Cornelias Mittwochsbrief, 15. Juli 2026

„Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ Johannes 3,16

Darum dreht sich alles in der Bibel – vom ersten Buch Mose bis zur Offenbarung. Das ist die zentrale Aussage, die vorher schon in vielen verschiedenen Facetten angeleuchtet wird und nachher bestätigt und vollendet. Für mich zeigt es immer wieder, dass Gott nicht von einem Ereignis zum nächsten entscheidet, was er tun will. Er hatte und hat einen Plan mit dieser Welt und mit uns allen.

Schauen wir uns „die Welt“ ein bisschen genauer an. In so manchem Seminar, in vielen Andachten bekommt man gesagt, man könnte bei „die Welt“ seinen eigenen Namen einsetzen. Das macht das Ganze etwas persönlicher, jede und jeder darf sich angesprochen fühlen, Gott ist ein Gott der persönlichen Begegnung. Das ist oft hilfreich und gut.

Heute will ich den Blick aber einmal von „mir“ von „uns“ weglenken, auf „die anderen“. Im Zeitalter des Individualismus und des „ich zuerst“ ist das vielleicht eine gute Übung. Wen könnten, wen sollten wir in diesen „Platzhalter“ ab und zu ganz bewusst einsetzen? Wen liebt Gott so sehr, dass Jesus für ihn gestorben ist? Meinen nervigen Nachbarn, den ungerechten Chef, die lästige Kollegin? Die Jugendlichen, die heute so gar keine Manieren mehr haben und immer unverschämter werden? Die Ausländer, die sich partout nicht in unsere Kultur einfügen wollen und dauernd irgendwas kaputt machen? Die Iraner, Russen, Chinesen und sonstige Völker, inklusive ihrer größenwahnsinnigen Herrscher?

In Kenya müssen die Pokots an dieser Stelle die Samburus und Turkanas einsetzen, die Kalenjins die Luohs, die Kikuyus die Kalenjins – lauter Volksgruppen, die sich untereinander schwertun.
Wen muss ich dort einsetzen, um daran zu denken, dass wirklich alle Menschen von Gott unendlich geliebt sind, vor allem auch die, die mir auf den Keks gehen?
Üben wir uns ein wenig im „Lückentext“ füllen, das wird uns helfen, unsere Mitmenschen aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.

Cornelia Letting

„Es ist niemand zu groß, es ist niemand zu klein, es ist niemand zu arm oder reich. Es ist niemand zu einfach und niemand zu fein; seine Liebe gilt für alle gleich. Gott öffnet jedem die Tür, jeden, der ihn fragt. Er nimmt die Schuld und gibt Liebe dafür, denn er hat es uns gesagt.“ (M. Siebald) Amen.

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

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Tauffest an der „Grüne Lunge“ bei Vöhringen: 19 Kinder und Jugendliche lassen sich im Badesee taufen

Der Uferbereich des Badesees war von vielen Verwandten gesäumt. Foto: Thomas Kempf

Das Wort „Taufe“ hat seinen Ursprung im Begriff „Tauchen“ – und genau das wurde am Samstag, 4. Juli, am Badesee „Grüne Lunge“ an der Iller bei Vöhringen auf eindrucksvolle Weise sichtbar. Nicht Säuglinge, aber manche Kinder und Jugendliche stiegen selbst in den See und wurden im Namen des dreieinigen Gottes dreimal untergetaucht.

Bereits zum dritten Mal richteten die vier evangelischen Kirchengemeinden Illertissen, Senden, Vöhringen und Weißenhorn, die gemeinsam die Region „Iller-Roth“ bilden, das Tauffest am Badesee aus. Fünf Geistliche nahmen die Taufen der insgesamt 19 Kinder vor: Pfarrerin Anna Städtler-Klemisch und Diakonin Lara Bodrowski aus Illertissen, Pfarrerin Kathrin Bohe aus Senden, Pfarrer Jochen Teuffel aus Vöhringen sowie Pfarrer Jonathan Robker aus Weißenhorn.

Über 250 Menschen, meist Angehörige der Täuflinge, kamen an den See. Auf mitgebrachten Decken oder aufgestellten Bänken nahmen sie bei bestem Sommerwetter am Gottesdienst teil. Unter den Bäumen fanden viele ein schattiges Plätzchen und genossen die besondere Atmosphäre am Wasser.

