Cornelias Mittwochsbrief, 29. Juli 2026

„Paulus schreibt: Dass ich meine Fesseln für Christus trage, das ist im ganzen Prätorium und bei allen andern offenbar geworden, und die meisten Brüder in dem Herrn haben durch meine Gefangenschaft Zuversicht gewonnen und sind umso kühner geworden, das Wort zu reden ohne Scheu.“ Philipper 1, 13 – 14

Wenn man in Kenya jemanden fragt, wie es ihm oder ihr geht, bekommt man fast immer zu hören „nzuri sana“, oder „si mbaya“ – also „sehr gut“ oder „nicht schlecht“. Erst wenn man sich eine Weile unterhält und weiter nachfragt, erfährt man vielleicht, dass die kranke Mutter zu Hause gepflegt wird, die Ernte schlecht ausfiel und dass kein Geld für die Schulgebühren der Kinder da ist.
Wenn man in Deutschland jemanden das Gleiche fragt, kommt normalerweise viel schneller raus, was alles nicht stimmt: das Wetter ist zu heiß oder zu kalt, der Benzinpreis zu hoch – und nie zu niedrig, die Politik ist völlig daneben und nicht mal die Fußballnationalmannschaft konnte einen begeistern dieses Jahr.
Das trifft natürlich nicht auf alle zu – weder hier noch in Kenya – aber es ist ein Trend erkennbar zwischen „positivem Denken“ und eher pessimistischer Sicht auf die Dinge.

Was hat das mit unserem Text zu tun? Paulus ist im Gefängnis, seine Reisetätigkeit ist drastisch eingeschränkt. Seine Zukunftsaussichten sind bescheiden, und seiner Gesundheit ist das Ganze vermutlich auch nicht zuträglich. Er hätte allen Grund, enttäuscht zu sein von Gott und den Menschen.
Aber was sieht er? Dass die ganze, vermutlich römische, Belegschaft schon gehört hat, dass er für Jesus Christus streitet – wer weiß, wie viele von ihnen dadurch zum wahren Glauben gekommen sind. Und dass seine Brüder trotz oder gerade wegen seiner Umstände so ermutigt wurden, dass sie seine Arbeit draußen weiterführen und mutig das Evangelium verkünden, wo sie vorher eingeschüchtert und ängstlich waren.

Bei allen Schwierigkeiten, die das Leben so mit sich bringt, wünsche ich uns diese Sichtweise. Eine Sichtweise, die darauf vertraut, dass Gott weiß, was er tut und was er nicht tut. Und die sich darauf verlässt, dass am Ende alles zum Guten gedient haben wird – auch wenn das jetzt noch nicht so aussieht (s. Römer 8, 28).
Schauen wir nach den Blüten im Kaktus und lassen wir uns von den Dornen nicht zu sehr ablenken.

Cornelia Letting

Großer heiliger Gott, mein himmlischer Vater, manchmal versinkt mein Blick in den Problemen und Schwierigkeiten, die es gibt, in meinem Leben und auf der ganzen Welt. Dann tut es gut, von Leuten wie Paulus zu lesen, die trotz aller Widrigkeiten auf das Gute schauen, das daraus entsteht. Die sich auf das Mögliche konzentrieren, und nicht am Unmöglichen hängen bleiben. Hilf mir bitte, auch so jemand zu werden und den Menschen um mich herum die Freude zu vermitteln, die aus dem Glauben an Dich entsteht. Amen.

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

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Cornelias Mittwochsbrief, 22. Juli 2026

„Das Volk verwunderte sich, als sie sahen, dass die Stummen redeten, die Verkrüppelten gesund waren, die Lahmen gingen und die Blinden sahen; und sie priesen den Gott Israels.“ Matthäus 15, 31

Sich verwundern, staunen, positiv überrascht sein – ich wünsche uns, dass uns das niemals abhanden kommt. Die Gefahr ist da, oder? Inmitten von Technologie, Fortschritt und „wir können alles erreichen“ staunen eigentlich nur noch die, die nicht mithalten können. Die, die nicht auf dem Laufenden sind und von all dem keine Ahnung haben. Wo alles erklärbar wird, alles bis ins kleinste Detail erforscht ist, da kann es passieren, dass es nichts „Wunderbares“ mehr gibt, nichts, das uns zum Staunen bringt.
Damit geht dann aber auch eine zweite Gefahr einher: wen preisen wir? Wen loben wir für all das, was möglich ist? Für die „Wunder der Technik“ und für medizinische Fortschritte, für Mondlandungen und Chemotherapie? Wie oft ehren wir die Erfinder, die Entdecker und Möglichmacher – und vergessen dabei den eigentlichen Erfinder und den größten Möglichmacher?

