Cornelias Mittwochsbrief, 21. Oktober 2026

„Unser tägliches Brot gib uns heute.“ Matthäus 6, 11

Alle die am 10. Oktober beim Frauenfrühstück in Illertissen waren, wissen, was jetzt kommt – für die meisten Kenyanerinnen und Kenyaner ist es ziemlich unwichtig, Brot zu haben. Brot ist etwas, das der Papa mit nach Hause bringt statt Süßigkeiten. Es gibt hier auch nur so ganz weiches, eher inhaltsloses Brot, von dem man definitiv nicht lange satt bleibt.
Kenyaner frühstücken meistens gar nicht, sondern trinken nur ein paar Tassen chai (Tee mit Milch und Zucker aufgekocht). Und abends würden sie schon gar kein Brot als Mahlzeit akzeptieren, damit kann man ja die Nacht nicht überstehen…
Es ist ein Standard-Witz, dass wir sagen, im Vater Unser müsste es heißen: „Unser tägiches ugali gib uns heute.“ Ugali ist sehr fester Maisbrei aus weißem Maismehl und Wasser gekocht, sonst ist da nichts drin. Das ist hier das grundlegendste Nahrungsmittel, wenn es auch sonst nichts gibt, für ugali reicht es immer noch.

Was hat Jesus also gemeint, als er vom Brot sprach? Ich denke, es gibt noch mehr Kulturen, in denen Brot eher eine untergeordnete Rolle spielt, es muss also um etwas mehr gehen als Vollkorn-, Roggen- oder Weißbrot…
In der Kiswahili Bibel (Landessprache in Kenya) heißt es z.B. nicht „mkate“ für Brot, sondern „riziki“ für Lebensgrundlage, Unterhalt. Es wäre interessant zu wissen, wie es in Chinesisch heißt oder in einem der Länder, wo es mehr Reis als Brot gibt.

Wir dürfen Gott um unseren Lebensunterhalt bitten, das wird hier wohl deutlich. Er möchte uns geben, was wir zum Leben brauchen.
Manchmal sind seine Vorstellungen davon, was das ist, sicher etwas anders als unsere – was bilden wir uns nicht alles ein, wirklich zu brauchen. Aber wenn wir mal zurückschauen, ging es nicht immer irgendwie weiter? Hatten wir nicht wenigstens genug zum Überleben, meistens sogar deutlich mehr?
Und gell, es heißt halt „heute“. Es heißt nicht „für die nächsten fünf Jahre“, oder auch nur für die nächste Woche. Unser Guter Hirte ist treu und er ist da für uns. Nicht nur ab und zu, sondern jeden Tag. Er führt uns auf „grüne Auen“ und zum „frischen Wasser“ (vgl. Psalm 23), er speist uns nicht mit Heu und Stroh oder einem Trog abgestandenem Wasser ab.

Vertrauen wir ihm und halten wir uns mit unserem Leben an das Vater Unser – lassen wir unsere Bitten für das, was wir brauchen, umschlossen sein von seinem Lob und seiner Herrlichkeit.

Cornelia Letting

„Unser Vater im Himmel, Dein Name werde geehrt. Dein Reich komme bald. Dein Wille erfülle sich hier auf der Erde genauso wie im Himmel. Schenk uns heute unser tägliches Brot und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir denen vergeben haben, die an uns schuldig geworden sind. Lass nicht zu, dass wir der Versuchung nachgeben, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dir gehört das Reich und die Macht und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen“ (Matthäus 6, 9 – 13; Neues Leben, kursiv von mir)

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

Wenn Sie den Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia als Mail bekommen möchten, einfach hier Ihre Adresse angeben.

Prüfe deinen Posteingang oder Spam-Ordner, um dein Abonnement zu bestätigen.

Cornelias Mittwochsbrief, 14. Oktober 2026

„Wenn du ein Mahl machst, so lade Arme, Verkrüppelte, Lahme und Blinde ein, dann wirst du selig sein, denn sie haben nichts, um es dir zu vergelten.“ Lukas 14, 13 – 14

Wunderschön gedeckte Tische, alle Gäste haben einen Platz, vielleicht sogar mit Namensschild. Aufwendige Dekoration, passend zum Anlass, leckeres Essen von der Vorspeise bis zum Nachtisch – ich liebe Feste in Deutschland. Alles ist, mehr oder weniger, bis ins Detail geplant, die Musik stimmt und man unterhält sich gut.