In ihrer Taufpredigt stellte Pfarrerin Anna Städtler-Klemisch das Jesuswort in den Mittelpunkt: „Wer sich das Reich Gottes nicht wie ein Kind schenken lässt, wird nie hineinkommen.“ Anschaulich bezog sie diese Aussage auf die Täuflinge und machte deutlich, dass Vertrauen und Offenheit wesentliche Merkmale des Glaubens sind.

Auch für ein praktisches Problem hatte sie eine originelle Lösung gefunden: Da Taufkerzen im Freien kaum dauerhaft brennen, erhielt jede Tauffamilie eine individuell gestaltete Streichholzschachtel. Darauf war der jeweilige biblische Taufspruch der Täuflinge aufgedruckt – eine bleibende Erinnerung an den besonderen Tag.

Begleitet von Gitarre und Geige stimmten Jung und Alt in fröhliche Bewegungslieder ein: „Gottes Liebe ist so wunderbar“ sowie „Vom Anfang bis zum Ende hält Gott seine Hände über mir und über dir.“ So wurde das Tauffest zu einem eindrucksvollen Gottesdienst, bei dem alle Generationen – von den Großeltern bis zu den Kleinsten – mit Herz, Seele und Stimme beteiligt waren.

Cornelias Mittwochsbrief, 8. Juli 2026

„Jesus spricht: Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt.“ Johannes 13, 34

Wie jetzt – ein neues Gebot? Das Gebot der Nächstenliebe ist doch nicht neu, das gibt’s doch schon. Jesus selbst hat darüber mit einem der Gesetzeslehrer gesprochen, der nach dem höchsten Gebot gefragt hatte: „Der Mann antwortete: >Du sollst den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit deiner ganzen Kraft und all deinen Gedanken lieben. Und: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.< >Richtig!< bestätigte Jesus. >Tu das, und du wirst leben!<“ (Lukas 10, 27 – 28; Neues Leben) Anschließend musste Jesus die Geschichte vom Barmherzigen Samariter erzählen, damit klar wurde, wer der „Nächste“ eigentlich ist (V. 30 ff.).

Anscheinend tun wir Menschen uns doch ein bisschen schwer mit der Liebe. Es hat schon im Alten Testament nicht gereicht, dass Gott geboten hat, wir sollen ihn lieben und unseren Nächsten. Er musste dazu klar machen, was er darunter verstand: „von ganzem Herzen, von ganzer Seele…“, also mit allem, was wir haben und sind. Und „deinen Nächsten wie dich selbst“.
Damit war ein Anhaltspunkt gegeben, eine Art Richtwert. Jeder Mensch liebt nunmal sich selbst mehr als alles andere, zumindest seit wir jenseits von Eden leben. Gott hat also nicht gemeint, wir sollten uns selbst mehr lieben, damit auch der Nächste nicht zu kurz kommt.
Bei meinen kenyanischen Freunden ist es sehr „in“, tolle Bilder von sich selbst zu posten und denn „self love“ (Selbstliebe) drunter zu schreiben, als wäre das etwas Erstrebenswertes.
Nein, Gott fordert uns auf, unseren Nächsten mindestens so zu lieben, für ihn zu sorgen, sich um ihn zu kümmern, wie wir das mit uns selbst auch tun. – Den Teil, wo wir darüber sprechen müssen, dass es Menschen gibt, die sich selbst verachten oder wertlos finden, heben wir uns für einen anderen Tag auf… –
Mit der Geschichte über den Barmherzigen Samariter hat Jesus das Ganze etwas konkreter gemacht. Nicht umsonst nennen wir Menschen so, die sich aufopferungsvoll um andere kümmern.

Jetzt zurück zu unserem Vers heute – was ist also neu an dem Gebot?
Die Jünger waren inzwischen drei Jahre mit Jesus unterwegs gewesen. Sie hatten ihn erlebt im Umgang mit Gott und anderen Menschen. Noch kurz vor dieser Aussage hatte er ihnen als ihr Herr die Füße gewaschen. Und nun hebt er das ganze Gebot der Nächstenliebe auf die nächste Stufe: liebt einander, wie ich euch geliebt habe.
Ein besseres Beispiel dafür, wie wir unsere Mitmenschen lieben sollen, könnte es nicht geben. Jesus hat alles gegeben, einschließlich seines Lebens. Für die Jünger, für mich, für uns alle, damit wir „nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben“ (s. Joh. 3, 16).
Er hat sich gekümmert, auch wenn er müde war, er hat Menschen angenommen, so wie sie waren, ist ihnen auf Augenhöhe begegnet. Er hat sich mit Pharisäern und anderen Besserwissern herumgeschlagen, weil auch sie Gott wichtig sind. Er hat Menschen geheilt, von innen und außen.
Das ist Nächstenliebe für Fortgeschrittene und ich wünsche uns, dass Gott uns hilft, diesem Beispiel so gut wie möglich zu folgen.