Ich will mir das Staunen bewahren über die kleinen und großen Errungenschaften der Wissenschaft und dafür den Gott Israels – meinen himmlischen Vater – ehren, loben und preisen.

Cornelia Letting

Allmächtiger Gott, mein himmlischer Vater, wie spannend ist es, wenn Wissenschaftler wieder etwas über Deine Schöpfung herausfinden, ein Rätsel lösen oder etwas von Deinen Ideen verstehen lernen. Bitte hilf ihnen und uns allen, Dich als den Urheber aller Dinge nicht zu vergessen. Lehre uns zu staunen über die kleinen und großen Wunder, die Du immer noch tust. Amen

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

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Cornelias Mittwochsbrief, 15. Juli 2026

„Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ Johannes 3,16

Darum dreht sich alles in der Bibel – vom ersten Buch Mose bis zur Offenbarung. Das ist die zentrale Aussage, die vorher schon in vielen verschiedenen Facetten angeleuchtet wird und nachher bestätigt und vollendet. Für mich zeigt es immer wieder, dass Gott nicht von einem Ereignis zum nächsten entscheidet, was er tun will. Er hatte und hat einen Plan mit dieser Welt und mit uns allen.

Schauen wir uns „die Welt“ ein bisschen genauer an. In so manchem Seminar, in vielen Andachten bekommt man gesagt, man könnte bei „die Welt“ seinen eigenen Namen einsetzen. Das macht das Ganze etwas persönlicher, jede und jeder darf sich angesprochen fühlen, Gott ist ein Gott der persönlichen Begegnung. Das ist oft hilfreich und gut.

Heute will ich den Blick aber einmal von „mir“ von „uns“ weglenken, auf „die anderen“. Im Zeitalter des Individualismus und des „ich zuerst“ ist das vielleicht eine gute Übung. Wen könnten, wen sollten wir in diesen „Platzhalter“ ab und zu ganz bewusst einsetzen? Wen liebt Gott so sehr, dass Jesus für ihn gestorben ist? Meinen nervigen Nachbarn, den ungerechten Chef, die lästige Kollegin? Die Jugendlichen, die heute so gar keine Manieren mehr haben und immer unverschämter werden? Die Ausländer, die sich partout nicht in unsere Kultur einfügen wollen und dauernd irgendwas kaputt machen? Die Iraner, Russen, Chinesen und sonstige Völker, inklusive ihrer größenwahnsinnigen Herrscher?

In Kenya müssen die Pokots an dieser Stelle die Samburus und Turkanas einsetzen, die Kalenjins die Luohs, die Kikuyus die Kalenjins – lauter Volksgruppen, die sich untereinander schwertun.
Wen muss ich dort einsetzen, um daran zu denken, dass wirklich alle Menschen von Gott unendlich geliebt sind, vor allem auch die, die mir auf den Keks gehen?
Üben wir uns ein wenig im „Lückentext“ füllen, das wird uns helfen, unsere Mitmenschen aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.

Cornelia Letting

„Es ist niemand zu groß, es ist niemand zu klein, es ist niemand zu arm oder reich. Es ist niemand zu einfach und niemand zu fein; seine Liebe gilt für alle gleich. Gott öffnet jedem die Tür, jeden, der ihn fragt. Er nimmt die Schuld und gibt Liebe dafür, denn er hat es uns gesagt.“ (M. Siebald) Amen.