Feste in Kenya sind auch schön. Hier kommt es allerdings nicht so sehr auf die Details an, sondern mehr auf die Bewältigung der Menge…
Ob Verlobungen, Hochzeiten, Beerdigungen oder andere traditionelle Feste – man weiß nie genau, wie viele Leute kommen. Sicher, bestimmte Leute haben eine persönliche Einladung erhalten, aber der Buschfunk läuft perfekt und spätestens zum Essen ist die ganze Umgebung versammelt. Bei unserer Hochzeit 2011 waren über 1.000 Leute da – ca. 600 von ihnen waren tatsächlich eingeladen… Aber alle werden wie selbstverständlich mitversorgt, jeder bekommt etwas zu essen und darf dabei sein. Sicher, nicht jeder hat einen eigenen Platz, viele sitzen auf dem Boden oder stehen am Rand. Es gibt keine Tische zum Essen, außer für die besonders wichtigen Leute. Alle anderen suchen sich einen Stuhl oder so und balancieren ihren Teller auf dem Schoß. Das Menü ist dementsprechend angepasst, es gibt Reis, Bohnen und Fleisch aus großen Töpfen, alle außer den Ehrengästen stehen an und warten geduldig, bis sie dran sind. Vorspeise und Nachtisch fallen aus, am Ende des Festes gibt es aber für jeden noch eine Tasse chai zum Abschied (kenyanischer Tee mit Milch und Zucker).

Beide Arten von Feiern haben ihre Reize – allerdings muss ich gestehen, dass ich noch nie „Arme, Verkrüppelte, Lahme und Blinde“ eingeladen habe, es sei denn, sie gehören sowieso zu unseren Bekannten oder der Familie. Ja, in Kenya sind sie automatisch dabei und selbstverständlich akzeptiert, aber ausdrücklich eingeladen werden auch dort nur die, die man eh kennt.
Manchmal stehen Leute aus der Nachbarschaft vor der Tür und wollen etwas von mir. Dann fällt es mir je nach Situation eher schwer, freundlich zu bleiben und mir Zeit zu nehmen. Ich will es noch mehr üben, gastfreundlich zu sein, auch zu denen, die ich nicht selbst eingeladen hätte, zu denen, die nichts haben, um es mir „zu vergelten“.

Cornelia Letting

„Vergesst nicht, Fremden Gastfreundschaft zu erweisen, denn auf diese Weise haben einige Engel beherbergt, ohne es zu merken!“ (Hebräer 13, 2; Neues Leben)
Himmlischer Vater, hilf mir bitte, das immer mehr zu lernen, vor allem auch bei den Leuten, die mir auf den ersten Blick eher lästig sind. Amen

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

Wenn Sie den Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia als Mail bekommen möchten, einfach hier Ihre Adresse angeben.

Prüfe deinen Posteingang oder Spam-Ordner, um dein Abonnement zu bestätigen.

Cornelias Mittwochsbrief, 7. Oktober 2026

„Seht zu, dass keiner dem andern Böses mit Bösem vergelte, sondern jagt allezeit dem Guten nach, füreinander und für jedermann.“ 1. Thessalonicher 5, 15

„Es gibt das Böse und es gibt das Gute, und es gibt den Raum dazwischen. … Das Böse gedeiht, wenn gute Menschen den Raum dazwischen wählen.“ (aus A. Barratt, „Die Apotheke der Hoffnung“)

Es scheint schwierig zu sein mit dem „Guten“. Es muss gejagt werden, oder gesucht, wie es im Losungstext für heute heißt: „Suchet das Gute und nicht das Böse, auf dass ihr lebet.“ (Amos 5, 14)
Das Gute passiert nicht einfach von selbst. Wenn wir uns nicht deutlich dafür entscheiden, wird das Böse wachsen (s.o.). Mit Abwarten und Aussitzen ist es nicht getan, wie es aussieht. Nur ein klarer Standpunkt für das Gute, mit den entsprechenden Konsequenzen in unserem Verhalten, wird das Böse im Schach halten.
Das Böse, was ist das überhaupt? Ich würde denken, unter Böses fällt all das, was Gott nicht gefällt und was uns von ihm wegtreibt oder fernhält. Es erscheint in vielfältiger Form und am liebsten verdeckt.