Cornelia Letting

Jesus, Du hast mir mit Deinem Leben hier auf der Erde gezeigt, wie ich meine Mitmenschen lieben kann. Ganz praktisch, schnörkellos und echt. Vielen Dank für alle, die Deinem Beispiel schon mit voller Kraft folgen und so Deine Liebe auf der Welt verbreiten. Bitte schenke uns Geduld, Durchhaltevermögen und Freude dabei. Amen

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Cornelias Mittwochsbrief, 1. Juli 2026

„Erforscht euch selbst, ob ihr im Glauben steht; prüft euch selbst! Oder erkennt ihr an euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist?“ 2. Korinther 13, 5

Letzte Woche waren wir mit dem A-Team unterwegs. Das hat weder mit Fußball noch mit uralten Serien zu tun, sondern es ist ein Team von Diguna aus Afrika, das hier in Deutschland den Menschen das Evangelium bringen möchte. Als ich den Vers oben gelesen habe, musste ich an die Zeit mit dem Team denken, und wie klar sie zu allen darüber gesprochen haben, dass jeder Mensch Jesus in seinem Herzen braucht.
Und ich muss daran denken, wieviel leichter es mir fällt, mit Menschen in Kenya über den Glauben zu sprechen, als mit meinen Freunden hier. Seltsam, oder? Dabei ist es mir durchaus wichtig, dass sie auch erkennen, wie wichtig Jesus für sie ist.

Ich hab bei den Veranstaltungen letzte Woche die jeweiligen Sprecher übersetzt. Und zwischendurch blieb mir doch manchmal kurz die Luft weg, wenn John z.B. darüber sprach, dass wir oft materielle Dinge wichtiger nehmen als Menschen. Oder wenn Moses über Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit sprach, die er hier in Deutschland oft bemerkt. Niemals würde ich mich trauen, so unverblümt diese Dinge anzusprechen – und doch bekamen wir bei jeder Veranstaltung viele positive Rückmeldungen. Leute – auch die, die in den Gemeinden aktiv sind – sagten, es war gut, mal wieder daran erinnert zu werden, wo unsere Prioritäten liegen sollten.

Paulus ist nicht für seinen diplomatischen, vorsichtigen Rede- und Schreibstil bekannt. Früher fand ich ihn oft rüde und besserwisserisch. Aber man kann ihm sicher nicht vorwerfen, dass er nicht klar und deutlich gemacht hat, worauf es ankommt – auch auf Kosten seiner eigenen Beliebtheit. Ihm war es wichtiger, dass die Menschen Jesus gut fanden, als dass sie ihn hofierten.
Ich weiß nicht, ob ich es schaffe, mir daran ein Beispiel zu nehmen…aber mit Gottes Hilfe könnte es sicher klappen – wenigstens beim Übersetzen von denen, die sich trauen, Klartext zu sprechen.

Cornelia Letting

„Denn ‚jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.‘ Doch wie können sie ihn anrufen, wenn sie nicht an ihn glauben? Und wie können sie an ihn glauben, wenn sie nie von ihm gehört haben? Und wie können sie von ihm hören, wenn niemand ihnen die Botschaft verkündet?“ (Römer 10, 13 – 14; Neues Leben)

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Gottesdienst auf Englisch

On July 5th 7 p.m., we’re offering an Englishlanguage church service with communion in the church „Zum guten Hirten“ in Pfaffenhofen.

In der Kirche Zum guten Hirten gestalten wir am 5. Juli um 19.00 Uhr einen Abendmahlsgottesdienst auf Englisch.