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Tauffest an der „Grüne Lunge“ bei Vöhringen: 19 Kinder und Jugendliche lassen sich im Badesee taufen

Der Uferbereich des Badesees war von vielen Verwandten gesäumt. Foto: Thomas Kempf

Das Wort „Taufe“ hat seinen Ursprung im Begriff „Tauchen“ – und genau das wurde am Samstag, 4. Juli, am Badesee „Grüne Lunge“ an der Iller bei Vöhringen auf eindrucksvolle Weise sichtbar. Nicht Säuglinge, aber manche Kinder und Jugendliche stiegen selbst in den See und wurden im Namen des dreieinigen Gottes dreimal untergetaucht.

Bereits zum dritten Mal richteten die vier evangelischen Kirchengemeinden Illertissen, Senden, Vöhringen und Weißenhorn, die gemeinsam die Region „Iller-Roth“ bilden, das Tauffest am Badesee aus. Fünf Geistliche nahmen die Taufen der insgesamt 19 Kinder vor: Pfarrerin Anna Städtler-Klemisch und Diakonin Lara Bodrowski aus Illertissen, Pfarrerin Kathrin Bohe aus Senden, Pfarrer Jochen Teuffel aus Vöhringen sowie Pfarrer Jonathan Robker aus Weißenhorn.

Über 250 Menschen, meist Angehörige der Täuflinge, kamen an den See. Auf mitgebrachten Decken oder aufgestellten Bänken nahmen sie bei bestem Sommerwetter am Gottesdienst teil. Unter den Bäumen fanden viele ein schattiges Plätzchen und genossen die besondere Atmosphäre am Wasser.

In ihrer Taufpredigt stellte Pfarrerin Anna Städtler-Klemisch das Jesuswort in den Mittelpunkt: „Wer sich das Reich Gottes nicht wie ein Kind schenken lässt, wird nie hineinkommen.“ Anschaulich bezog sie diese Aussage auf die Täuflinge und machte deutlich, dass Vertrauen und Offenheit wesentliche Merkmale des Glaubens sind.

Auch für ein praktisches Problem hatte sie eine originelle Lösung gefunden: Da Taufkerzen im Freien kaum dauerhaft brennen, erhielt jede Tauffamilie eine individuell gestaltete Streichholzschachtel. Darauf war der jeweilige biblische Taufspruch der Täuflinge aufgedruckt – eine bleibende Erinnerung an den besonderen Tag.

Begleitet von Gitarre und Geige stimmten Jung und Alt in fröhliche Bewegungslieder ein: „Gottes Liebe ist so wunderbar“ sowie „Vom Anfang bis zum Ende hält Gott seine Hände über mir und über dir.“ So wurde das Tauffest zu einem eindrucksvollen Gottesdienst, bei dem alle Generationen – von den Großeltern bis zu den Kleinsten – mit Herz, Seele und Stimme beteiligt waren.

Cornelias Mittwochsbrief, 8. Juli 2026

„Jesus spricht: Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt.“ Johannes 13, 34

Wie jetzt – ein neues Gebot? Das Gebot der Nächstenliebe ist doch nicht neu, das gibt’s doch schon. Jesus selbst hat darüber mit einem der Gesetzeslehrer gesprochen, der nach dem höchsten Gebot gefragt hatte: „Der Mann antwortete: >Du sollst den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit deiner ganzen Kraft und all deinen Gedanken lieben. Und: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.< >Richtig!< bestätigte Jesus. >Tu das, und du wirst leben!<“ (Lukas 10, 27 – 28; Neues Leben) Anschließend musste Jesus die Geschichte vom Barmherzigen Samariter erzählen, damit klar wurde, wer der „Nächste“ eigentlich ist (V. 30 ff.).

