Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 7. Januar 2026

Mittwoch, 7. Januar 2026

„Wer die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind.“ Johannes 3, 21

„Im Dunkeln ist gut munkeln“ heißt es, und meint nichts Gutes. „Home before dark“ – zu Hause bevor es dunkel wird – wollen Leute gern sein, denn im Dunkeln unterwegs zu sein ist nicht so angenehm. „Mächte der Finsternis“ bezeichnen ebenfalls nichts Positives, Dunkelheit wird oft gleichgesetzt mit Unsicherheit und Angst. Wir möchten lieber sein, wo Licht ist. Im Hellen sieht man klarer, kann Gefahren erkennen, die Schönheit der Natur sehen, mit Menschen von Angesicht zu Angesicht sprechen.

In unserem Kapitel des Johannesevangeliums geht es auch um Licht und Dunkelheit. Jesus spricht von Menschen, die fern von Gott sind und sagt: „Das Licht ist vom Himmel in die Welt gekommen, aber sie liebten die Dunkelheit mehr als das Licht, weil ihre Taten böse waren. … Sie bleiben dem Licht fern, weil sie Angst haben, dass ihre Taten aufgedeckt werden.“ (V. 19 – 20, Neues Leben) Und dann der heutige Text: „Wer sich aber nach der Wahrheit ausrichtet, tritt ans Licht und jeder kann sehen, dass er in Verantwortung vor Gott handelt.“ (NL)

Licht und Dunkelheit, Wahrheit und Finsternis – auch in meinem Leben gibt es Dinge, die ich nicht vom Licht der Wahrheit angeleuchtet haben möchte. Da gibt es Zeiten, in denen es um mich her eher finster ist. Aber es ist nie schön oder angenehm in der „Dunkelheit“. Man kann sie noch so sehr mit künstlichem „Licht“ ausleuchten, sie wird nie so freundlich sein, wie ein sonniger Morgen.

Licht und Wahrheit – für uns Christen sind sie nichts unpersönlich Allgemeines. Für uns sind sie eine Person, Jesus Christus. Er selbst sagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8, 12). Und: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Johannes 14, 6)

Wenn es also heißt, dass wir uns nach der Wahrheit ausrichten sollen, geht es nicht um irgendwelche Leitsätze oder Gesetze. Es geht darum, sich zu Jesus zu halten und ihm zu folgen in Wort und Tat. Dann brauche ich nicht zu befürchten, dass meine Taten ans Licht kommen, denn ich habe nichts zu verbergen. Dann kann ich mich im Licht von Jesu Gegenwart sonnen und muss vor nichts und niemandem Angst haben.

Vor einigen Jahren sind wir als Diguna Team nach Pokot gefahren, in eine abgelegene Gegend nordöstlich von Tinderet, mit dem LKW in ca. 8 Stunden zu erreichen. Die Gegend hieß damals „Nasur“, das bedeutet Dunkelheit in Pokot. Es gab wohl einige Christen dort, die uns baten zu kommen und ihnen vom Licht der Welt zu erzählen. Heute gibt es dort eine Kirche und eine aktive, fröhliche Gemeinde, statt Viehdiebstahl, Mädchenverstümmelung und niedergebrannte Hütten. Und das Dorf heißt auch nicht mehr Nasur, sondern „Lapoyin“, was Licht bedeutet – Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden!

Cornelia Letting

Jesus, Licht der Welt, mehr denn je brauchen wir Deine Strahlkraft in dieser Welt, die voll von finsteren Machenschaften ist, wo Menschen sich weit von Dir entfernt haben und in der Dunkelheit verschwinden. Doch so wie die „Königin der Nacht“ im Dunkeln blüht, und so wie die Sonne die Schatten vertreibt, wärmt uns Deine Gegenwart und leuchtet jede Ecke unserer Seele an. Danke für Deine Liebe, die auch in diesem neuen Jahr für uns sorgt, uns trägt und leitet auf dem Weg der Wahrheit. Amen

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

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Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 31. Dezember 2025

Mittwoch, 31. Dezember 2025

„Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ Matthäus 5, 9

2025 geht zu Ende, ein Jahr, in dem von Frieden wenig die Rede war. Öfter ging es in den Nachrichten um Aufrüstung, Krieg und gewalttätige Demonstrationen. Nicht mal die Friedensnobelpreisträgerin konnte ihren Preis persönlich in Empfang nehmen, weil sie in ihrem eigenen Land von Gewalt bedroht wird.