Und was ist dann das Gute? Wie finden wir es, wenn es so „flüchtig“ ist? Woher wissen wir, was richtig und was falsch ist? Dazu fällt mir ein, dass wir vielleicht nicht „das“ Gute suchen sollten, sondern „den“ Guten – Jesus Christus, Gottes Sohn. Er ist unser Guter Hirte (s. Psalm 23) und er weiß genau, wo und wie das Gute zu finden ist.
Wenn wir uns an ihn halten und das tun, was er uns aufträgt, dann sollten wir zielsicher auf das Gute stoßen und es auch erkennen können.

Lassen wir uns also nicht einreden, dass „schon alles gut“ wird. Das wird es nur, wenn wir uns klar dazu bekennen und uns nicht im „Raum dazwischen“ rumdrücken.

Cornelia Letting

Himmlischer Vater, viel zu oft denke ich, schlimme Dinge werden von allein vorbeigehen, wenn ich mich ganz still verhalte. Leider weiß ich inzwischen auch, dass das nicht funktioniert. Hilf mir bitte, mich klar zu Dir, zum Guten, zu bekennen und es nach Kräften umzusetzen. Amen

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

Wenn Sie den Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia als Mail bekommen möchten, einfach hier Ihre Adresse angeben.

Prüfe deinen Posteingang oder Spam-Ordner, um dein Abonnement zu bestätigen.

Cornelias Mittwochsbrief, 30. September 2026

„Wenn ihr den HERRN sucht, wird er sich von euch finden lassen.“ 2. Chronik 15, 2

In den zwei Texten der heutigen Losung finden wir wieder mal einen der scheinbaren Widersprüche im Reich Gottes:
Gott lässt den Menschen ausrichten, dass sie ihn suchen müssen. Nicht nur hier, sondern z.B. auch in Jeremia 29, 13 – 14. Er drängt sich nicht auf, will niemanden zwangsrekrutieren. Wenn jemand etwas von ihm will, muss er ihn suchen. Das Gute ist, dass er sich auch finden lassen will. Es ist nicht so, dass seine Kinder ihm auf die Nerven gehen und er lieber gar nichts mit ihnen zu tun haben will. Aber es muss eine ehrliche Suche sein, „von ganzem Herzen“ (s. Jer. 29, 13), er gibt sich nicht her als Wunscherfüller oder Machtgehilfe.

Und dann – kommt Gott selbst in Jesus auf die Erde. Nicht nur versteckt er sich nicht, sondern wird Mensch und damit ansprechbar. Und wie wir im zweiten Vers von heute lesen, nimmt er ziemliche Umwege auf sich, um in die Nähe von Menschen zu geraten, die ihn suchen, obwohl sie das vielleicht selbst noch gar nicht wissen (s. Johannesevangelium, Kapitel 4). Der Jakobsbrunnen bei Sychar lag nicht einfach auf dem Weg, den Jesus mit seinen Jüngern ging. Im Gegenteil hätte kein frommer Jude diesen Weg durch das Land der Samariter gewählt, sondern hätte einen großen Bogen um die Gegend gemacht. Aber Jesus wollte dort hin, weil er wusste, die samaritische Frau würde kommen, um Wasser zu schöpfen. In der Mittagshitze, wenn sonst niemand geht, weil sie nicht „gesellschaftsfähig“ war und sich nicht den Blicken und dem Geschwätz der anderen Frauen aussetzen wollte.
So treffen die beiden aufeinander. Und erst im Gespräch, das sich ergibt, entdeckt die Frau, wen sie wirklich gesucht hat in ihrem Leben. Und Jesus – er lässt sich von ihr finden: „Ich bin’s, der mit dir redet.“ (Johannes 4, 26) Er offenbart sich als der Messias, ganz persönlich für sie, an einem Ort, wo sie ihn sicher nicht erwartet hätte. Aber er war da, weil sie dort war. Und mit ihren Fragen machte sie deutlich, dass es ihr Ernst war. So löst sich der scheinbare Widerspruch irgendwie in Wohlgefallen auf.

Ich bin sehr froh, dass Gott sich nicht versteckt. Er hat uns mit der Bibel sogar ziemlich viele wichtige Hinweise gegeben, damit wir ihn finden können, wenn wir ihn von Herzen suchen. Also ihn so kennenlernen wollen, wie er ist, und nicht, wie wir ihn gerne hätten. Lassen wir uns darauf ein und wir werden aus dem Staunen nicht herauskommen.