Anscheinend tun wir Menschen uns doch ein bisschen schwer mit der Liebe. Es hat schon im Alten Testament nicht gereicht, dass Gott geboten hat, wir sollen ihn lieben und unseren Nächsten. Er musste dazu klar machen, was er darunter verstand: „von ganzem Herzen, von ganzer Seele…“, also mit allem, was wir haben und sind. Und „deinen Nächsten wie dich selbst“.
Damit war ein Anhaltspunkt gegeben, eine Art Richtwert. Jeder Mensch liebt nunmal sich selbst mehr als alles andere, zumindest seit wir jenseits von Eden leben. Gott hat also nicht gemeint, wir sollten uns selbst mehr lieben, damit auch der Nächste nicht zu kurz kommt.
Bei meinen kenyanischen Freunden ist es sehr „in“, tolle Bilder von sich selbst zu posten und denn „self love“ (Selbstliebe) drunter zu schreiben, als wäre das etwas Erstrebenswertes.
Nein, Gott fordert uns auf, unseren Nächsten mindestens so zu lieben, für ihn zu sorgen, sich um ihn zu kümmern, wie wir das mit uns selbst auch tun. – Den Teil, wo wir darüber sprechen müssen, dass es Menschen gibt, die sich selbst verachten oder wertlos finden, heben wir uns für einen anderen Tag auf… –
Mit der Geschichte über den Barmherzigen Samariter hat Jesus das Ganze etwas konkreter gemacht. Nicht umsonst nennen wir Menschen so, die sich aufopferungsvoll um andere kümmern.

Jetzt zurück zu unserem Vers heute – was ist also neu an dem Gebot?
Die Jünger waren inzwischen drei Jahre mit Jesus unterwegs gewesen. Sie hatten ihn erlebt im Umgang mit Gott und anderen Menschen. Noch kurz vor dieser Aussage hatte er ihnen als ihr Herr die Füße gewaschen. Und nun hebt er das ganze Gebot der Nächstenliebe auf die nächste Stufe: liebt einander, wie ich euch geliebt habe.
Ein besseres Beispiel dafür, wie wir unsere Mitmenschen lieben sollen, könnte es nicht geben. Jesus hat alles gegeben, einschließlich seines Lebens. Für die Jünger, für mich, für uns alle, damit wir „nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben“ (s. Joh. 3, 16).
Er hat sich gekümmert, auch wenn er müde war, er hat Menschen angenommen, so wie sie waren, ist ihnen auf Augenhöhe begegnet. Er hat sich mit Pharisäern und anderen Besserwissern herumgeschlagen, weil auch sie Gott wichtig sind. Er hat Menschen geheilt, von innen und außen.
Das ist Nächstenliebe für Fortgeschrittene und ich wünsche uns, dass Gott uns hilft, diesem Beispiel so gut wie möglich zu folgen.

Cornelia Letting

Jesus, Du hast mir mit Deinem Leben hier auf der Erde gezeigt, wie ich meine Mitmenschen lieben kann. Ganz praktisch, schnörkellos und echt. Vielen Dank für alle, die Deinem Beispiel schon mit voller Kraft folgen und so Deine Liebe auf der Welt verbreiten. Bitte schenke uns Geduld, Durchhaltevermögen und Freude dabei. Amen

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Cornelias Mittwochsbrief, 1. Juli 2026

„Erforscht euch selbst, ob ihr im Glauben steht; prüft euch selbst! Oder erkennt ihr an euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist?“ 2. Korinther 13, 5

Letzte Woche waren wir mit dem A-Team unterwegs. Das hat weder mit Fußball noch mit uralten Serien zu tun, sondern es ist ein Team von Diguna aus Afrika, das hier in Deutschland den Menschen das Evangelium bringen möchte. Als ich den Vers oben gelesen habe, musste ich an die Zeit mit dem Team denken, und wie klar sie zu allen darüber gesprochen haben, dass jeder Mensch Jesus in seinem Herzen braucht.
Und ich muss daran denken, wieviel leichter es mir fällt, mit Menschen in Kenya über den Glauben zu sprechen, als mit meinen Freunden hier. Seltsam, oder? Dabei ist es mir durchaus wichtig, dass sie auch erkennen, wie wichtig Jesus für sie ist.

Ich hab bei den Veranstaltungen letzte Woche die jeweiligen Sprecher übersetzt. Und zwischendurch blieb mir doch manchmal kurz die Luft weg, wenn John z.B. darüber sprach, dass wir oft materielle Dinge wichtiger nehmen als Menschen. Oder wenn Moses über Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit sprach, die er hier in Deutschland oft bemerkt. Niemals würde ich mich trauen, so unverblümt diese Dinge anzusprechen – und doch bekamen wir bei jeder Veranstaltung viele positive Rückmeldungen. Leute – auch die, die in den Gemeinden aktiv sind – sagten, es war gut, mal wieder daran erinnert zu werden, wo unsere Prioritäten liegen sollten.