Ich wünschte, all die Kriegstreiber, Hassprediger und Verschwörungstheoretiker wüssten, dass sie so nicht selig, also nicht wirklich glücklich werden können. Ich wünschte sie wüssten, dass Gott die segnet, die sich um Frieden bemühen (Neues Leben Version).
Ich wünschte, hier in Kenya würden die Viehdiebstähle, Stammesfehden und die gewalttätige Niederschlagung von Demonstrationen aufhören, weil die Beteiligten merken, dass aus Gewalt niemals Frieden entstehen kann. Und ich wünschte, ich würde öfter daran denken, dass ich ein Kind Gottes bin und Frieden stiften sollte, statt zu intrigieren, manipulieren und andere kleinzumachen.

Frieden muss gestiftet, also aktiv gemacht werden. Wir müssen uns darum bemühen, denn von alleine wird er nicht kommen. Und ich fürchte, wir können nicht warten, bis „die anderen“ anfangen. Wir alle können in unserem eigenen Umfeld etwas dafür tun: zu schweigen, wo gelästert und gemeckert wird; zu reden, wo jemand Rückendeckung braucht; zu ermutigen, statt niederzumachen; freundlich zu sein, auch wenn die anderen es nicht sind; sogenannte Neuigkeiten auf ihren Wahrheitsgehalt zu testen, bevor wir sie durch die sozialen Medien schicken… und alles, was sonst noch dazu dient, wahren Frieden zu schaffen.

Morgen beginnt ein neues Jahr – nutzen wir die Chance zum Friedenstiften, lassen wir uns nicht daran hindern, auch wenn es manchmal aussichtslos scheint. Gott selbst, der Gott des Friedens, wird uns dabei helfen. Schon in der Jahreslosung für 2026 verspricht er: „Siehe, ich mache alles neu.“ (Offenbarung 21, 5)

Cornelia Letting

„Ich stehe unter Gottes Schutz, ich weiß das – seit geraumer Zeit. ER nahm den Gram und das Bittere aus meinem Wesen und machte mich fröhlich. Und ich will hingehen, alle anzustecken mit Freude und Freundlichkeit, auf dass die Erde Heimat wird für alle Welt durch seinen Frieden und unseren Glauben. Schalom in Dorf und Stadt!“ (Hanns Dieter Hüsch)

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

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Ein Weihnachtssegen (A Christmas Blessing)

An Heiligabend singt der Projektchor in der Christvesper in Vöhringen das Lied „A Christmas Blessing“ (von Pamela Stewart/Lloyd Larson). Hier die Übersetzung von Ulla Haas, die uns ein weihnachtlicher Zuspruch ist:

Möge sich der Glanz des Sterns in dieser Nacht
in deiner Dunkelheit ausbreiten
dich mit seinem Licht erfüllen –
Licht, das auch die Schatten deines Herzens aufsucht,
jede Ecke erreicht, jeden Bereich berührt.

Möge die Musik der Engel in dieser Nacht
all deine Sorgen beruhigen – wie ein Wiegenlied
Möge sie in dir aufblühen
und deine gebrochene Seele erfüllen,
deinen Schmerz und deine Traurigkeit beruhigen.

Möge der Friede von Weihnachten die ganze Welt erfüllen –
Friede für jede Nation, für jedes Leben.
Möge der Krieg auf Erden aufhören
Möge mit der Geburt des Retters
der Friede in uns beginnen.

Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 24. Dezember 2025

Mittwoch, 24. Dezember 2025

„Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“ Lukas 2, 10b.11

Heute ist Weihnachten – endlich: überall Kerzen und Lichterketten, Tannenzweige, Weihnachtsplätzchen, Stollen, Wienerle und Kartoffelsalat, Raclette oder doch die Gans. Draußen ist es grad mal 9 Stunden hell, wenn überhaupt. Die Adventszeit war gefüllt mit Vorbereitungen, Weihnachtsmarkt und Glühwein, Weihnachtsfeier bei der Arbeit und im Verein, Geschenke überlegen und einpacken. Jetzt wird es Heiligabend, der Baum steht – bei manchen schon etwas länger – draußen liegt Schnee, oder auch nicht, man geht zur Christmette und singt „Stille Nacht“… Das alles in Variationen ist Weihnachten, oder?