Cornelia Letting

Jesus, heute will ich Dir besonders danken, dass Du alle Herrlichkeit im Himmel und bei Deinem Vater aufgegeben hast, um hier auf die Erde zu kommen. Du hast Gott für uns sichtbar gemacht, hast uns erklärt, wie Dein Reich funktioniert und alle eingeladen, daran teilzuhaben. Hilf uns, diese Einladung weiterzutragen, vor allem auch zu denjenigen, die nicht „gesellschaftsfähig“ sind. Amen

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

Wenn Sie den Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia als Mail bekommen möchten, einfach hier Ihre Adresse angeben.

Prüfe deinen Posteingang oder Spam-Ordner, um dein Abonnement zu bestätigen.

Cornelias Mittwochsbrief, 23. September 2026

„Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ Psalm 103, 2

Dieser Vers ist bekanntermaßen einer meiner Lieblingsverse. Er hilft mir daran zu denken, was ich mit Gott in der Vergangenheit erlebt habe und dass er mir viel „Gutes getan“ hat. Aber was ist eigentlich mit den weniger schönen Erinnerungen? Was mit all den Problemen, die es durchaus gab und gibt? Muss ich ihn dafür auch loben? Soll meine Seele singen bei der Erinnerung an den Tod oder die Krankheit von lieben Menschen? Oder wenn ich an meine eigenen Tiefs denke, die zwar nicht lebensbedrohlich, aber doch einschneidend waren?

Im Lehrtext zur heutigen Losung steht: „Sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus.“ (Epheser 5, 20) – Allezeit, und für alles?! Schwierig, oder?

Wenn ich allerdings etwas genauer drüber nachdenke, und wenn ich Jesus bitte, mir dabei zu helfen, dann kann ich im Nachhinein schon das ein oder andere Gute entdecken, das aus Krisen und Nöten entstanden ist. Ich kann sehen, dass es mein Vertrauen in Gottes Güte gestärkt, oder an meinem Charakter ein paar heftige Ecken etwas runder geschliffen hat. Geduld wurde geübt, Beziehungen gepflegt, Relationen richtig gestellt… Sicher kann ich das nicht eins zu eins von allem sagen, was mir widerfahren ist. Bei manchen Dingen dauert es vielleicht noch, bis ich den Sinn erkenne, bei manchen werde ich ihn wohl nie rausfinden.
Aber ich habe genügend Erfahrungen gemacht, dass ich tatsächlich Gott, dem Vater, für alles Danke sagen kann, weil ich weiß, dass am Ende alle Dinge mir zum Guten gedient haben werden (vgl. Römer 8, 28).

Und so bleiben die Verse meine Lieblingsverse: „Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit, der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst wie ein Adler.“ (V. 1 – 5)

Cornelia Letting

Himmlischer Vater, heute danke ich Dir wieder einmal ganz bewusst für alles Gute, das Du mir schon getan hast und immer noch tust. Manches davon erkenne ich erst lange danach, manches zeigt mir Deine Liebe ganz direkt und wunderschön. Hilf mir bitte, Dir zu vertrauen, egal was kommt, und nicht zu vergessen, dass Du in jedem dunklen Tal genauso bei mir bist, wie auf den sonnigen Höhen. Amen

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

Wenn Sie den Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia als Mail bekommen möchten, einfach hier Ihre Adresse angeben.

Prüfe deinen Posteingang oder Spam-Ordner, um dein Abonnement zu bestätigen.

Cornelias Mittwochsbrief, 16. September 2026

„Jesus spricht: Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich hineingeht, wird er gerettet werden.“ Johannes 10, 9

In Kiswahili (Suaheli), einer der beiden Landessprachen in Kenya, gibt es keine Artikel, weder bestimmte noch unbestimmte. Der Vers oben würde direkt übersetzt also lauten: „Ich bin Tür. …“ Trotzdem weiß jeder, der die Sprache kennt, dass hier eine bestimmte Tür gemeint ist. Wäre es irgendeine Tür, müsste man das anders ausdrücken.
Genug mit dem Sprachunterricht – worauf ich hinauswill, ist das: Jesus hat nicht gesagt, dass er eine der vielen möglichen Türen „zum Himmel“ ist. Er hat gesagt, dass er „die“ Tür ist, die einzige Tür, durch die man hindurchgehen muss, um gerettet zu werden. Übrigens gibt es im Griechischen sehr wohl bestimmte und unbestimmte Artikel, da entstehen also keine Zweifel. Er hat auch nicht gesagt, dass er „Licht der Welt“ (s. Johannes 8, 12) ist, oder „Weg, Wahrheit und Leben“ (s. Joh. 14, 6). Er sagte: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ (V. 6a, Neues Leben) Und um es richtig deutlich zu machen, fügte er noch hinzu: „Niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ (V. 6b, NL)