Cornelias Mittwochsbrief, 24. Juni 2026

„Dies ist das Zeugnis Johannes des Täufers: Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“ Johannes 3, 30 – Spruch zum Johannistag

In Zeiten, in denen die Selbstdarstellung mancher Menschen bizarre Formen annimmt, klingen diese Worte von Johannes dem Täufer ziemlich seltsam. Und wenn man sich seine Person ein bisschen näher anschaut, wird es noch seltsamer: Johannes ist ein Cousin von Jesus, ein halbes Jahr älter, der Sohn von Zacharias. Seine Geburt und deren Vorgeschichte werden im Lukasevangelium ausführlich beschrieben (Kap. 1 und 3). Zacharias singt ein ganzes Loblied, in dem es unter anderem heißt: „Und du, mein Kind, wirst Prophet des Allerhöchsten genannt werden, weil du dem Herrn den Weg ebnen wirst. Du wirst seinem Volk verkünden, wie es Rettung finden kann durch die Vergebung seiner Sünden.“ (Johannes 1, 26 – 27, Neues Leben).
Als Erwachsener ist Johannes keineswegs unauffällig und leise. Er lebt in der Wüste, trägt Kleider aus gewebtem Kamelhaar und einen Lederriemen um die Hüften; er ernährt sich von Heuschrecken und wildem Honig. (vgl. Matthäus 3, 4; NL) Irgendwann erhält er eine Botschaft von Gott und von da an ruft er die Menschen zur Umkehr. Auch das tut er nicht mit diplomatischem Geschick oder freundlich und leise. Er sagt den Menschen, die zu ihm kommen: „Ihr Schlangenbrut! Wer hat euch eingeredet, ihr könntet dem bevorstehenden Gerich Gottes entgehen? Beweist durch euren Lebenswandel, dass ihr euch wirklich von euren Sünden abgekehrt und Gott zugewandt habt. (v. 7 – 8, NL)
Johannes war ein wichtiger und bekannter Mensch, er hätte berühmt werden und sich selbst ein Denkmal setzen können. Stattdessen benutzte er seine ganze Bekanntheit, um auf jemanden anderen hinzuweisen – Jesus Christus, Gottes Lamm, den Messias.
Dabei war er so radikal, dass er nichts für sich selbst rausschlug und am Ende eingesperrt und geköpft wurde. Wie leicht hätte er sich als „Vorboten des Messias“ vermarkten können, als „Prophet des Allerhöchsten“, wie schon sein Vater vorausgesagt hatte…
Aber er wollte nichts für sich selbst als die Freude zu sehen, dass Menschen zu Gott umkehren und Jesus nachfolgen (vgl. Johannes 3, 27 – 30).

Wie radikal sind wir, bin ich, in dieser Hinsicht? Weisen wir andere mit allem, was wir haben und sind auf Jesus hin?

Wenn man mit einem Verein wie Diguna unterwegs ist, ist die Gefahr besonders groß, dass Menschen sich eher an die blauen LKWs erinnern als an die Botschaft, die wir gebracht haben. Dass es am Ende heißt: „Diguna hat uns eine Kirche gebaut / Nahrungsmittel gebracht / eine Schule eröffnet“. Dabei sind wir nur die Ausführenden, der Auftrag kommt ganz klar von Gott. Und immer mit der Priorität, dass Menschen sein Evangelium hören und begreifen lernen.

Nehmen wir uns ein Beispiel an Johannes und werden wir noch ein bisschen radikaler, wenn es darum geht „abzunehmen“, damit Jesus „zunehmen“ kann. Es müssen ja nicht gleich Heuschrecken und Kamelhaarkleider sein…

Cornelia Letting

Himmlischer Vater, heute danke ich Dir für alle Menschen, die selbst nie im Vordergrund stehen, aber mit aller Kraft auf Dich und unseren Messias, Jesus Christus, hinweisen. Segne sie und lass ihre Botschaft klingen: „Seht her! Da ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!“ (Joh. 1, 29; NL) Amen.

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Cornelias Mittwochsbrief, 17. Juni 2026

„Wir haben unsre Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt, welcher ist der Heiland aller Menschen, besonders der Gläubigen.“ 1.Timotheus 4,10

Tagaus tagein bekommen wir gesagt, worauf wir unsere Hoffnung setzen sollen: das Ende des Irankriegs, Steuersenkungen, Mietpreisdeckel; Beauty-Produkte für sie und ihn, Tabletten für und gegen alles Mögliche und Versicherungen für jeden Fall …
Auch innerhalb der Kirche Christi sind wir davor nicht gefeit. Wir sollen dieses tun oder jenes lassen, nur so kann man selig werden, die anderen (Denominationen) haben das noch nicht verstanden. Leider werden diese Hoffnungen alle früher oder später enttäuscht werden, sie werden in sich zusammenfallen, weil sie kein Fundament haben.

