Cornelias Mittwochsbrief, 26. August 2026

„Jesus betete: Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen.“ Johannes 17, 15

Jesus spricht mit seinem Vater. Ein langes Gebet, es geht über das gesamte Kapitel – und es ist uns bekannt. Das ist kostbar, denn viele von Jesus‘ Gesprächen mit seinem Vater fanden nur zwischen den beiden statt. Kostbar ist auch, dass es in diesem Gebet um seine Jünger geht – und in der Verlängerung damit um uns, seine Nachfolgerinnen und Nachfolger. Er betet für die, „…die du mir gegeben hast, weil sie dir gehören. Weil sie die Meinen sind, gehören sie auch dir; doch du hast sie mir gegeben, damit ich durch sie verherrlicht werde!“ Wir sind ein spezielles, ausgewähltes Grüppchen, wir Christen, dadurch, dass wir zu Gott und Jesus gehören. Dann sind da noch „die anderen“, oder „die Welt“, wie es in der Bibel oft heißt. Das sind alle, die sich nicht als Nachfolger von Jesus bezeichnen.

Jetzt kriegen wir schon ein Problem, gell, denn Ausgrenzung und „Grüppchenbildung“ passen nicht zu Christen, das hört sich sehr nach elitärem Denken an. Aber Jesus geht es gar nicht um das Absondern seiner Leute, er will uns nicht auf einer schönen Insel verstecken, bis alles vorbei ist. Nein, er sagt: „Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst…“ (s.o.)
Warum ist das wohl so, warum müssen Christen in dieser Welt leben und alles aushalten, was hier so „geboten“ wird?

Ich denke, Jesus braucht uns als Hinweisschilder. Als Zeugen dafür, dass es noch was anderes gibt als Machtstreben und Ausbeutung von Mensch und Natur. Wir sollen auch und gerade den „anderen“ von ihm erzählen, vorleben, was echte Liebe bedeutet und ihnen so eine Chance geben, in unserem „Club“ aufgenommen zu werden.
Das ist keine leichte Aufgabe und sicher nicht immer bequem, aber wir haben ja Jesus an unserer Seite, der uns durch seinen Heiligen Geist begleitet, uns ermutigt und uns vor „dem Bösen“ (s.o.) bewahrt.

Cornelia Letting

Jesus, mein Heiland und Herr, danke, dass das Gebet, das Du damals für Deine Jünger gesprochen hast, auch uns überliefert ist. Es ist sehr ermutigend zu wissen, dass wir nicht alleine in dieser Welt rumwurschteln müssen, sondern dass Du durch Deinen Heiligen Geist bei uns bist. Hilf uns bitte, gute „Hinweisschilder“ zu sein auf das Leben, das Du anbietest, ewiges Leben in der Gemeinschaft mit Dir und Gott dem Vater. Amen.

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

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Cornelias Mittwochsbrief, 19. August 2026

„Darum seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr’s nicht meint.“ Matthäus 24, 44

Wie wär’s mit heute Nachmittag? Oder nächsten Sonntag? – Ui, da fährt uns der Schrecken in die Glieder, gell.
Wie ist das mit Jesus und seinem Wiederkommen? Manchmal denke ich, weil da steht, dass es keiner weiß, rücken wir das Ganze in weite Ferne und kümmern uns erstmal um unsern Alltag.
Sich um heute kümmern und dieses Leben leben, wie Gott es uns gegeben hat, ist sicher in Ordnung, nirgendwo steht, dass wir uns hinsetzen und warten sollen, bis es vorbei ist.
Meine kenyanischen Freundinnen und Freunde sind mir da ein großes Vorbild. Sie schaffen und machen Pläne, aber immer mit dem Zusatz – oft auch laut ausgesprochen – „es sei denn, Jesus kommt vorher wieder“.