Wenn Jesus sich so klar und deutlich ausgedrückt hat, wäre es nicht unfair zu behaupten, dass es viele Wege zum Heil gibt? Dass jeder Weg am Ende ans Ziel führt? Im Sinne falsch verstandener Toleranz Leute glauben zu lassen, dass sie ruhig ihren eigenen Weg gehen können, ohne zu fragen, was Gottes Wille für ihr Leben ist?
Wenn ich in einem brennenden Haus die einzige Tür nach draußen kenne, lasse ich doch die Leute, die bei mir sind, nicht erstmal alle anderen Türen ausprobieren, oder?
„Vor jedem Menschen liegt ein Weg, der richtig zu sein scheint, aber dennoch in den Tod führt.“ (Sprüche Salomos, 14, 12, NL)

Wir kennen die Tür, die zum ewigen Leben führt. Wir kennen den Weg, wir kennen die Wahrheit – lassen wir andere nicht in die Irre laufen.

Cornelia Letting

„Glaub doch nicht, zu Gott käm‘ schließlich jeder sowieso, und der Weg sei einerlei. Mancher Weg ist kurz und endet bald schon irgendwo, manche Spur führt weit und führt an Gott vorbei. Wer das Wasser in der Wüste kennt und es verschweigt, der ist schuld, wenn Sterbende es überseh’n. Wer im Moor die festen Wege kennt und sie nicht zeigt, der ist schuld daran, wenn andre untergeh’n.“ (M. Siebald)

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

Wenn Sie den Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia als Mail bekommen möchten, einfach hier Ihre Adresse angeben.

Prüfe deinen Posteingang oder Spam-Ordner, um dein Abonnement zu bestätigen.

Segnungsgottesdienst für Ehe- und Lebenspaare am Sonntag, 4. Oktober

Wir laden Ehe- und Lebenspaare, insbesondere diejenigen, die in diesem Jahr ein Jubiläum feiern dürfen oder durften. zu einem gemeinsamen Segnungsgottesdienst der Region Iller-Roth ein. Er findet am Sonntag, 4. Oktober um 18.30 Uhr in der Martin-Luther-Kirche in Vöhringen statt.

Noch einmal zu zweit persönlich den göttlichen Segen empfangen: „Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist segne euch. Er erhalte eure Liebe und verbinde euch in seiner Treue.“

Cornelias Mittwochsbrief, 9. September 2026

Mittwochsbrief 09.09.2026

„Christus hat uns freigekauft vom Fluch des Gesetzes, indem er für uns zum Fluch geworden ist – es steht nämlich geschrieben: Verflucht ist jeder, der am Holz hängt.“ Galater 3, 13

Der Fluch des Gesetzes; Christus ist für uns zum Fluch geworden; die verachtenswerteste Todesstrafe, nämlich an einem Stück Holz aufgehängt zu werden – das ist nicht das, worüber wir gerne reden, zumindest nicht in so drastischen Worten.
Ja wir sprechen darüber, dass Jesus für uns gestorben ist, dass er damit unsere Schuld bezahlt hat und wir frei sind, mit Gott Gemeinschaft zu haben. Das klingt wundervoll, ist es auch, und wir haben allen Grund, das positiv zu sehen und uns daran zu freuen.
Aber vielleicht ist es ab und zu auch notwendig, sich das ganze schreckliche Geschehen ein bisschen deutlicher vor Augen zu führen, damit wir die Ungeheuerlichkeit dessen erkennen, was Jesus für uns getan hat. Paulus nimmt da kein Blatt vor den Mund, er spricht es aus, wie es nunmal war. Auch heute gibt es noch Gelehrte, die versuchen, die Details des Verhörs, der Folterung und schließlich der Kreuzigung nachzuvollziehen.
Wenn ich auch nicht denke, dass wir uns zu sehr hineinsteigern sollten in die Grausamkeiten und die Ungerechtigkeit des ganzen Vorgangs, glaube ich doch, dass es helfen kann, das Opfer, das Jesus für mich und uns alle gebracht hat, besser zu würdigen.