Dachte ich auch, bis ich hier nach Tinderet in Kenya kam. Hier gibt es keinen Advent, und Weihnachten ist schon gar nicht heute, sondern erst morgen. Seit Wochen regnet es nur sporadisch, tagsüber sind es locker 28 Grad, überall blühen die Bäume und Sträucher. Zu essen gibt es Ziegenfleisch, Chapati (Weizenfladen) und Soda (Fanta, Cola, Sprite etc.). Alle, die irgendwie können, kommen an den Weihnachtstagen aus den Städten nach Hause aufs Land, die ganze Familie trifft sich oft nur dieses eine Mal im Jahr.
Kerzen und Lichterketten hat hier keiner – außer uns Deutschen. Erstens ist es so warm, dass die Kerzen sich nach kurzer Zeit biegen, und zweitens sieht man die Lichter eh nicht vor lauter Sonne. Es ist von morgens um sechs bis abends um sieben hell, wie das ganze Jahr über. Ich konzentriere mich bei meiner Weihnachtsdeko auf Sterne und Engel, Japhet findet die ganze Dekoriererei eh überflüssig.

Was ist Weihnachten, was macht es aus? Das musste ich mir in meinem ersten Jahr hier ganz neu überlegen, denn für mich waren es auch immer Winter, Kerzen, Familie und so – alles Dinge, die auf einmal nicht mehr da waren.
Aber Weihnachten wurde es trotzdem, denn eines gilt überall auf der Welt, wo Menschen sich zu dem Gott der Bibel bekennen: uns ist der Heiland geboren, Christus, der Herr!
Deshalb feiern wir Weihnachten, in Kenya und Deutschland und auf allen Kontinenten. Deshalb dürfen wir uns freuen und brauchen uns vor nichts und niemand mehr zu fürchten. Und deshalb wünsche ich uns allen Fröhliche Weihnachten, auch wenn die äußeren Umstände vielleicht nicht gerade zur Freude dienen. Denn unsere Freude kommt von innen, von dem Sohn, der uns geschenkt wurde, dem wunderbaren Ratgeber, dem starken Gott, dem ewigen Vater, dem Friedensfürst – Jesus Christus (s. Jesaja 9, 5; Neues Leben).

Cornelia Letting

„Er, der das Wort ist, wurde Mensch und lebte unter uns. Er war voll Gnade und Wahrheit und wir wurden Zeugen seiner Herrlichkeit, der Herrlichkeit, die der Vater ihm, seinem einzigen Sohn, gegeben hat.“ (Johannes 1, 14; NL – Lehrtext zur heutigen Losung)

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Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 17. Dezember 2025

Mittwoch, 17. Dezember 2025

„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ Römer 12, 21

Dieser Vers beendet ein langes Kapitel voller lebenspraktischer Aufforderungen. Anfangen tut es so: „Weil Gott so barmherzig ist, fordere ich euch nun auf, liebe Brüder, euch mit eurem ganzen Leben für Gott einzusetzen. Es soll ein lebendiges und heiliges Opfer sein – ein Opfer, an dem Gott Freude hat. Das ist ein Gottesdienst, wie er sein soll.“ (V. 1, Neues Leben)
Und wenn man so liest, was wir alles tun oder lassen sollen, klingt es wirklich sehr nach „Opfer“… Es geht um Nächstenliebe und Feindesliebe, um Geben, Leiten und Helfen, um Gastfreundschaft und Durchhalten in schwierigen Situationen; und darum, dass wir mit allen Menschen im Frieden leben sollen, soweit das möglich ist.

Warum sollen wir das? Warum geht es immer wieder darum, anderen Gutes – oder zumindest nichts Böses – zu tun, egal ob sie das „verdienen“ oder nicht? „Weil Gott so barmherzig ist“, schreibt Paulus. Gott hat schon alles Gute für uns getan und tut es an jedem neuen Tag weiter. Wenn wir ihm das danken wollen, können wir es am besten tun, indem wir seine Menschenkinder lieben und achten, eben durch all das, was in diesem Kapitel so aufgeführt ist. Es lohnt sich, es mal ganz zu lesen, auch wenn man sich danach evtl. etwas überfordert fühlt…

Der letzte Vers ist einer meiner Lieblingsverse. Nicht, weil ich ihn schon erfüllt hätte, sondern weil er mir tatsächlich dabei hilft, Jähzorn, Eifersucht, düstere Gedanken und andere Missstände in Schach zu halten, die versuchen, mich von Gott wegzutreiben. Wenn ich in solchen Situationen bin und rechtzeitig daran denke, kann ich meinen Blick auf all das Gute richten, das ich schon erfahren habe, von Gott und meinen Mitmenschen. Das bringt mich zurück in seine Nähe und alles Böse hat keine Chance mehr.