Paulus ist nicht für seinen diplomatischen, vorsichtigen Rede- und Schreibstil bekannt. Früher fand ich ihn oft rüde und besserwisserisch. Aber man kann ihm sicher nicht vorwerfen, dass er nicht klar und deutlich gemacht hat, worauf es ankommt – auch auf Kosten seiner eigenen Beliebtheit. Ihm war es wichtiger, dass die Menschen Jesus gut fanden, als dass sie ihn hofierten.
Ich weiß nicht, ob ich es schaffe, mir daran ein Beispiel zu nehmen…aber mit Gottes Hilfe könnte es sicher klappen – wenigstens beim Übersetzen von denen, die sich trauen, Klartext zu sprechen.

Cornelia Letting

„Denn ‚jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.‘ Doch wie können sie ihn anrufen, wenn sie nicht an ihn glauben? Und wie können sie an ihn glauben, wenn sie nie von ihm gehört haben? Und wie können sie von ihm hören, wenn niemand ihnen die Botschaft verkündet?“ (Römer 10, 13 – 14; Neues Leben)

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Gottesdienst auf Englisch

On July 5th 7 p.m., we’re offering an Englishlanguage church service with communion in the church „Zum guten Hirten“ in Pfaffenhofen.

In der Kirche Zum guten Hirten gestalten wir am 5. Juli um 19.00 Uhr einen Abendmahlsgottesdienst auf Englisch.

Cornelias Mittwochsbrief, 24. Juni 2026

„Dies ist das Zeugnis Johannes des Täufers: Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“ Johannes 3, 30 – Spruch zum Johannistag

In Zeiten, in denen die Selbstdarstellung mancher Menschen bizarre Formen annimmt, klingen diese Worte von Johannes dem Täufer ziemlich seltsam. Und wenn man sich seine Person ein bisschen näher anschaut, wird es noch seltsamer: Johannes ist ein Cousin von Jesus, ein halbes Jahr älter, der Sohn von Zacharias. Seine Geburt und deren Vorgeschichte werden im Lukasevangelium ausführlich beschrieben (Kap. 1 und 3). Zacharias singt ein ganzes Loblied, in dem es unter anderem heißt: „Und du, mein Kind, wirst Prophet des Allerhöchsten genannt werden, weil du dem Herrn den Weg ebnen wirst. Du wirst seinem Volk verkünden, wie es Rettung finden kann durch die Vergebung seiner Sünden.“ (Johannes 1, 26 – 27, Neues Leben).
Als Erwachsener ist Johannes keineswegs unauffällig und leise. Er lebt in der Wüste, trägt Kleider aus gewebtem Kamelhaar und einen Lederriemen um die Hüften; er ernährt sich von Heuschrecken und wildem Honig. (vgl. Matthäus 3, 4; NL) Irgendwann erhält er eine Botschaft von Gott und von da an ruft er die Menschen zur Umkehr. Auch das tut er nicht mit diplomatischem Geschick oder freundlich und leise. Er sagt den Menschen, die zu ihm kommen: „Ihr Schlangenbrut! Wer hat euch eingeredet, ihr könntet dem bevorstehenden Gerich Gottes entgehen? Beweist durch euren Lebenswandel, dass ihr euch wirklich von euren Sünden abgekehrt und Gott zugewandt habt. (v. 7 – 8, NL)
Johannes war ein wichtiger und bekannter Mensch, er hätte berühmt werden und sich selbst ein Denkmal setzen können. Stattdessen benutzte er seine ganze Bekanntheit, um auf jemanden anderen hinzuweisen – Jesus Christus, Gottes Lamm, den Messias.
Dabei war er so radikal, dass er nichts für sich selbst rausschlug und am Ende eingesperrt und geköpft wurde. Wie leicht hätte er sich als „Vorboten des Messias“ vermarkten können, als „Prophet des Allerhöchsten“, wie schon sein Vater vorausgesagt hatte…
Aber er wollte nichts für sich selbst als die Freude zu sehen, dass Menschen zu Gott umkehren und Jesus nachfolgen (vgl. Johannes 3, 27 – 30).