Ein Fluch ist nichts, was man mal eben so abschüttelt, keine Unannehmlichkeit, die man sich wegdenken kann. Flüche zerstören Leben, bringen das Böse zur Geltung und gehen nie gut aus. So ein Todesfluch würde über uns allen hängen, wenn – ja, wenn nicht Jesus diesen Fluch komplett auf sich genommen hätte. Sein Leben wurde auf grausame Weise zerstört, damit unser Leben erhalten bleibt.
Und wenn mir bei diesem Gedanken ein Schauer den Rücken runterläuft, wenn ich entsetzt und erschüttert bin – dann kann ich aufatmen, einen Stoßseufzer loslassen und mich freuen daran, dass mir vergeben ist und ich ewiges Leben habe, weil Jesus für mich gestorben und auferstanden ist.

Cornelia Letting

Jesus Christus, mein Herr und Heiland, niemals werde ich bis in die Tiefe verstehen, was Du für mich auf Dich genommen hast. All der Schrecken und das Grauen, das mir erspart bleibt, weil Du es durchlebt hast und daran gestorben bist.
Ich kann Dir nur DANKE sagen, mit meinen Worten und meinem Leben. Und ich kann dafür sorgen, dass auch die Menschen um mich herum dieses große Geschenk erkennen, dass Du ihnen machst – mit meinen Worten und meinem Leben. Amen.

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

Wenn Sie den Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia als Mail bekommen möchten, einfach hier Ihre Adresse angeben.

Prüfe deinen Posteingang oder Spam-Ordner, um dein Abonnement zu bestätigen.

Cornelias Mittwochsbrief, 2. September 2026

„Was gering ist vor der Welt und was verachtet ist, das hat Gott erwählt, was nichts ist, damit er zunichtemache, was etwas ist.“ 1. Korinther 1, 28

Hier haben wir wieder mal einen Hinweis darauf, dass im Reich Gottes vieles anders ist als in der Welt, in der wir leben. Wenn ich die Nachrichten anschaue oder die Zeitung aufschlage, finde ich selten mal eine Geschichte, wo jemand „schwaches“ etwas tolles geleistet oder erlebt hat, oder wo einfach nur sein oder ihr Leben dargestellt wird. Wenn Bilder und Berichte von Flüchtlingen, hungernden Kindern und geschundenen Frauen drinstehen, dienen sie meistens nur dazu, politische Standpunkte zu unterstreichen oder Systeme anzuklagen.

Viel öfter geht es um starke Menschen, starke Geschichten, darum, wer der Größte, Schönste und Beste ist.
Nicht so bei Gott. Er hat „das Schwache erwählt“ (V. 27, Neues Leben), und das, was in der Welt verachtet ist (s.o.). „Erwählt“ heißt bewusst rausgesucht, besonders hervorgehoben.
Warum macht er das? Wäre das Ziel nicht viel besser mit den Starken und Mächtigen zu erreichen, mit denen, die wirklich was zu sagen haben in der Welt? Könnten mit ihnen nicht Frieden und Einigkeit hergestellt werden? Wie man jeden Tag sieht, funktioniert es so leider nicht. Das Problem mit den starken und einflussreichen Menschen ist, dass sie sich den Erfolg gern selbst zuschreiben. Sie fragen meist nicht nach Gott oder dem, was er möchte. Das bringt sie gefährlich nahe dahin, wo schon Adam und Eva waren – nämlich sein zu wollen wie Gott. Selbst zu entscheiden, was gut und was schlecht ist.

So baut Gott sein Reich lieber mit denen, die sich selbst nicht so wichtig nehmen. Mit denen, die im normalen Leben ignoriert oder gar verachtet werden, die nicht meinen, sie könnten alles alleine schaffen – „damit kein Mensch sich je vor Gott rühmen kann“ (V. 29, NL).