Im 24. Kapitel des Mattäusevangeliums malt Jesus ein grausliges Bild von dem, was passieren wird, bevor das Ende kommt – und manches davon kommt mir aus den aktuellen Nachrichten bekannt vor…
Aber ich denke, das ist nicht das, worauf wir uns konzentrieren sollten. Denn das Ende, das hier auf der Erde kommt, ist ja nur das Ende von dem, was wir kennen. Das, woran wir uns gewöhnt haben, mit dem wir mehr oder weniger zu kämpfen haben und an dem wir schon ein bisschen hängen.
Worauf es ankommt, ist doch eigentlich das, was danach kommt – der Himmel, das neue Jerusalem, ewiges Leben in Gemeinschaft mit unserem dreieinigen Gott. Und meine wichtigste Frage sollte sein: bin ich bereit dafür? Hat Jesus mein Leben so gestalten dürfen, dass ich Platz habe in der Nähe des heiligen Gottes? Habe ich sein Opfer zur Vergebung meiner Sünden angenommen? Darf er mich zurechtpressen und -schleifen, damit aus dem ollen Stück Kohle irgendwann ein kleiner Diamant wird?
Im Idealfall passieren diese Dinge während dem, was wir das Leben nennen. In unserm Umgang mit uns selbst und unseren Mitmenschen, im Austausch mit Gott im Gebet und beim Lesen in seinem Wort.

Lassen wir uns keine Angst machen von all dem, was gerade so passiert und von den Horrorszenarien, die auch in der Bibel beschrieben sind. Konzentrieren wir uns auf das, was wir noch tun können, während wir „hier“ sind, zum Wohl der Schöpfung und der Leute um uns herum. Bleiben wir eng an Jesus dran und hören, was er uns zu sagen hat.

Dann können wir das Leben hier gut zu Ende bringen und immer daran denken: The Best is yet to come – Das Beste kommt erst noch!

Cornelia Letting

„Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der alte Himmel und die alte Erde waren verschwunden. Und auch das Meer war nicht mehr da. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen wie eine schöne Braut, die sich für ihren Bräutigam geschmückt hat. Ich hörte eine laute Stimme vom Thron her rufen: „Siehe die Wohnung Gottes ist nun bei den Menschen! Er wird bei ihnen wohnen und sie werden sein Volk sein und Gott selbst wird bei ihnen sein. Er wird alle ihre Tränen abwischen, und es wird keinen Tod und keine Trauer und kein Weinen und keinen Schmerz mehr geben. Denn die erste Welt mit ihrem ganzen Unheil ist für immer vergangen.“ (Offenbarung 21, 1 – 4; Neues Leben) Amen

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Cornelias Mittwochsbrief, 12. August 2026

„Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten.“ Psalm 103, 13

Gott als Vater – was bedeutet das eigentlich? Wie ist ein Vater, was macht ihn aus?
Mehr oder weniger automatisch kommt einem vermutlich der eigene Vater in den Sinn. Und damit verbunden entweder gute oder schlechte Empfindungen.
Wie soll ein Vater sein? Freundlich, liebevoll, mit den Kindern spielen, sie trösten, wenn nötig, sie abends ins Bett bringen und eine Geschichte vorlesen…
In Kenya ist das Bild eines Vaters noch etwas anders, vielleicht so wie es früher hier war: ein – guter – Vater bringt Geld nach Hause und versorgt die Familie, er schaut drauf, dass die Kinder einen ordentlichen Weg gehen und schützt die Familie nach außen hin. Er ist aber nicht derjenige, zu dem die Kinder laufen, wenn sie Trost brauchen, und er bringt sie sicher nicht ins Bett, das macht die Mutter.
Wie ist unser Vaterbild hier in Deutschland heute? Alles nicht mehr so ganz klar definiert, scheint mir. Die früheren Rollenverteilungen werden oft neu gemischt, bei manchen Eltern läuft es so, bei manchen eher anders, je nach dem Verständnis von Ehe und Familie. Das ist nicht unbedingt schlecht, solange am Ende „alles“ dabei ist und die Kinder geliebt und versorgt sind.