Wie radikal sind wir, bin ich, in dieser Hinsicht? Weisen wir andere mit allem, was wir haben und sind auf Jesus hin?

Wenn man mit einem Verein wie Diguna unterwegs ist, ist die Gefahr besonders groß, dass Menschen sich eher an die blauen LKWs erinnern als an die Botschaft, die wir gebracht haben. Dass es am Ende heißt: „Diguna hat uns eine Kirche gebaut / Nahrungsmittel gebracht / eine Schule eröffnet“. Dabei sind wir nur die Ausführenden, der Auftrag kommt ganz klar von Gott. Und immer mit der Priorität, dass Menschen sein Evangelium hören und begreifen lernen.

Nehmen wir uns ein Beispiel an Johannes und werden wir noch ein bisschen radikaler, wenn es darum geht „abzunehmen“, damit Jesus „zunehmen“ kann. Es müssen ja nicht gleich Heuschrecken und Kamelhaarkleider sein…

Cornelia Letting

Himmlischer Vater, heute danke ich Dir für alle Menschen, die selbst nie im Vordergrund stehen, aber mit aller Kraft auf Dich und unseren Messias, Jesus Christus, hinweisen. Segne sie und lass ihre Botschaft klingen: „Seht her! Da ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!“ (Joh. 1, 29; NL) Amen.

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Cornelias Mittwochsbrief, 17. Juni 2026

„Wir haben unsre Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt, welcher ist der Heiland aller Menschen, besonders der Gläubigen.“ 1.Timotheus 4,10

Tagaus tagein bekommen wir gesagt, worauf wir unsere Hoffnung setzen sollen: das Ende des Irankriegs, Steuersenkungen, Mietpreisdeckel; Beauty-Produkte für sie und ihn, Tabletten für und gegen alles Mögliche und Versicherungen für jeden Fall …
Auch innerhalb der Kirche Christi sind wir davor nicht gefeit. Wir sollen dieses tun oder jenes lassen, nur so kann man selig werden, die anderen (Denominationen) haben das noch nicht verstanden. Leider werden diese Hoffnungen alle früher oder später enttäuscht werden, sie werden in sich zusammenfallen, weil sie kein Fundament haben.

Paulus warnt seinen jungen Mitarbeiter Timotheus davor, sich in all diesen „Drum-herums“ zu verlieren und bringt ihn zurück zum Kern der Sache: „Wir arbeiten hart und leiden dabei viel, denn unsere Hoffnung ist der lebendige Gott. Er ist der Erlöser aller Menschen, insbesondere der Gläubigen.“ So der ganze Vers nach der Übersetzung Neues Leben.
Der lebendige Gott ist die einzige Hoffnung, die niemals sterben wird, Jesus Christus ist der Erlöser aller Menschen. Wenn wir auf ihn vertrauen, werden wir durch alle harte Arbeit und alles Leiden hindurchkommen und in Ewigkeit mit ihm leben.
Auf diesem Fundament für unseren Glauben können wir fest stehen und dann bei allem anderen entscheiden, ob es wirklich wichtig ist oder nicht.

Warum schreibt Paulus wohl „besonders der Gläubigen“? Geht es dabei um ein Ausschlussverfahren, um „uns“ und „die anderen“?
Ich glaube nicht. Jesus ist der Heiland aller Menschen, das steht hier und an vielen anderen Stellen in der Bibel ziemlich deutlich. Und wir müssen – oder können – nichts dafür tun, um uns das zu verdienen oder zu erarbeiten. Es ist ein Geschenk, aber ein Geschenk erfüllt nur dann seinen Zweck, wenn man es annimmt. Als Gläubige haben wir dieses Gottesgeschenk angenommen und können uns an der Hoffnung freuen, die damit einher geht.

Arbeiten wir darauf hin, dass noch viele andere Menschen es annehmen und sich mit uns freuen können, denn Gott möchte, „dass jeder gerettet wird und die Wahrheit erkennt“ (Kap. 2, 4, NL).