Zwei Dinge kann ich daraus lernen: entweder ich gehöre selbst zu den Menschen, die sich für schwach und verachtet halten. Dann darf ich wissen, Gott hat einen Job für mich. Er will mich gebrauchen, sein Reich zu bauen und seine Liebe an andere weiterzugeben.
Oder ich gehöre eher zu den „Machern“, zu denen, die wichtig zu sein scheinen. Das ist nicht weiter schlimm, solange ich mich immer darauf besinne, was es wirklich zu erreichen gilt und woher mein Erfolg kommt. Und solange ich nicht auf andere Menschen herabschaue, sie verachte und als weniger wertvoll betrachte.

„Wer stolz sein will, soll auf das stolz sein, was der Herr getan hat.“ (V. 31 nach Jeremia 9, 23; NL)

Cornelia Letting

Himmlischer Vater, allmächtiger Herr, wie schnell bin ich dabei, mich im Erfolg zu sonnen, wenn ich mal was geschafft habe. Wie oft ist unterschwellig doch das Gefühl da, ich hätte etwas aus mir selbst erreicht, hätte die Anerkennung verdient. Hilf mir bitte, daran zu denken, dass Dir alle Ehre gebührt. Dann kann ich Lob und Beifall annehmen und mich daran freuen, weil ich weiß, dass sie letztendlich Dir ausgesprochen werden. Amen

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

Wenn Sie den Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia als Mail bekommen möchten, einfach hier Ihre Adresse angeben.

Prüfe deinen Posteingang oder Spam-Ordner, um dein Abonnement zu bestätigen.

Cornelias Mittwochsbrief, 26. August 2026

„Jesus betete: Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen.“ Johannes 17, 15

Jesus spricht mit seinem Vater. Ein langes Gebet, es geht über das gesamte Kapitel – und es ist uns bekannt. Das ist kostbar, denn viele von Jesus‘ Gesprächen mit seinem Vater fanden nur zwischen den beiden statt. Kostbar ist auch, dass es in diesem Gebet um seine Jünger geht – und in der Verlängerung damit um uns, seine Nachfolgerinnen und Nachfolger. Er betet für die, „…die du mir gegeben hast, weil sie dir gehören. Weil sie die Meinen sind, gehören sie auch dir; doch du hast sie mir gegeben, damit ich durch sie verherrlicht werde!“ Wir sind ein spezielles, ausgewähltes Grüppchen, wir Christen, dadurch, dass wir zu Gott und Jesus gehören. Dann sind da noch „die anderen“, oder „die Welt“, wie es in der Bibel oft heißt. Das sind alle, die sich nicht als Nachfolger von Jesus bezeichnen.

Jetzt kriegen wir schon ein Problem, gell, denn Ausgrenzung und „Grüppchenbildung“ passen nicht zu Christen, das hört sich sehr nach elitärem Denken an. Aber Jesus geht es gar nicht um das Absondern seiner Leute, er will uns nicht auf einer schönen Insel verstecken, bis alles vorbei ist. Nein, er sagt: „Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst…“ (s.o.)
Warum ist das wohl so, warum müssen Christen in dieser Welt leben und alles aushalten, was hier so „geboten“ wird?

Ich denke, Jesus braucht uns als Hinweisschilder. Als Zeugen dafür, dass es noch was anderes gibt als Machtstreben und Ausbeutung von Mensch und Natur. Wir sollen auch und gerade den „anderen“ von ihm erzählen, vorleben, was echte Liebe bedeutet und ihnen so eine Chance geben, in unserem „Club“ aufgenommen zu werden.
Das ist keine leichte Aufgabe und sicher nicht immer bequem, aber wir haben ja Jesus an unserer Seite, der uns durch seinen Heiligen Geist begleitet, uns ermutigt und uns vor „dem Bösen“ (s.o.) bewahrt.

Cornelia Letting

Jesus, mein Heiland und Herr, danke, dass das Gebet, das Du damals für Deine Jünger gesprochen hast, auch uns überliefert ist. Es ist sehr ermutigend zu wissen, dass wir nicht alleine in dieser Welt rumwurschteln müssen, sondern dass Du durch Deinen Heiligen Geist bei uns bist. Hilf uns bitte, gute „Hinweisschilder“ zu sein auf das Leben, das Du anbietest, ewiges Leben in der Gemeinschaft mit Dir und Gott dem Vater. Amen.

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

Wenn Sie den Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia als Mail bekommen möchten, einfach hier Ihre Adresse angeben.

Prüfe deinen Posteingang oder Spam-Ordner, um dein Abonnement zu bestätigen.