Paulus warnt seinen jungen Mitarbeiter Timotheus davor, sich in all diesen „Drum-herums“ zu verlieren und bringt ihn zurück zum Kern der Sache: „Wir arbeiten hart und leiden dabei viel, denn unsere Hoffnung ist der lebendige Gott. Er ist der Erlöser aller Menschen, insbesondere der Gläubigen.“ So der ganze Vers nach der Übersetzung Neues Leben.
Der lebendige Gott ist die einzige Hoffnung, die niemals sterben wird, Jesus Christus ist der Erlöser aller Menschen. Wenn wir auf ihn vertrauen, werden wir durch alle harte Arbeit und alles Leiden hindurchkommen und in Ewigkeit mit ihm leben.
Auf diesem Fundament für unseren Glauben können wir fest stehen und dann bei allem anderen entscheiden, ob es wirklich wichtig ist oder nicht.

Warum schreibt Paulus wohl „besonders der Gläubigen“? Geht es dabei um ein Ausschlussverfahren, um „uns“ und „die anderen“?
Ich glaube nicht. Jesus ist der Heiland aller Menschen, das steht hier und an vielen anderen Stellen in der Bibel ziemlich deutlich. Und wir müssen – oder können – nichts dafür tun, um uns das zu verdienen oder zu erarbeiten. Es ist ein Geschenk, aber ein Geschenk erfüllt nur dann seinen Zweck, wenn man es annimmt. Als Gläubige haben wir dieses Gottesgeschenk angenommen und können uns an der Hoffnung freuen, die damit einher geht.

Arbeiten wir darauf hin, dass noch viele andere Menschen es annehmen und sich mit uns freuen können, denn Gott möchte, „dass jeder gerettet wird und die Wahrheit erkennt“ (Kap. 2, 4, NL).

Cornelia Letting

„Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat.“ (Johannes 3, 16; NL)) Amen.

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Cornelias Mittwochsbrief, 10. Juni 2026

„Jesus sprach zu ihnen: Wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“ Johannes 6,35

„Jesus erwiderte: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nie wieder hungern. Wer an mich glaubt, wird nie wieder Durst haben.“ So lautet der ganze Vers 35 (Neues Leben).
Wasser und Brot – nicht gerade das, was wir uns unter einem erfüllten Leben vorstellen. Wasser und Brot ist für Leute, denen sämtliche Privilegien entzogen werden, die bestraft werden sollen, oder für die, die sich gar nichts anderes leisten können.

Unsere Zentrale in Haiger liegt direkt neben dem Aldi. Ich kann also Wasser aufsetzen und dann noch eben die Nudeln holen. Da gibt es dann 15 verschiedene Sorten, außerdem allerlei Soßen dazu, Käse in Hülle und Fülle und Salat oder Gemüse, ein bisschen gesund solls ja auch sein.

In Kenya fahre ich für den gleichen Einkauf 80 km, knapp zwei Stunden eine Richtung. Aber auch in Kisumu finde ich dann Supermärkte mit überwältigendem Angebot, muss mich entscheiden zwischen all den Marken und Sorten.

Jesus sagt nicht, „Ich bin die Springforelle mit Mandelkernsoße,“ oder „Ich bin das Vollkornrisotto“; er sagt auch nicht, „Ich bin der Chateauneuf“, oder „Ich bin der beste Multivitaminsaft“.
Jesus sagt: „Ich bin das Brot der Welt“, und „Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, der wird niemals mehr Durst haben.“ (Kap. 4,14; NL)
Brot und Wasser, die grundlegendsten aller Nahrungsmittel, etwas, das man nicht mal Gefangenen oder Feinden verwehrt. Jesus will also für uns nicht das „Sahnehäubchen“ sein, nicht der Nachtisch nach einem eh schon üppigen Essen. Er ist das Grundlegendste, das, was wir zum Leben brauchen. Und das gilt sowohl für unser leibliches als auch für unser geistliches Wohl.
Wer mich kennt weiß jetzt, dass ich sehr gerne lecker esse… Und ich denke nicht, dass wir nicht genießen dürfen, was uns geschenkt wird. Aber vielleicht ist es gut, sich nicht zu sehr darauf zu konzentrieren, nicht zu viel Zeit und Energie darauf zu verwenden, dass das Essen absolut perfekt wird, sondern sich zu freuen an dem, was wir haben.
Ebenso in unserem geistlichen Leben: vielleicht ist es gut, nicht zu viel Zeit und Energie darauf zu verwenden, dass unsere Gottesdienste noch besonderer werden, wir noch ausgeklügeltere Formen der Verkündigung finden, noch perfekteren Lobpreis bieten. Lassen wir uns Gottes Wort ganz unverziert auf der Zunge zergehen, loben und preisen wir ihn direkt aus unseren Herzen heraus.
Vielleicht brauch ich nicht die perfekten Umstände, um Zeit mit Jesus zu verbringen, vielleicht geht das auch mal beim Geschirr spülen oder Rasen mähen, solange ich es mit ihm zusammen tue.

