
Mittwochsbrief 09.09.2026
„Christus hat uns freigekauft vom Fluch des Gesetzes, indem er für uns zum Fluch geworden ist – es steht nämlich geschrieben: Verflucht ist jeder, der am Holz hängt.“ Galater 3, 13
Der Fluch des Gesetzes; Christus ist für uns zum Fluch geworden; die verachtenswerteste Todesstrafe, nämlich an einem Stück Holz aufgehängt zu werden – das ist nicht das, worüber wir gerne reden, zumindest nicht in so drastischen Worten.
Ja wir sprechen darüber, dass Jesus für uns gestorben ist, dass er damit unsere Schuld bezahlt hat und wir frei sind, mit Gott Gemeinschaft zu haben. Das klingt wundervoll, ist es auch, und wir haben allen Grund, das positiv zu sehen und uns daran zu freuen.
Aber vielleicht ist es ab und zu auch notwendig, sich das ganze schreckliche Geschehen ein bisschen deutlicher vor Augen zu führen, damit wir die Ungeheuerlichkeit dessen erkennen, was Jesus für uns getan hat. Paulus nimmt da kein Blatt vor den Mund, er spricht es aus, wie es nunmal war. Auch heute gibt es noch Gelehrte, die versuchen, die Details des Verhörs, der Folterung und schließlich der Kreuzigung nachzuvollziehen.
Wenn ich auch nicht denke, dass wir uns zu sehr hineinsteigern sollten in die Grausamkeiten und die Ungerechtigkeit des ganzen Vorgangs, glaube ich doch, dass es helfen kann, das Opfer, das Jesus für mich und uns alle gebracht hat, besser zu würdigen.
Ein Fluch ist nichts, was man mal eben so abschüttelt, keine Unannehmlichkeit, die man sich wegdenken kann. Flüche zerstören Leben, bringen das Böse zur Geltung und gehen nie gut aus. So ein Todesfluch würde über uns allen hängen, wenn – ja, wenn nicht Jesus diesen Fluch komplett auf sich genommen hätte. Sein Leben wurde auf grausame Weise zerstört, damit unser Leben erhalten bleibt.
Und wenn mir bei diesem Gedanken ein Schauer den Rücken runterläuft, wenn ich entsetzt und erschüttert bin – dann kann ich aufatmen, einen Stoßseufzer loslassen und mich freuen daran, dass mir vergeben ist und ich ewiges Leben habe, weil Jesus für mich gestorben und auferstanden ist.
Cornelia Letting
Jesus Christus, mein Herr und Heiland, niemals werde ich bis in die Tiefe verstehen, was Du für mich auf Dich genommen hast. All der Schrecken und das Grauen, das mir erspart bleibt, weil Du es durchlebt hast und daran gestorben bist.
Ich kann Dir nur DANKE sagen, mit meinen Worten und meinem Leben. Und ich kann dafür sorgen, dass auch die Menschen um mich herum dieses große Geschenk erkennen, dass Du ihnen machst – mit meinen Worten und meinem Leben. Amen.
Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.









