Cornelias Mittwochsbrief, 6. Mai 2026

„Christus hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen vor den gebracht, der ihn aus dem Tod erretten konnte; und er ist erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt.“ Hebräer 5, 7

Ich kann mir das nur schwer vorstellen, dass Jesus mit lautem Schreien und unter Tränen zu seinem Vater gefleht hat – bis zu dem Moment im Garten kurz vor seinem Tod.
Ob er wohl vorher schon solche Zeiten hatte, wo er verzweifelt und weinend mit Gott gerungen hat? Bei all den Geschichten, die er „in den Tagen seines irdischen Lebens“ erlebt hat, wäre das nur allzu verständlich, oder?
Wir erfahren nicht sehr viel darüber, was oder wie Jesus mit seinem Vater gesprochen hat, wenn er alleine war. Aber wenn ich so drüber nachdenke, war es vermutlich nicht immer nur wohl formuliert und ausgeglichen.
Jesus war ein Mensch wie „du und ich“, mit allen Emotionen, Schwierigkeiten, Höhen und Tiefen, die wir auch mitmachen im Lauf unseres Lebens. Er hatte Kämpfe auszutragen, mit sich selbst und anderen. Das alles konnte er aushalten, weil er in sehr enger Verbindung zu Gott stand und ihn „in Ehren hielt“.

Und das ist vielleicht der Knackpunkt an dem Ganzen: es kommt nicht so sehr darauf an, wie wohl formuliert meine Gebete sind, oder zu welchem Zeitpunkt ich sie spreche. – In Kenya sind viele Christen zum Beispiel davon überzeugt, dass es wichtig ist, mitten in der Nacht aufzustehen und zu beten. –
Es ist auch nicht wichtig, ob ich laut oder leise bete, in welcher Sprache oder an welchem Ort. Wichtig ist die Verbindung zu Gott und der Gehorsam, der daraus entsteht.
Ich finde es tröstlich zu wissen, dass unser himmlischer Vater ein „dahergestammeltes“ Gebet ohne Form und Rahmen, wenn es „echt“ ist, genau so hört, wie ein gut überlegtes und durchdachtes.

Cornelia Letting

Jesus, Gottes Sohn und Menschensohn, danke dass Du es auf Dich genommen hast, hier auf die Erde zu kommen und uns zu zeigen, wie wir in enger Verbindung mit Gott dem Vater leben können. Amen

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

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Cornelias Mittwochsbrief, 29. April 2026

„Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.“ Sprüche 31, 8

„Neglected and destitute” – vernachlässigt und hilflos – sind die Kinder, die wir in unserem Regenbogen Kinderheim in Tinderet aufnehmen. Bevor sie zu uns kommen, besuchen wir sie in ihrem „Zuhause“. Dann wird oft klar, dass irgendjemand seinen Mund auftun muss, wenn diese Kinder eine Chance haben sollen.
Sind sie dann erst einmal bei uns, sind sie schnell gar nicht mehr stumm und verlassen – wie man am Lärm auf dem Spielplatz merkt. Oder daran, dass sie mit der Schule landesweit an Musik- und Sportwettbewerben teilnehmen.

Seinen Mund auftun, kreativ werden, um Menschen zu helfen, die einsam, krank, verlassen oder gefährdet sind – dafür muss man nicht nach Afrika gehen.
So viele gute Beispiele gibt es hier in Deutschland, große Organisationen, aber auch ganz persönliche Geschichten aus der Nachbarschaftshilfe, der Kirchengemeinde, und anderen Gruppen, die sich zusammenfinden, damit Not gelindert wird und Menschen eine Chance bekommen.

Darauf liegt Gottes Segen, wie Jesus selbst gesagt hat: „Kommt, ihr seid von meinem Vater gesegnet, ihr sollt das Reich Gottes erben, das seit der Erschaffung der Welt auf euch wartet. Denn ich war hungrig, und ihr gabt mir zu essen gegeben…“ (Matthäus 25, 34 – 36; Neues Leben).
Manchmal ist diese Arbeit mühsam, kostet Kraft, Nerven und Geld, und man sieht keine nennenswerten Fortschritte. Manchmal passt die Art und Weise, wie wir helfen wollen und können, nicht mit den Bedürfnissen derer zusammen, die diese Hilfe bekommen sollen.
Aber manchmal hat man auch ein Erfolgserlebnis, jemand bedankt sich, man sieht eine Entwicklung, jemand hat gelernt, sich wieder selbst im Leben zurechtzufinden. Tun wir unseren Dienst im engen Kontakt mit unserm himmlischen Vater. Er weiß, was jeder Mensch braucht, er kann uns zeigen, wie wir zielgenau helfen. Konzentrieren wir uns auf die kleinen Fortschritte. Sehen wir die Menschen an, mit denen wir es zu tun haben und lernen wir sie richtig kennen. Dann wird der Segen nicht lange auf sich warten: „Was ihr für einen der Geringsten meiner Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan!“, sagt Jesus.