Auch die Bibel vermittelt ein bestimmtes Vaterbild: Ein guter Vater kümmert sich um seine Kinder. Er erbarmt sich über sie, wenn sie Mist gebaut haben (s. o. und Lukas 15, 11 ff.) und freut sich mit ihnen an ihren Erfolgen. Er versorgt seine Kinder mit allem, was sie brauchen, weist sie aber auch zurecht, wenn sie auf Abwege geraten. Gott unser Vater liebt uns über alles, so sehr, dass er seinen „erstgeborenen“ Sohn, Jesus Christus, für uns geopfert hat, damit wir auf ewig mit ihm zusammen sein können.

Wir mögen verschiedene Assoziationen zum Begriff des Vaters haben, je nachdem, wie wir unsere eigenen Väter erleben: gut oder schlecht, präsent oder abwesend, liebevoll oder grausam.

Wenn wir uns Gott als Vater vorstellen, ist es aber gut zu schauen, wie er sich selbst definiert und wie Menschen in der Bibel und im „richtigen“ Leben ihn erlebt haben und noch heute erleben.

Cornelia Letting

“Vater, führe uns in deine Nähe. Unser Lobpreis gilt nur dir allein. Vater, lass uns dich noch mehr erkennen, unser Lob vor deinem Thron soll dich erfreu’n.
Vater, freundlich und treu, Abba, jeden Tag neu. Herr, mein Sehnen bist du und dir nahe sein ist mir genug.“ (J. Chisum) Amen

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Cornelias Mittwochsbrief, 5. August 2026

„Gideon sprach zu dem Engel des HERRN: Ist der HERR mit uns, warum ist uns dann das alles widerfahren?“ Richter 6,13

Den Israeliten geht es schlecht. Ständig werden sie von anderen Völkern überfallen, ausgeraubt und geplündert. Tiere, Ernte, alles wird vernichtet oder von den Midianitern, Amalekitern und anderen gestohlen. Das Volk lebt in Angst, sie ziehen sich in Höhlen auf den Bergen zurück, damit ihnen wenigstens ihr Leben bleibt.

Mitten in dieses Szenario kommt der Engel des HERRN zu Gideon, der seinen Weizen in einer Weinkelter drischt, damit er nicht entdeckt wird. Dieser Engel sagt zu Gideon: „Der HERR ist mit dir, tapferer Held.“ (V. 12, Neues Leben) Es klingt eher wie Hohn, nicht wie eine Ermutigung und Gideon hat dann auch so seine Zweifel, wie unser Losungsvers zeigt.

Warum geht’s den Israeliten überhaupt so schlecht? Warum leidet Gottes eigenes Volk so sehr? Vers 1 aus unserem Kapitel heißt: „Wieder taten die Israeliten Böses in den Augen des HERRN und der HERR lieferte sie für sieben Jahre den Midianitern aus.“ (NL) Gott hatte sogar einen Propheten geschickt, der ihnen erklärte, dass das alles passierte, weil sie nicht auf Gott und sein Gebot gehört hatten (V. 8).

Der Zusammenhang scheint klar: das Volk versündigt sich gegen Gott, darum geht es ihm schlecht. Spannend wird es, wenn wir das Ganze auf uns heute übertragen. So vielen „guten“ Christenmenschen geht es schlecht. Sie leben mit verschiedensten Krankheiten und Schmerzen, kämpfen ständig gegen die Armut oder müssen ihren Glauben verstecken, weil sie sonst eingesperrt oder getötet werden. Man könnte sich schon fragen – wenn Gott mit ihnen ist, warum geht’s ihnen dann nicht besser? Sicher sind wir alle nicht perfekt, aber wir versuchen doch nach Kräften, Gottes Gebot zu halten und ihm nahe zu sein.

Es gibt noch einen anderen Ansatz, den Zusammenhang wenigstens ein bisschen zu verstehen: „Freut euch deshalb von Herzen! Vor euch liegt eine große Freude, auch wenn ihr für eine Weile viel erdulden müsst. Dies dient nur dazu, euren Glauben zu prüfen, damit sich zeigt, ob er wirklich stark und rein ist. Er wird erprobt, so wie Gold im Feuer geprüft und geläutert wird – und euer Glaube ist Gott sehr viel kostbarer als bloßes Gold.“ So schreibt es Petrus an Christen, die in der Fremde leben und es vermutlich auch nicht gerade leicht haben (1. Petrus 1, 6 – 7; NL, 2. Text für heute).

