versuchen, aus sich selbst heraus Früchte zu produzieren, das wäre geradezu lächerlich. Nein, die Rebe nimmt Nährstoffe aus dem Weinstock auf und daraus werden – mehr oder weniger von selbst – Trauben.
Wenn eine Rebe vom Stock abgefallen ist, wird sie keine Frucht mehr bringen, auch wenn sie sich noch so „anstrengt“.
Selbst wir Christen erliegen zu oft der Versuchung, aus uns heraus Früchte bringen zu wollen. Wir schaffen und machen und tun, bringen uns in der Gemeinde ein, helfen, wo wir können, sind in sämtlichen Gruppen und Teams, halten Stille Zeit, sind bei allen Veranstaltungen. Das ist an sich sehr gut, nur so kann Gemeinschaft funktionieren und Wachstum entstehen. Wichtig ist aber, dass wir uns dabei immer wieder auf unseren „Weinstock“ Jesus konzentrieren, uns von ihm Nährstoffe und Kraft holen. Sonst laufen wir irgendwann leer und verschrumpeln innerlich.
Ein Trugschluss, dem die Christen in Kenya oft unterliegen – und vielleicht nicht nur hier: ich muss mich anstrengen und viel Frucht bringen, damit die Leute sehen, dass ich zu Jesus gehöre.
Nein, sondern ich darf mich ganz nah an Jesus halten, sein Wort lesen, mit ihm reden, auf ihn hören, seinen Heiligen Geist in mir wirken lassen. Dann, und nur dann, werden Früchte an mir wachsen, die süß und frisch sind, so dass die Menschen um mich herum sie genießen können und selbst auf den „Weinstock“ aufmerksam werden.
Cornelia Letting
Jesus, wie albern muss es aussehen, wenn ich immer wieder versuche, aus mir selbst etwas zu schaffen; wenn ich mich furchtbar anstrenge, am Ende aber einfach nichts dabei herauskommt. Hilf mir bitte, mich vor und bei allem Tun auf Dich auszurichten, meine Kraft aus Dir zu schöpfen, Deinen Heiligen Geist wirken zu lassen und so wirklich etwas zu bewirken zu Deiner Ehre. Amen
Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.