Cornelia Letting

Jesus, manchmal fällt es mir schwer, Dich in den Menschen zu sehen, die meine Hilfe brauchen. Ich sehe mehr die Unannehmlichkeiten, den Aufwand, und die Zeit, die mir „verloren“ geht. Verzeih mir bitte und lehre mich, den Blick auf das Wesentliche zu konzentrieren: meinem Bruder, meiner Schwester zu helfen, weil wir alle Gottes Kinder sind. Amen

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

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Cornelias Mittwochsbrief, 22. April 2026

„Du erkennst ja in deinem Herzen, dass der HERR, dein Gott, dich erzogen hat, wie ein Mann seinen Sohn erzieht.“ 5. Mose 8,5

Tun wir das? Erkennen wir, dass Gott uns erzieht auf den Wegen, die er uns führt? Die noch bessere Frage: wollen wir das überhaupt? Wollen wir uns unter Gottes Führung stellen und uns von ihm sagen lassen, wo’s langgeht? Sind wir nicht selber groß? Können wir mit dem, was unser Verstand uns sagt, nicht ganz gut zurechtkommen?

Das Volk Israel stand am Ende seiner Wüstenwanderung. 40 Jahre von Gott „im Kreis“ geführt, 40 Jahre durchaus nicht nur Höhen, sondern auch viele Tiefen – Hunger, Durst, feindlich gesinnte Menschen, eigene Aufsässigkeit, es war alles dabei. Und warum das Ganze? „Dadurch wollte er euch demütigen und auf die Probe stellen, um euren wahren Charakter ans Licht zu bringen und um zu sehen, ob ihr seine Gebote befolgen würdet oder nicht.“ (V. 2, Neues Leben)
Während der Wanderung war den Israeliten sicher nicht immer klar, was da ablief. Sie stolperten von einer Krise in die nächste, die Höhepunkte zwischendurch schnell vergessen, wenn’s wieder brenzlig wurde. Sicher, sie hatten Gott sichtbar bei sich, durch die Wolken- und Feuersäule zeigte er ihnen deutlich seine Gegenwart und ihren Weg. Aber ich bezweifle, dass sie „in ihren Herzen“ erkannten, wozu das alles gut sein sollte.

Wie ist das mit uns heute, mit mir? Bin ich bereit, auf mein Herz zu hören, das mir sagt, Gott arbeitet an meinem Charakter, wenn sich die Schwierigkeiten vor mir auftürmen? Tät’s mir nicht manchmal ein bisschen weniger Charakter, wenn es dadurch weniger Probleme gäbe?

Zum Glück hört Gott nicht darauf, wenn ich so dummes Zeug denke. Und wenn sich mein Verstand dann wieder einschaltet, erkenne ich in meinem Herzen, dass jede Krise mich stärker macht, jede Angstsituation zu mehr Vertrauen führt, jede schöne Begebenheit mich ein bisschen mehr von Gottes Größe und Schönheit sehen lässt.
Und von seiner Liebe für mich, die sich nicht von meinen Befindlichkeiten abhalten lässt, mir Gutes zu tun und mich durch’s Leben zu führen.

Cornelia Letting

Himmlischer Vater, heute danke ich Dir für die Geschichten mit Deinem Volk, die Du mir in der Bibel zum Nachlesen gegeben hast. Wie oft erkenne ich mich selbst darin, stelle fest, dass ich genauso denke und handle, wenn ich Probleme und Sorgen habe. Das bedeutet aber auch, dass ich genauso mit Deiner Liebe, Deiner Geduld und Deiner Vergebung rechnen darf – danke! Amen.