Könnte es sein, dass Herausforderungen und Krisen uns „fit“ für den Himmel machen sollen? Dass durch das „Läutern“ im Feuer von Problemen und schwierigen Zeiten Unreinheiten wie Neid, Eifersucht, Zorn, Habgier… ausgebrannt werden, die in Gottes Nähe nunmal nichts zu suchen haben?

Sicher, manchmal verpasst Gott mir einen „Schuss vor den Bug“, wenn ich in Gefahr bin, zu weit vom richtigen Weg abzukommen. Aber vieles Schwere, das mir widerfahren ist, hat tatsächlich dazu gedient, dass ich geduldiger, freundlicher und stärker in meinem Glauben werde – auch wenn wir noch lange nicht am Ende dieses Prozesses sind…

Cornelia Letting

Himmlischer Vater, oft verstehe ich nicht, warum um mich herum so viel Leid herrscht, warum Menschen in meiner Familie, Freunde und Bekannte, die doch zu Dir gehören, krank werden oder keine Arbeit finden und gegen die Armut ankämpfen müssen. Trotzdem vertraue ich darauf, dass Du es gut mit ihnen und mir meinst, und dass Du nichts Schlimmes zulässt, wenn es nicht unbedingt sein muss. Amen.

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Cornelias Mittwochsbrief, 29. Juli 2026

„Paulus schreibt: Dass ich meine Fesseln für Christus trage, das ist im ganzen Prätorium und bei allen andern offenbar geworden, und die meisten Brüder in dem Herrn haben durch meine Gefangenschaft Zuversicht gewonnen und sind umso kühner geworden, das Wort zu reden ohne Scheu.“ Philipper 1, 13 – 14

Wenn man in Kenya jemanden fragt, wie es ihm oder ihr geht, bekommt man fast immer zu hören „nzuri sana“, oder „si mbaya“ – also „sehr gut“ oder „nicht schlecht“. Erst wenn man sich eine Weile unterhält und weiter nachfragt, erfährt man vielleicht, dass die kranke Mutter zu Hause gepflegt wird, die Ernte schlecht ausfiel und dass kein Geld für die Schulgebühren der Kinder da ist.
Wenn man in Deutschland jemanden das Gleiche fragt, kommt normalerweise viel schneller raus, was alles nicht stimmt: das Wetter ist zu heiß oder zu kalt, der Benzinpreis zu hoch – und nie zu niedrig, die Politik ist völlig daneben und nicht mal die Fußballnationalmannschaft konnte einen begeistern dieses Jahr.
Das trifft natürlich nicht auf alle zu – weder hier noch in Kenya – aber es ist ein Trend erkennbar zwischen „positivem Denken“ und eher pessimistischer Sicht auf die Dinge.

Was hat das mit unserem Text zu tun? Paulus ist im Gefängnis, seine Reisetätigkeit ist drastisch eingeschränkt. Seine Zukunftsaussichten sind bescheiden, und seiner Gesundheit ist das Ganze vermutlich auch nicht zuträglich. Er hätte allen Grund, enttäuscht zu sein von Gott und den Menschen.
Aber was sieht er? Dass die ganze, vermutlich römische, Belegschaft schon gehört hat, dass er für Jesus Christus streitet – wer weiß, wie viele von ihnen dadurch zum wahren Glauben gekommen sind. Und dass seine Brüder trotz oder gerade wegen seiner Umstände so ermutigt wurden, dass sie seine Arbeit draußen weiterführen und mutig das Evangelium verkünden, wo sie vorher eingeschüchtert und ängstlich waren.

Bei allen Schwierigkeiten, die das Leben so mit sich bringt, wünsche ich uns diese Sichtweise. Eine Sichtweise, die darauf vertraut, dass Gott weiß, was er tut und was er nicht tut. Und die sich darauf verlässt, dass am Ende alles zum Guten gedient haben wird – auch wenn das jetzt noch nicht so aussieht (s. Römer 8, 28).
Schauen wir nach den Blüten im Kaktus und lassen wir uns von den Dornen nicht zu sehr ablenken.