Ich wünsche uns, dass wir uns auf das Wesentliche besinnen, Brot und Wasser, für Leib und Seele, das, was Jesus uns gibt: „Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf ihn traut!“ (Psalm 34,8)

Cornelia Letting

Himmlischer Vater, es macht Spaß, Dinge besonders und schön zu gestalten. Vom Essen bis zur Wohnzimmerdeko, von unserer persönlichen Zeit mit Dir bis zu unseren Gottesdiensten. Leider verlieren wir uns manchmal sehr in den Details. Wir nehmen die Äußerlichkeiten zu wichtig und vergessen, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren – die Gemeinschaft mit Dir. Bitte hilf uns, die Balance zu finden. Schönheit zu genießen, die Du uns geschenkt hast, und dabei immer das „Brot und Wasser“ des Lebens herauszuschmecken – Jesus Christus, Deinen Sohn, unsern Herrn. Amen.

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

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„Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt“ – Pfarrerin Marie Freys Predigt zu Jeremia 17,5-8 beim Waldgottesdienst an Fronleichnam

Predigt zu Jeremia 17,5-8 beim Waldgottesdienst an Fronleichnam

Von Pfarrerin Marie Frey

Gnade sei mit euch und Frieden von dem, der da war, der ist und der da kommt. Amen

Es tut gut im Wald zu sein. Blätterrauschen. Das Licht, das durch die Äste fällt. Da gibt es ganz junge Sprösslinge um uns herum, Bäume, voller Saft und Kraft, mittelalte Bäume in den 50-ern, es gibt alte Bäume, kranke Bäume. Ein jeder Baum hat seine Geschichte. Sie schlagen Wurzeln, wachsen, tragen Früchte.

Unter Bäumen halten wir uns gerne auf. Im Sommer ist es angenehm kühl, bei Regen schützt uns das Blätterdach. Manch einer von Ihnen hat vielleicht auch einen Obstbaum bei sich im Garten, bald schon können wir die ersten Kirschen, Zwetschgen, Birnen und Äpfel ernten. Doch, damit so ein Baum Frucht bringen kann, braucht er starke Wurzeln und eine Wasserquelle, die ihn ernährt. Und für uns Menschen gilt das ebenso. Davon erzählt unser heutiger Predigttext aus dem Jeremiabuch, Kapitel 17:

5 So spricht der HERR: Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verlässt und hält Fleisch für seinen Arm und weicht mit seinem Herzen vom HERRN.
6 Der ist wie ein Strauch in der Wüste und wird nicht sehen das Gute, das kommt, sondern er wird bleiben in der Dürre der Wüste, im unfruchtbaren Lande, wo niemand wohnt.
7 Gesegnet ist der Mann, der sich auf den HERRN verlässt und dessen Zuversicht der HERR ist.
8 Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt. Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte.

Zwei Menschen werden hier gegenübergestellt. Der eine verflucht, der andere gesegnet. Der eine führt ein Wüstenleben, der andere ein Leben, das ohne Ende Frucht bringt. Das klingt ganz schön drastisch.

Und doch glaube ich, dass da eine tiefe Weisheit drinsteckt in dieser Gegenüberstellung. Da ist ein Mensch, der sich auf Menschen verlässt statt auf Gott. Was das heißt wird gleich danach erklärt. Er hält Fleisch für seinen Arm. Er zieht seine Kraft für all sein Schaffen, sein Tun aus „Fleisch“. Aus Vergänglichem. Man könnte vielleicht sagen, das ist einer, der sich vor allem auf sich selbst verlässt, auf das, was er sehen kann. Bloß sich keine Luftschlösser erträumen. Lieber ein solides Leben leben.