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Kommen Tiere in den Himmel? Ein Rückblick auf das Glaubensgespräch im Vöhringer Blue Lagoon am 19. April

Das war ein gelungener Auftakt zu der Glaubensgesprächsreihe „Gott und die Welt“ im Vöhringer Blue Lagoon in der Memminger Straße – Full House mit über 70 interessierten Zuhörern und Mitrednern. Dank an Roland Binder und Pater Georg Wiedemann CPPS für die Initiative, bei der auch Kaplan Peter Schneider und ich als theologische Diskutanten zu Wort kamen. Schön, dass Thomas Kempf den Nachmittag fotographisch begleitet hat. Als nächster Termin ist der Samstag, 4. Juli, um 17 Uhr im Blue Lagoon vorgesehen zum Thema „Kann unser Glaube zum Sieg führen“. Im Anschluss ist dort Public Viewing angesagt, das Viertelfinalspiel bei der Fußball-WM um 19 Uhr, in dem sich Deutschland gegen Frankreich wiederfinden könnte.

Hier eine inhaltliche Zusammenfassung des Glaubensgesprächs, das ich mit KI-Hilfe erstellt habe:

Kommen Tiere in den Himmel

Die Frage, ob Tiere in den Himmel kommen, berührt nicht nur unsere Emotionen, sondern führt mitten hinein in grundlegende theologische Überlegungen: Was meinen wir überhaupt, wenn wir vom „Himmel“ sprechen? Allzu leicht wird dieser als Projektionsfläche eigener Wünsche verstanden – ein Ort, an dem wir uns ausmalen, was uns glücklich machen würde. Die christliche Tradition zeichnet jedoch ein anderes Bild: Der Himmel ist kein bloßes Fantasiegebilde, sondern die allumfassende Gegenwart Gottes. Dort wird das Leben in einer Weise von göttlicher Liebe erfüllt, dass es an nichts fehlt – ein ewiges Leben, das gerade nicht in Langeweile erstarrt, sondern in vollkommener Beziehung besteht.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage neu: Ist diese göttliche Gemeinschaft auch für Tiere vorgesehen? In der klassischen christlichen Lehre wurde dies oft verneint oder zumindest skeptisch betrachtet. Ein zentrales Argument lautet, dass Tiere keine „Vernunftseele“ besitzen und daher nicht in derselben Weise wie der Mensch auf ein ewiges Leben hingeordnet seien. Doch diese Sicht ist nicht unumstritten. So hat etwa Kaplan Peter Schneider dafür plädiert, die theologische Perspektive zu erweitern. In einer christlichen Tierethik lässt sich durchaus eine individuelle Beziehungsfähigkeit von Tieren zu ihrem Schöpfer erkennen. Tiere sind nicht bloß biologische Wesen, sondern Geschöpfe, die auf ihre Weise am Lob Gottes teilhaben.

Ein Blick in die biblische Überlieferung unterstützt diese Öffnung. Die prophetischen Visionen vom messianischen Frieden – etwa in Jesaja 11,6–8 oder 65,25 – entwerfen ein Bild der erneuerten Schöpfung, in der auch die Tierwelt verwandelt ist: Wolf und Lamm leben friedlich zusammen, und selbst gefährliche Tiere verlieren ihre Bedrohlichkeit. Diese Texte sprechen nicht ausdrücklich von einem „Himmel“ für Tiere, wohl aber von einer umfassenden Versöhnung der gesamten Schöpfung, in die Tiere ausdrücklich einbezogen sind.

Auch aus einer existenziellen Perspektive lässt sich weiterdenken. C. S. Lewis hat darauf hingewiesen, dass die Gemeinschaft zwischen Mensch und Haustier mehr ist als bloße Zweckbeziehung. Für viele Menschen gehören ihre Tiere zu ihrem Leben in einer Weise, die ihre Identität mitprägt. Wenn nun das ewige Leben die Vollendung dieser personalen Existenz bedeutet, könnte eine Gottesgemeinschaft ohne diese vertrauten Geschöpfe als unvollständig erscheinen. In diesem Sinne könnte die Liebe des Menschen zu seinem Tier dieses gleichsam „mitnehmen“ in die Gegenwart Gottes.