Cornelia Letting

Großer heiliger Gott, mein himmlischer Vater, manchmal versinkt mein Blick in den Problemen und Schwierigkeiten, die es gibt, in meinem Leben und auf der ganzen Welt. Dann tut es gut, von Leuten wie Paulus zu lesen, die trotz aller Widrigkeiten auf das Gute schauen, das daraus entsteht. Die sich auf das Mögliche konzentrieren, und nicht am Unmöglichen hängen bleiben. Hilf mir bitte, auch so jemand zu werden und den Menschen um mich herum die Freude zu vermitteln, die aus dem Glauben an Dich entsteht. Amen.

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Cornelias Mittwochsbrief, 22. Juli 2026

„Das Volk verwunderte sich, als sie sahen, dass die Stummen redeten, die Verkrüppelten gesund waren, die Lahmen gingen und die Blinden sahen; und sie priesen den Gott Israels.“ Matthäus 15, 31

Sich verwundern, staunen, positiv überrascht sein – ich wünsche uns, dass uns das niemals abhanden kommt. Die Gefahr ist da, oder? Inmitten von Technologie, Fortschritt und „wir können alles erreichen“ staunen eigentlich nur noch die, die nicht mithalten können. Die, die nicht auf dem Laufenden sind und von all dem keine Ahnung haben. Wo alles erklärbar wird, alles bis ins kleinste Detail erforscht ist, da kann es passieren, dass es nichts „Wunderbares“ mehr gibt, nichts, das uns zum Staunen bringt.
Damit geht dann aber auch eine zweite Gefahr einher: wen preisen wir? Wen loben wir für all das, was möglich ist? Für die „Wunder der Technik“ und für medizinische Fortschritte, für Mondlandungen und Chemotherapie? Wie oft ehren wir die Erfinder, die Entdecker und Möglichmacher – und vergessen dabei den eigentlichen Erfinder und den größten Möglichmacher?

Ich will mir das Staunen bewahren über die kleinen und großen Errungenschaften der Wissenschaft und dafür den Gott Israels – meinen himmlischen Vater – ehren, loben und preisen.

Cornelia Letting

Allmächtiger Gott, mein himmlischer Vater, wie spannend ist es, wenn Wissenschaftler wieder etwas über Deine Schöpfung herausfinden, ein Rätsel lösen oder etwas von Deinen Ideen verstehen lernen. Bitte hilf ihnen und uns allen, Dich als den Urheber aller Dinge nicht zu vergessen. Lehre uns zu staunen über die kleinen und großen Wunder, die Du immer noch tust. Amen

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Cornelias Mittwochsbrief, 15. Juli 2026

„Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ Johannes 3,16

Darum dreht sich alles in der Bibel – vom ersten Buch Mose bis zur Offenbarung. Das ist die zentrale Aussage, die vorher schon in vielen verschiedenen Facetten angeleuchtet wird und nachher bestätigt und vollendet. Für mich zeigt es immer wieder, dass Gott nicht von einem Ereignis zum nächsten entscheidet, was er tun will. Er hatte und hat einen Plan mit dieser Welt und mit uns allen.

Schauen wir uns „die Welt“ ein bisschen genauer an. In so manchem Seminar, in vielen Andachten bekommt man gesagt, man könnte bei „die Welt“ seinen eigenen Namen einsetzen. Das macht das Ganze etwas persönlicher, jede und jeder darf sich angesprochen fühlen, Gott ist ein Gott der persönlichen Begegnung. Das ist oft hilfreich und gut.

Heute will ich den Blick aber einmal von „mir“ von „uns“ weglenken, auf „die anderen“. Im Zeitalter des Individualismus und des „ich zuerst“ ist das vielleicht eine gute Übung. Wen könnten, wen sollten wir in diesen „Platzhalter“ ab und zu ganz bewusst einsetzen? Wen liebt Gott so sehr, dass Jesus für ihn gestorben ist? Meinen nervigen Nachbarn, den ungerechten Chef, die lästige Kollegin? Die Jugendlichen, die heute so gar keine Manieren mehr haben und immer unverschämter werden? Die Ausländer, die sich partout nicht in unsere Kultur einfügen wollen und dauernd irgendwas kaputt machen? Die Iraner, Russen, Chinesen und sonstige Völker, inklusive ihrer größenwahnsinnigen Herrscher?