Was beobachtet Jeremia, Gottes Botschafter, wenn er auf das Leben eines solchen Menschen blickt? Aus Jeremias Perspektive ist dieser Mensch wie ein Strauch in der Wüste. In Dürre und Einsamkeit. Mehr Dornen als Blätter.

Ein Mensch, der sich auf Menschen, auf sich selbst statt auf Gott verlässt, der ist wie ein vertrockneter Strauch in der Wüste. Verloren, mit Wurzeln, die keinen Halt und kein Wasser finden. Mit Wurzeln, die in trockenem Boden nach Leben suchen. Ein Mensch, der vertrocknet ohne Lebenselixier. Ohne Sinn.

Aber stimmt das wirklich? Ist jeder Mensch ohne Glauben ein vertrockneter Strauch? So einfach scheint es mir nicht zu sein. Und gerade, wenn ich in mein Umfeld schaue, kann ich das selbst so nicht bestätigen. Ich habe viele Freundinnen und Freunde, Familienmitglieder, denen nichts fehlt, ohne Gott. Sie führen ein gutes Leben. Verlassen sich auf irdische Güter: Freundschaft, Familie, Hausbau. Das erfüllt sie. Meinem Glauben begegnen sie nicht unbedingt mit Argwohn, vielmehr eher neutral oder mit keinem besonderen Interesse.

Vielleicht hilft uns ein Blick darauf, wer hier spricht. Es ist Gott selbst, der hier redet, im Munde von Jeremia. Er redet hier davon, wie es sein kann, ein Leben mit ihm. Er lenkt unseren Blick auf das, was wir gewinnen, wenn wir es wagen, mit ihm in Beziehung zu treten. Welche Tiefe unser Leben bekommen kann, wenn wir unsere Wurzeln hin zur göttlichen Quelle ausstrecken.

Es ist ein Angebot von Gott selbst. Ein verlockendes noch dazu. Er malt es uns bildreich aus:

Die Wasserquelle Gottes versiegt nicht. Sie bleibt auch bei Dürre bestehen. Sie bleibt, auch wenn es uns mal schwer fällt, sie zu finden. Wenn die Gesundheit da ist, die Arbeit gelingt, die Beziehungen tragen, dann scheint vieles selbstverständlich. Doch wenn eine Krise kommt, wenn ein Mensch, den wir lieben, schwer krank wird, wenn Sorgen uns den Schlaf rauben oder wenn Zukunftsängste uns bedrängen, dann stellt sich die Frage neu: Was trägt mich? Woher bekomme ich neue Energie.

Gottes Quelle tränkt uns, schenkt Kraft zum Leben, wenn wir sie gerade selbst nicht habe und stillt die Sehnsucht. Sie lässt uns aufrecht stehen, hilft uns, uns aufzurichten und Rückgrat zu zeigen. Wie ein Baum, der sich der Sonne entgegenstreckt.

Mit Gottes Kraft können wir heilen, wenn wir Kratzer und Wunden zugefügt bekommen. Oft passiert das nicht mit lautem Getöse, sondern eher leise. Ein Bibelwort, das Kraft gibt. Ein Lied, das Trost schenkt. Ein Gebet, für das eigentlich keine Worte mehr sind. Ein Mensch, durch den Gott uns zeigt: „Du bist nicht allein.“

Denn wenn wir uns hier umschauen, sehen wir nicht einen einzelnen Baum, sondern einen ganzen Wald. Große und kleine Bäume, junge und alte. Jeder steht für sich. Und doch bilden sie gemeinsam etwas Größeres. Erst zusammen entsteht ein Wald. Zusammen können sie Schatten spenden, für ein gutes Klima sorgen. In China und auch an anderen Orten der Welt, werden sogar Bäume gepflanzt, um die Wüste zurückzudrängen. Der Boden wird durch die Bäume wieder fruchtbarer und befeuchtet und ein neuer Lebensraum entsteht.

Wir sind können auch wir immer wieder  zusammenstehen, uns erinnern an unsere göttliche Quelle. Zusammen haben wir vielleicht den Mut anderen Menschen, die auf der Suche sind nach neuen Wurzeln, erzählen, aus welcher Quelle wir Kraft schöpfen. Gottes Kraftquelle sorgt dafür, dass wir Frucht bringen und damit anderen eine Freude machen, Gutes tun.