Vielleicht ist diese Adventszeit eine Gelegenheit, uns an Gottes Güte und Barmherzigkeit zu erinnern. Er hat schon alles Böse überwunden, auch wenn man das gerade nicht immer erkennen kann. „Kommt zu Gott und er wird euch entgegenkommen,“ heißt es in Jakobus 4, 8 (NL). In Jesus ist Gott uns so nahegekommen wie nur möglich – kommen wir zu ihm und er wird uns helfen, Gutes zu tun, für unsere Mitmenschen und die ganze Schöpfung.

Cornelia Letting

“Deshalb orientiert euch nicht am Verhalten und an den Gewohnheiten dieser Welt, sondern lasst euch von Gott durch Veränderung eurer Denkweise in neue Menschen verwandeln. Dann werdet ihr wissen, was Gott von euch will: Es ist das, was gut ist und ihn freut und seinem Willen vollkommen entspricht.“ (V.2, NL)

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Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 10. Dezember 2025

Mittwoch, 10. Dezember 2025

„Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.“ Offenbarung 22,13

„Das ist das A und O“, sagen wir, wenn wir meinen, etwas ist wirklich wichtig, ist der Dreh- und Angelpunkt einer Angelegenheit. Für uns Christen ist das A und O nicht eine Sache oder eine Aussage, sondern eine Person – Jesus Christus.
Er war am Anfang schon da, er wird am Ende noch da sein, und er ist wirklich der Dreh- und Angelpunkt des Lebens.

Die Offenbarung ist das letzte Buch der Bibel, sie gibt einen sehr düsteren Blick auf das, was vor dem Ende kommen soll. Und wenn ich mich so umschaue, in der großen Welt und meiner kleinen, dann könnte ich tatsächlich meinen, das Ende sei nahe: überall gibt es Kriege, Not und Elend, Naturkatastrophen und Menschenkatastrophen. Freunde und Bekannte leiden Schmerzen, weil sie an Krebs oder sonst was erkrankt sind, in unserer Nachbarschaft werden Wachmänner einer Kaffeefabrik getötet, nur um an den Kaffee zu kommen. Wenn ich so die schlechten Nachrichten um mich kreisen lasse, wird mein Dreh- und Angelpunkt plötzlich ein anderer – dreh ich mich mehr um den Tod als um das Leben.
Aber der Tod ist nicht das Ende! Das Ende ist Jesus, der von sich sagt, dass er das Leben ist (s. Joh. 14, 6). Er ist der Erste und er wird der Letzte sein, wenn alles Schlimme ein Ende hat, wenn alle Tränen abgewischt sind und es „keinen Tod und keine Trauer und kein Weinen und keinen Schmerz“ mehr geben wird (Kap. 21, 4; Neues Leben).

Nun gehöre ich nicht zu den Leuten, die nur noch im Blick auf das Jenseits existieren. Zwischen dem Anfang und dem Ende gibt es ja ein Leben, das hier auf dieser Erde stattfindet und das durchaus seine schönen Seiten hat: Familie, Freunde, Sonnenuntergänge, Blumen und Schmetterlinge… Das Beste ist, dass Jesus nicht „nur“ Anfang und Ende ist, er ist auch alles zwischendrin. Er ist hier mit mir, mit uns, in all dem Chaos, lässt uns Gemeinschaft erleben und Schönheit genießen. Und er führt uns sicher durch das ganze Durcheinander auf dem Weg nach Hause. Das sind gute Aussichten, und sie machen die Reise vielleicht nicht einfacher, aber vielleicht zuversichtlicher und hoffnungsvoller.
Der Weg durch einen Schneesturm ist leichter zu ertragen, wenn man weiß, dass am Ende ein wohlig warmes Plätzchen wartet. Der Weg durch die heiße Wüste lässt sich besser aushalten, wenn man sich auf die Oase freuen kann.

So können wir mutig und zuversichtlich in diesen Tag und alle Tage gehen, weil wir wissen, dass das Ende schon feststeht – und dass es überwältigender und schöner sein wird, als wir es uns je vorstellen können.

Cornelia Letting

„Du bist groß, Herr HERR! Denn es ist keiner wie Du, und ist kein Gott außer Dir nach allem, was wir mit unsern Ohren gehört haben.“ (2. Samuel 7, 22 – Losungsvers heute) Amen

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„Wunder-Rat – Friede-Fürst“ – unsere neue Christbaumkugel

Auch in diesem Jahr kann wieder eine neue Christbaumkugel mit dem Schriftzug „Wunder-Rat – Friede-Fürst“ für 6,- € im evangelischen Pfarramt in Vöhringen erstanden werden. Das ideale Geschenk statt Wein und Pralinen beim Weihnachtsbesuch oder vielleicht gibt es auch schon Sammler, da die Auflage limitiert ist. Der Erlös aus dem Verkauf geht in den Erhalt der Martin-Luther-Kirche in Vöhringen.