In Kenya müssen die Pokots an dieser Stelle die Samburus und Turkanas einsetzen, die Kalenjins die Luohs, die Kikuyus die Kalenjins – lauter Volksgruppen, die sich untereinander schwertun.
Wen muss ich dort einsetzen, um daran zu denken, dass wirklich alle Menschen von Gott unendlich geliebt sind, vor allem auch die, die mir auf den Keks gehen?
Üben wir uns ein wenig im „Lückentext“ füllen, das wird uns helfen, unsere Mitmenschen aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.

Cornelia Letting

„Es ist niemand zu groß, es ist niemand zu klein, es ist niemand zu arm oder reich. Es ist niemand zu einfach und niemand zu fein; seine Liebe gilt für alle gleich. Gott öffnet jedem die Tür, jeden, der ihn fragt. Er nimmt die Schuld und gibt Liebe dafür, denn er hat es uns gesagt.“ (M. Siebald) Amen.

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Tauffest an der „Grüne Lunge“ bei Vöhringen: 19 Kinder und Jugendliche lassen sich im Badesee taufen

Der Uferbereich des Badesees war von vielen Verwandten gesäumt. Foto: Thomas Kempf

Das Wort „Taufe“ hat seinen Ursprung im Begriff „Tauchen“ – und genau das wurde am Samstag, 4. Juli, am Badesee „Grüne Lunge“ an der Iller bei Vöhringen auf eindrucksvolle Weise sichtbar. Nicht Säuglinge, aber manche Kinder und Jugendliche stiegen selbst in den See und wurden im Namen des dreieinigen Gottes dreimal untergetaucht.

Bereits zum dritten Mal richteten die vier evangelischen Kirchengemeinden Illertissen, Senden, Vöhringen und Weißenhorn, die gemeinsam die Region „Iller-Roth“ bilden, das Tauffest am Badesee aus. Fünf Geistliche nahmen die Taufen der insgesamt 19 Kinder vor: Pfarrerin Anna Städtler-Klemisch und Diakonin Lara Bodrowski aus Illertissen, Pfarrerin Kathrin Bohe aus Senden, Pfarrer Jochen Teuffel aus Vöhringen sowie Pfarrer Jonathan Robker aus Weißenhorn.

Über 250 Menschen, meist Angehörige der Täuflinge, kamen an den See. Auf mitgebrachten Decken oder aufgestellten Bänken nahmen sie bei bestem Sommerwetter am Gottesdienst teil. Unter den Bäumen fanden viele ein schattiges Plätzchen und genossen die besondere Atmosphäre am Wasser.

In ihrer Taufpredigt stellte Pfarrerin Anna Städtler-Klemisch das Jesuswort in den Mittelpunkt: „Wer sich das Reich Gottes nicht wie ein Kind schenken lässt, wird nie hineinkommen.“ Anschaulich bezog sie diese Aussage auf die Täuflinge und machte deutlich, dass Vertrauen und Offenheit wesentliche Merkmale des Glaubens sind.

Auch für ein praktisches Problem hatte sie eine originelle Lösung gefunden: Da Taufkerzen im Freien kaum dauerhaft brennen, erhielt jede Tauffamilie eine individuell gestaltete Streichholzschachtel. Darauf war der jeweilige biblische Taufspruch der Täuflinge aufgedruckt – eine bleibende Erinnerung an den besonderen Tag.

Begleitet von Gitarre und Geige stimmten Jung und Alt in fröhliche Bewegungslieder ein: „Gottes Liebe ist so wunderbar“ sowie „Vom Anfang bis zum Ende hält Gott seine Hände über mir und über dir.“ So wurde das Tauffest zu einem eindrucksvollen Gottesdienst, bei dem alle Generationen – von den Großeltern bis zu den Kleinsten – mit Herz, Seele und Stimme beteiligt waren.