Vielleicht ist diese Frucht nach einem Streit den ersten Schritt zu machen. Vielleicht Trost, den wir weitergeben können, weil wir selbst getröstet wurden. Vielleicht ist es der Glaube daran, dass Gott diese Welt nicht allein lässt in all ihren Krisen.

Denn wie schön ist es doch, sich nicht selbst mit all dem versorgen zu müssen. Gesegnet ist der Mensch, der sich auf den HERRN verlässt und dessen Zuversicht der HERR ist.

Auch unser Leben wird nicht vor der Dürre bewahrt. Auch der Baum am Wasser kennt heiße Sommer. Auch wir erleben Krankheit, Enttäuschung, Verlust und Zweifel. Der Unterschied liegt darin, dass wir in der Dürre nicht allein bleiben.

Mit Gott an der Seite geht der Blick weg von der Dürre, weg von Krisen und Wüstenzeiten, hin auf Gott selbst.

Wenn wir nachher auseinandergehen, bleiben die Bäume hier stehen. Sie werden weiter ihre Wurzeln ausstrecken. Sie werden Sonne und Regen erleben. Manche Jahre werden leicht sein, andere trocken. Und doch leben sie aus der Quelle, die sie nährt. So auch wir. Aus der Quelle, die nie versiegt. Der Quelle, die trägt. Amen.

Cornelias Mittwochsbrief, 27. Mai 2026

„Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht und verkündet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf, Armen wird das Evangelium gepredigt.“ Lukas 7, 22

Aufheben oder wegwerfen, bewahren oder abschaffen – für beides gibt es starke Verfechter quer durch Gesellschaftsschichten, Familien und interkulturelle Teams wie Diguna. Unsere Kenyaner heben gern alles Mögliche auf, man könnte es ja nochmal verwenden – vielleicht. Dann kommen junge deutsche Kurzzeitler und meinen als erstes, man müsste mal gründlich entrümpeln und ausräumen…
Auch mit den beiden Testamenten der Bibel geht es so: manche meinen, wir hätten jetzt ein neues Testament und bräuchten das alte nicht mehr. Andere vertiefen sich lieber in den alten Geschichten und Weisheiten und übersehen, dass Gott durch Jesus einen neuen Bund mit uns geschlossen hat.

Johannes der Täufer ist im Gefängnis und (ver-)zweifelt. Er weiß nicht mehr, was richtig ist und lässt bei Jesus nachfragen, ob er denn wirklich der lang ersehnte Messias sei (V. 19). Und Jesus? Er fängt nicht an, sich zu rechtfertigen oder zu beweisen, er fühlt sich nicht beleidigt ob solcher Zweifel an seiner Person. Er sagt den Jüngern von Johannes nur, was schon im Alten Testament über ihn geschrieben steht, und was sich gerade jetzt vor ihren Augen erfüllt (V. 21). Im Buch des Propheten Jesaja gibt es mehrere Stellen, an denen genau diese Dinge vorausgesagt werden (vgl. z.B. Jesaja, Kapitel 35 oder 42). Johannes hat die Stellen auf jeden Fall gekannt – er hat nur die Verbindung nicht hergestellt.
Auch den Jüngern von Jesus geht es später noch so. Sie hätten vieles von dem, was passieren musste, schon wissen können aus den Alten Schriften, erkannten das aber erst im Nachhinein. Wie oft passiert mir das? Ich kenne doch Gottes Wort, zumindest etwas, und doch denke ich oft nicht an seine Versprechen – oder seine Warnungen.

Jon Courson hat gesagt, für jedes Prinzip, das uns im Neuen Testament gelehrt wird, gibt es eine passende Geschichte im Alten Testament. Also muss es vielleicht gar nicht „entweder – oder“ sein. Ich finde es faszinierend, wie oft tatsächlich eine Verbindung zwischen dem Alten und dem Neuen Testament hergestellt werden kann. Nicht unbedingt von mir, aber von Leuten, die sich damit auseinandersetzen. Greifen wir hinein in diesen Schatz, den Alten und den Neuen – schöpfen wir aus der Fülle – dafür hat Gott ihn uns gegeben.

Cornelia Letting

„Dass Dein Wort in meinem Herzen starke Wurzeln schlägt und Dein Geist in meinem Leben gute Früchte trägt, Deine Kraft durch mich die Welt zu Deinem Ziel bewegt – Herr, Du kannst dies Wunder tun.“ (Theo Lehmann) Amen.

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