Theologisch gewinnt diese Hoffnung an Tiefe, wenn man sie im Licht des christlichen Heilsverständnisses betrachtet. Der Epheserbrief spricht davon, dass Gottes Heilsplan darauf zielt, „alles in Christus zusammenzuführen“ – das, was im Himmel und auf Erden ist. Christus ist der, durch den und auf den hin alles geschaffen ist und der die Schöpfung neu in Beziehung zu Gott setzt. Der Prolog des Johannesevangeliums beschreibt ihn als das Wort, das in die Welt gekommen ist, um das Seine zu erneuern. Ziel dieser Bewegung ist, dass Gott „alles in allem“ sei (1 Korinther 15,28). Diese universale Perspektive schließt zumindest die Möglichkeit ein, dass nicht nur der Mensch, sondern die ganze Schöpfung – und damit auch die Tiere – in die Vollendung einbezogen wird.

Wenn wir konkret an unsere eigenen Haustiere denken, die wir beim Namen kennen und zu denen wir eine persönliche Beziehung haben, wird die Frage besonders drängend. Sind auch deren Namen im „Buch des Lebens“ (Psalm 69,29; vgl. Lukas 10,20; Offenbarung 13,8) aufgeschrieben? Hier verweist die Theologie – wie etwa Pater Georg betont – letztlich auf den Glauben an das Heilswerk Christi. Nicht unsere Gefühle allein entscheiden, sondern das Vertrauen darauf, dass Gottes Erlösung umfassender ist, als wir es uns vorstellen können.

In überraschend anschaulicher Weise hat bereits Martin Luther diese Hoffnung ausgedrückt. Auf die Frage, ob es im ewigen Reich auch Tiere geben werde, antwortete er bejahend: Die erneuerte Schöpfung werde nicht leer sein, sondern von neuen, verwandelten Geschöpfen erfüllt. In poetischer Sprache beschreibt er sogar, wie Tiere ihre Gefährlichkeit verlieren und in friedlicher Gemeinschaft mit den Menschen leben. Diese Vorstellung greift die biblische Verheißung auf: eine neue Erde, auf der die ursprüngliche Harmonie der Schöpfung wiederhergestellt ist.

So bleibt die Frage nach den Tieren im Himmel offen – aber nicht unbegründet. Zwischen theologischer Zurückhaltung und hoffnungsvoller Weite spannt sich ein Raum, in dem sich sagen lässt: Wenn Gottes Liebe wirklich alles durchdringt und zur Vollendung führt, dann ist es zumindest denkbar, dass auch die Tiere ihren Platz in dieser erneuerten Gemeinschaft haben.

Jochen Teuffel

„Kraft Gottes“–Bibelgespräche zum Römerbrief beginnen am Mittwoch, 22. April

In der Bibel ist der Römerbrief des Apostels Paulus ein besonders anspruchsvoller Text. Er hat Martin Luther die Botschaft von der Rechtfertigung allein aus Glauben an Jesus Christus entdecken lassen. Unter Anleitung von Pfarrer Jochen Teuffel wird an vier Abenden dessen Bedeutung für uns Christen heute erschlossen.
Die Bibelgespräche finden jeweils mittwochs von 19.30 bis 21.00 Uhr im Gemeindehaus in Vöhringen statt. Eine Teilnahme an einzelnen Abenden ist möglich:

22. April – Kapitel 1-3
20. Mai – Kapitel 4-7
10. Juni – Kapitel 8-11
15. Juli – Kapitel 12-16.

Cornelias Mittwochsbrief, 15. April 2026

„Vor dem HERRN her kam ein großer und gewaltiger Sturmwind, der Berge zerriss und Felsen zerbrach, in dem Sturmwind aber war der HERR nicht. Und nach dem Sturmwind kam ein Erdbeben, in dem Erdbeben aber war der HERR nicht. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer, in dem Feuer aber war der HERR nicht. Nach dem Feuer aber kam das Flüstern eines sanften Windhauchs.“ 1. Könige 19, 11-12

Elia kann nicht mehr. Vor Kurzem hat der Prophet noch für Gott gekämpft, bei einem Feueropfer eindrucksvoll Gottes Macht demonstriert und sich mutig gegen König Ahab und seine Frau gestellt, die ihm nach dem Leben trachteten (s. Kap. 18). Aber jetzt hat er Angst, ist leer und ausgebrannt und will nur noch weg. Also geht er in die Wüste, legt sich hin und will einfach nur sterben.
Und Gott, für den er so schwer gearbeitet und sein Leben aufs Spiel gesetzt hat? Er lässt ihm erstmal ein bisschen Ruhe und versorgt ihn mit Nahrung und Wasser. Ein bisschen später findet dann diese Begegnung statt, deren Einleitung die heutige Losung beschreibt.
Gott begegnet Elia direkt am Eingang einer Höhle. Aber er ist nicht im gewaltigen Schauspiel von Sturm, Erdbeben und Feuer, sondern im leisen Windhauch (V. 13 ff).