An folgenden Tagen ist das Pfarramt in Vöhringen für Sie geöffnet:
Montag, 8. Dezember von 9 bis 12 Uhr
Dienstag, 9. Dezember von 9 bis 12 Uhr
Mittwoch, 10. Dezember von 9 bis 12 Uhr
Donnerstag, 11. Dezember von 16 bis 18 Uhr
Mittwoch, 17. Dezember von 9 bis 12 Uhr
Donnerstag, 18. Dezember von 16 bis 18 Uhr

Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 3. Dezember 2025

Mittwoch, 3. Dezember 2025

„Wollte Gott, dass alle im Volk des HERRN Propheten wären und der HERR seinen Geist über sie kommen ließe!“ 4. Mose 11, 29

Oh je, ich fürchte, hier in Kenya nehmen einige Leute diese Aussage zu wörtlich – es gibt „Propheten“ wie Sand am Meer. Sicher sind darunter viele, die ernsthaft Gottes Auftrag erfüllen wollen, aber auch viel zu viele, die nur sich selbst verkünden und mit abstrusen Behauptungen Menschen manipulieren. Das ist z.B. auch in Shakahola passiert, wo ein bestimmter „Prophet“ die Leute dazu gebracht hat zu fasten, bis sie verhungert sind. Hunderte sind dabei gestorben, darunter viele Kinder. Bis vor Kurzem wurden noch Leichen geborgen, die dort im Wald vergraben waren. Vielen dieser falschen Propheten geht es ums Geld, um Ruhm und Ehre, und vor allem um Macht. Sie nehmen einen Satz aus der Bibel und bauen darum herum ein komplettes Konstrukt aus Regeln, Versprechungen, Drohungen und „thus sayeth the Lord“ (so spricht der Herr).
Aber warum folgen ihnen überhaupt so viele Leute, warum lassen sich so viele ins Elend reißen, geben ihre Freiheit, ihren Besitz und ihre Familie auf? Vielleicht, weil sie einen Halt brauchen in einem Leben voller Unsicherheiten? Weil das Leben schwierig ist mit all der Not, den Entscheidungen und täglichen Kämpfen ums Überleben; und weil es kurzfristig leichter ist, jemandem zu folgen, der einem sagt, wo’s langgeht und der einem schnelle und einfache Lösungen verspricht? Wie in dem Fall oben, bei dem der „Prophet“ den Leuten schnelleren Zugang zum Himmel versprach, wenn sie sich zu Tode fasten. Vielleicht auch, weil die Menschen hier daran gewöhnt sind, Autoritäten zu gehorchen, und weil diese falschen Propheten meist sehr autoritär und charismatisch auftreten?

Was können wir dagegen tun? Wie kann ich erkennen, ob ein sogenannter Prophet tatsächlich Gottes Wort verkündet? Die Jahreslosung kann uns dabei helfen. In Paulus‘ erstem Brief an die Thessalonicher heißt es: „…prüft alles, was gesagt wird, und behaltet das Gute.“ (Kap. 5, 21; Neues Leben)
Im Gegensatz zu den Menschen im Alten Testament, aus dem die heutige Losung stammt, haben wir einige entscheidende Vorteile: Wir haben Gottes Wort in Schriftform, wir können also genau nachprüfen, ob das, was jemand als „Gottes Botschaft“ ausgibt, auch tatsächlich von ihm kommt. Gott wird keine komplett neuen „Anweisungen“ geben, schon gar nicht welche, die seinem Wort in der Bibel widersprechen. Weiß ich, was dort steht? Kann ich bestätigen oder widerlegen, was mir jemand erzählt, und fest auf dem stehen, was ich von Gott weiß?
Außerdem hat uns Gott seinen Heiligen Geist geschickt, der in uns lebt, wenn wir ihn lassen, und der uns klare Hinweise gibt auf das, was richtig und falsch ist. (s. Johannes 16, 8 ff)
Und drittens haben wir Lehrer, die von Gott eingesetzt sind, uns sein Wort auszulegen und zu erklären. Vielleicht müssten einige von ihnen ihren Auftrag noch ein bisschen ernster nehmen und tatsächlich mehr und direkter aus der Bibel lehren, statt sich zu viel bei gesellschaftspolitischen Themen aufzuhalten. Denn nur, wenn wir wirklich wissen und verstehen, was in der Bibel steht, können wir auf die Themen der „Welt“ angemessen reagieren. Und ich glaube, das gilt nicht nur für Kenya…

