
„Jesus Christus spricht: Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.“ Johannes 16, 22
Abschied und Wiedersehen – gerade ganz aktuelle Themen in meinem Leben. Nach mehr als einem halben Jahr in Deutschland bin ich seit gut zwei Wochen wieder in Tinderet. Der Abschied von den Lieben daheim war schon traurig. Wir hatten viel Zeit zusammen verbracht und Beziehungen vertieft. Die Wiedersehensfreude hier in Kenya war sehr groß, es tat gut, Freunde, Kollegen und Familie hier wiederzusehen, besonders natürlich Japhet, der schon viel früher zurückgeflogen war.
Abschied und Wiedersehen – ein Spannungsfeld, das wir wohl aushalten müssen, solange wir hier auf der Erde leben. Auch Jesu Jünger waren traurig, weil sie verstanden hatten, dass Jesus sich von ihnen verabschiedete. Sie hatten drei lange Jahre sehr eng mit ihm zusammengelebt, hatten viel gelernt und viel erlebt. Wie sollte es weitergehen, wenn Jesus nicht mehr da wäre? Sie wussten ja auch nicht, wie lange es dauern würde mit dem Wiedersehen. Und vielleicht dachten einige, dass es gar kein Wiedersehen geben würde, nachdem Jesus scheinbar unwiderruflich gestorben war. Vielleicht gaben sie die Hoffnung auf, dass er sein Versprechen noch halten könnte – tot war schließlich tot, oder?
Als der auferstandene Jesus dann wirklich zu ihnen kam, war erstmal gar nix mit Wiedersehensfreude, so erschrocken waren die Jünger (s. Lukas 24, 37). Aber schließlich ließen sie sich überzeugen und konnten ihr Glück kaum fassen.
Wir haben’s ein bisschen gut, gell, wir müssen uns nie von Jesus verabschieden. Er ist bei uns, in uns durch seinen Heiligen Geist, und wir können gewiss sein, dass er uns nicht verlässt. Ok., wir können ihn nicht sehen, er ist nicht physisch anwesend – aber ob das so viel besser wäre? Denken wir an die Jünger, sie konnten ihn nicht bei sich behalten, als er als Mensch auf der Erde war. Und es hat ihnen nicht geholfen, als es schwierig wurde, sie haben ihn verraten, verlassen, verleugnet und an ihm gezweifelt.
„Wenn ich wieder zum Leben auferstanden bin, werdet ihr wissen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir seid und ich in euch“, sagt Jesus seinen Jüngern und uns zu (Johannes 14, 20; Neues Leben). Was kann uns besseres passieren?!
Cornelia Letting
Jesus, Abschied nehmen müssen gehört zum Leben dazu, aber oft fällt es mir schwer, vor allem, wenn ein Wiedersehen nicht absehbar ist. Vielen Dank, dass Du immer bei mir bist, bis ans Ende aller Tage. Danke, dass ich auch trotz großer Entfernungen mit meinen Lieben verbunden sein kann durch Deinen Heiligen Geist, und dass es heutzutage viel leichter ist zu kommunizieren und sogar sich gegenseitig zu besuchen. Amen.
Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.