Cornelias Mittwochsbrief, 8. Juli 2026

„Jesus spricht: Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt.“ Johannes 13, 34

Wie jetzt – ein neues Gebot? Das Gebot der Nächstenliebe ist doch nicht neu, das gibt’s doch schon. Jesus selbst hat darüber mit einem der Gesetzeslehrer gesprochen, der nach dem höchsten Gebot gefragt hatte: „Der Mann antwortete: >Du sollst den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit deiner ganzen Kraft und all deinen Gedanken lieben. Und: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.< >Richtig!< bestätigte Jesus. >Tu das, und du wirst leben!<“ (Lukas 10, 27 – 28; Neues Leben) Anschließend musste Jesus die Geschichte vom Barmherzigen Samariter erzählen, damit klar wurde, wer der „Nächste“ eigentlich ist (V. 30 ff.).

Anscheinend tun wir Menschen uns doch ein bisschen schwer mit der Liebe. Es hat schon im Alten Testament nicht gereicht, dass Gott geboten hat, wir sollen ihn lieben und unseren Nächsten. Er musste dazu klar machen, was er darunter verstand: „von ganzem Herzen, von ganzer Seele…“, also mit allem, was wir haben und sind. Und „deinen Nächsten wie dich selbst“.
Damit war ein Anhaltspunkt gegeben, eine Art Richtwert. Jeder Mensch liebt nunmal sich selbst mehr als alles andere, zumindest seit wir jenseits von Eden leben. Gott hat also nicht gemeint, wir sollten uns selbst mehr lieben, damit auch der Nächste nicht zu kurz kommt.
Bei meinen kenyanischen Freunden ist es sehr „in“, tolle Bilder von sich selbst zu posten und denn „self love“ (Selbstliebe) drunter zu schreiben, als wäre das etwas Erstrebenswertes.
Nein, Gott fordert uns auf, unseren Nächsten mindestens so zu lieben, für ihn zu sorgen, sich um ihn zu kümmern, wie wir das mit uns selbst auch tun. – Den Teil, wo wir darüber sprechen müssen, dass es Menschen gibt, die sich selbst verachten oder wertlos finden, heben wir uns für einen anderen Tag auf… –
Mit der Geschichte über den Barmherzigen Samariter hat Jesus das Ganze etwas konkreter gemacht. Nicht umsonst nennen wir Menschen so, die sich aufopferungsvoll um andere kümmern.

Jetzt zurück zu unserem Vers heute – was ist also neu an dem Gebot?
Die Jünger waren inzwischen drei Jahre mit Jesus unterwegs gewesen. Sie hatten ihn erlebt im Umgang mit Gott und anderen Menschen. Noch kurz vor dieser Aussage hatte er ihnen als ihr Herr die Füße gewaschen. Und nun hebt er das ganze Gebot der Nächstenliebe auf die nächste Stufe: liebt einander, wie ich euch geliebt habe.
Ein besseres Beispiel dafür, wie wir unsere Mitmenschen lieben sollen, könnte es nicht geben. Jesus hat alles gegeben, einschließlich seines Lebens. Für die Jünger, für mich, für uns alle, damit wir „nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben“ (s. Joh. 3, 16).
Er hat sich gekümmert, auch wenn er müde war, er hat Menschen angenommen, so wie sie waren, ist ihnen auf Augenhöhe begegnet. Er hat sich mit Pharisäern und anderen Besserwissern herumgeschlagen, weil auch sie Gott wichtig sind. Er hat Menschen geheilt, von innen und außen.
Das ist Nächstenliebe für Fortgeschrittene und ich wünsche uns, dass Gott uns hilft, diesem Beispiel so gut wie möglich zu folgen.

Cornelia Letting

Jesus, Du hast mir mit Deinem Leben hier auf der Erde gezeigt, wie ich meine Mitmenschen lieben kann. Ganz praktisch, schnörkellos und echt. Vielen Dank für alle, die Deinem Beispiel schon mit voller Kraft folgen und so Deine Liebe auf der Welt verbreiten. Bitte schenke uns Geduld, Durchhaltevermögen und Freude dabei. Amen

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

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