Cornelia Letting

„Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat.“ (Johannes 3, 16; NL)) Amen.

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Cornelias Mittwochsbrief, 10. Juni 2026

„Jesus sprach zu ihnen: Wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“ Johannes 6,35

„Jesus erwiderte: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nie wieder hungern. Wer an mich glaubt, wird nie wieder Durst haben.“ So lautet der ganze Vers 35 (Neues Leben).
Wasser und Brot – nicht gerade das, was wir uns unter einem erfüllten Leben vorstellen. Wasser und Brot ist für Leute, denen sämtliche Privilegien entzogen werden, die bestraft werden sollen, oder für die, die sich gar nichts anderes leisten können.

Unsere Zentrale in Haiger liegt direkt neben dem Aldi. Ich kann also Wasser aufsetzen und dann noch eben die Nudeln holen. Da gibt es dann 15 verschiedene Sorten, außerdem allerlei Soßen dazu, Käse in Hülle und Fülle und Salat oder Gemüse, ein bisschen gesund solls ja auch sein.

In Kenya fahre ich für den gleichen Einkauf 80 km, knapp zwei Stunden eine Richtung. Aber auch in Kisumu finde ich dann Supermärkte mit überwältigendem Angebot, muss mich entscheiden zwischen all den Marken und Sorten.

Jesus sagt nicht, „Ich bin die Springforelle mit Mandelkernsoße,“ oder „Ich bin das Vollkornrisotto“; er sagt auch nicht, „Ich bin der Chateauneuf“, oder „Ich bin der beste Multivitaminsaft“.
Jesus sagt: „Ich bin das Brot der Welt“, und „Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, der wird niemals mehr Durst haben.“ (Kap. 4,14; NL)
Brot und Wasser, die grundlegendsten aller Nahrungsmittel, etwas, das man nicht mal Gefangenen oder Feinden verwehrt. Jesus will also für uns nicht das „Sahnehäubchen“ sein, nicht der Nachtisch nach einem eh schon üppigen Essen. Er ist das Grundlegendste, das, was wir zum Leben brauchen. Und das gilt sowohl für unser leibliches als auch für unser geistliches Wohl.
Wer mich kennt weiß jetzt, dass ich sehr gerne lecker esse… Und ich denke nicht, dass wir nicht genießen dürfen, was uns geschenkt wird. Aber vielleicht ist es gut, sich nicht zu sehr darauf zu konzentrieren, nicht zu viel Zeit und Energie darauf zu verwenden, dass das Essen absolut perfekt wird, sondern sich zu freuen an dem, was wir haben.
Ebenso in unserem geistlichen Leben: vielleicht ist es gut, nicht zu viel Zeit und Energie darauf zu verwenden, dass unsere Gottesdienste noch besonderer werden, wir noch ausgeklügeltere Formen der Verkündigung finden, noch perfekteren Lobpreis bieten. Lassen wir uns Gottes Wort ganz unverziert auf der Zunge zergehen, loben und preisen wir ihn direkt aus unseren Herzen heraus.
Vielleicht brauch ich nicht die perfekten Umstände, um Zeit mit Jesus zu verbringen, vielleicht geht das auch mal beim Geschirr spülen oder Rasen mähen, solange ich es mit ihm zusammen tue.

Ich wünsche uns, dass wir uns auf das Wesentliche besinnen, Brot und Wasser, für Leib und Seele, das, was Jesus uns gibt: „Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf ihn traut!“ (Psalm 34,8)

Cornelia Letting

Himmlischer Vater, es macht Spaß, Dinge besonders und schön zu gestalten. Vom Essen bis zur Wohnzimmerdeko, von unserer persönlichen Zeit mit Dir bis zu unseren Gottesdiensten. Leider verlieren wir uns manchmal sehr in den Details. Wir nehmen die Äußerlichkeiten zu wichtig und vergessen, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren – die Gemeinschaft mit Dir. Bitte hilf uns, die Balance zu finden. Schönheit zu genießen, die Du uns geschenkt hast, und dabei immer das „Brot und Wasser“ des Lebens herauszuschmecken – Jesus Christus, Deinen Sohn, unsern Herrn. Amen.

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

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