Cornelia Letting

Himmlischer Vater, zu viele falsche Propheten versuchen, Deine Wahrheit zu verwässern, zu verschleiern und zu verbiegen. Sie ziehen Menschen zu sich statt zu Dir, wollen Macht und Ehre für sich selbst statt für Dich. Heute bete ich für alle, die sich davon betrügen und letztlich zerstören lassen; ich bete, dass Du ihnen klare Sicht schenkst, dass sie erkennen, was Dein Wille für ihr Leben ist. Hilf auch mir bitte, Dein Wort immer besser zu verstehen, damit ich nicht in aufgestellte Fallen tappe und vielleicht auch andere davor bewahren kann. Amen

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Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 26. November 2025

Mittwoch, 26. November 2025

„Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken, denn er ist treu, der sie verheißen hat.“ Hebräer 10, 23

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagen Leute in eher hoffnungslosen Situationen, wenn alle vermeintlichen „Sicherheiten“ wegbrechen. Wenn kein Erfolg in Aussicht ist, wenn nichts so funktioniert, wie wir das geplant hatten. Dann wieder gibt es „Hoffnungshäuser“, Aktionen und Organisationen mit „Hoffnung“ im Namen und jede Menge Bücher zum Thema Hoffnung.
Es scheint, wir Menschen brauchen Hoffnung wie die Luft zum Leben. Bilder von hoffnungslosen Situationen oder hoffnungslosen Menschen nehmen uns den Atem, es wird dunkler in uns und um uns herum.

Woher also nehmen wir diese Hoffnung? Wie können wir sicher sein, dass sie tatsächlich hält und nicht verlöscht, wenn ein heftiger Sturm kommt?
Und worauf hoffen wir überhaupt? Auf gute Gesundheit, ein langes Leben, einen sicheren Job, den Traumpartner oder die Traumpartnerin, eine sichere Rente…? Das ist alles nicht schlecht, nur vielleicht ein bisschen kurz gegriffen.
Die Hoffnung, von der unser Text oben spricht, geht weit über dieses Leben hinaus. Hier geht es um ewiges Leben, ein Leben in der Gegenwart des heiligen Gottes, das nur möglich wird, wenn wir absolut rein und sündlos sind. Und das wäre tatsächlich ein hoffnungsloses Unterfangen, wenn Jesus selbst es nicht möglich gemacht hätte. Wir könnten aus eigener Anstrengung niemals so schuldlos werden, dass wir auch nur daran denken dürften, mit Gott Gemeinschaft zu haben. Aber: „…das Blut von Jesus hat uns den Weg geöffnet. Das ist der neue, lebendige Weg durch den Vorhang, den Christus durch seinen Tod für uns eröffnet hat.“ (V. 19 – 20, Neues Leben)
Als Jesus am Kreuz starb, riss der Vorhang im Tempel von oben nach unten durch (s. z.B. Markus 15, 38). Der Weg in den allerheiligsten Bereich war frei für jedermann, nicht mehr nur den Hohepriester. Das gilt auch noch für uns heute. Wenn ich Jesu Opfer für mich in Anspruch nehme, also anerkenne, dass er meine Schuld getilgt hat, ist der Weg frei zu einem Leben in Gottes Gegenwart – und das nicht erst im Himmel, sondern schon heute.
Und weil das Versprechen dieser Hoffnung nicht von Menschen kommt, nicht von Verträgen, Versicherungen oder Bankkonten, sondern vom Allmächtigen Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde; deshalb können wir darauf vertrauen, dass er es hält, „denn er ist treu, der sie verheißen hat“ (s.o.).

Bekennen wir sie also mutig und unverdrossen, diese Hoffnung, die Gott selbst uns gibt. Verbreiten wir sie durch unser Leben, unser Reden und Tun, und setzen ein Zeichen gegen die Hoffnungslosigkeit, die versucht, sich überall breitzumachen.

Cornelia Letting

„Seid fröhlich in der Hoffnung, beharrlich im Gebet, standhaft in aller Bedrängnis. Macht einander Mut, ladet gerne Gäste ein. Zeigt es allen, dass Jesus sie liebt.“ (Diethelm Strauch)

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