Vielleicht hätte Elia sich gewünscht, dass Gott eher in Sturm oder Feuer kommt. Vielleicht wollte er gerade einen starken Gott, der Macht demonstriert, ihm seine Angst nimmt und ihm wieder Kraft gibt. Aber Gott entscheidet sich, mit einem leisen Windhauch zu kommen, sanft aber klar und deutlich – Elia erkennt das dann auch sofort (V. 13).

Wie sieht es mit mir, mit uns aus? Wünsche ich mir auch einen starken, Macht demonstrierenden, Feuer und Sturm bringenden Gott? Weil ich an allen Fronten kämpfe, mich abmühe, Angst habe und einen starken Unterstützer brauche?
In Kenya ist diese Vorstellung von Gott sehr verbreitet. Gott soll stark und mächtig auftreten, damit klar wird, dass er stärker ist als Geister und Ahnen, stärker als Korruption und Naturkatastrophen, mächtiger als machtbesessene Politiker und andere Entscheidungsträger.

Vielleicht wünsche ich mir aber auch einen sanften Gott, der mich tröstet und mir sagt, dass alles gut wird? Der meine Verzweiflung oder meine Trauer sieht und mich mit seiner Liebe einhüllt?

Wie dem auch sei, vergessen wir nicht, dass Gott alles in allem ist. Er ist stark und mächtig, selbst in einem Windhauch. Und er ist sanft und liebevoll, selbst wenn er ab und zu seine Macht demonstriert, damit wir nicht zu klein von ihm denken – und ihm dann nicht mehr zutrauen, uns zu helfen und zu retten.
Ich wünsche uns allen, dass wir offen bleiben und ihn erkennen, wo und wie er uns auch begegnet.

Cornelia Letting

Himmlischer Vater, wie oft schaue ich in eine bestimmte „Richtung“, wenn ich mir eine Begegnung mit Dir wünsche. Wie oft erwarte ich eine bestimmte Art von Antwort, eine ganz spezielle Reaktion von Dir. Und wie oft überraschst Du mich sozusagen von der Seite, übertriffst alle meine Erwartungen und bringst mich zum Staunen. Danke, dass mein Austausch mit Dir nie berechenbar wird, damit ich nicht in Gefahr gerate zu denken, ich hätte Dich durchschaut. Danke, dass Du mich geduldig aber beständig durchs Leben führst, mich zum Staunen bringst und mir immer wieder Deine Liebe zeigst. Amen.

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Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 8. April 2026

„Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.“ Matthäus 25, 34.35

Kümmert euch – sagt Jesus seinen Jüngern in diesem Abschnitt (V. 31–46). Kümmert euch um die Fremden, die Armen, die Gefangenen, die Wohnungslosen – kümmert euch um alle, die sich nicht um sich selbst kümmern können. Wenn ihr euch um andere kümmert und nicht nur um euch selbst, werdet ihr das Himmelreich erben, wie es von Anfang an vorgesehen war. Wenn ihr euch aber nur um euch selbst dreht, nur euren eigenen Vorteil im Sinn habt, dann werdet ihr an einem Ort landen, wo es kalt, dunkel und einsam ist.

Ich glaube ja, beides gilt nicht erst zum Ende der Zeit, wenn das letzte Gericht kommt.
Wenn ich mich um jemand anderen kümmere, der in Not ist und Hilfe braucht; und wenn ich das tue, weil ich Jesus nahe sein und seinem Willen folgen will; dann kann ich schon jetzt manchmal ein bisschen von dem Segen spüren, der damit zusammenhängt. Und ich kann bei allen Schwierigkeiten, die das oft mit sich bringt, ein Stück von Gottes Himmel sehen, strahlend und wunderschön.
Und andersherum: Menschen, die sich um niemand scheren, als um ihre eigenen Angelegenheiten; denen alle anderen egal sind, oder gar ihrer Aufmerksamkeit unwürdig; diese Menschen geraten leicht in einen Sog aus Stolz und Überheblichkeit, der sie unweigerlich nach unten zieht, hinein in dunkle Einsamkeit.

„Kümmert euch umeinander“ – das ist nicht so sehr eine moderne Lebensdevise, gell…
Schließlich hat man genug damit zu tun, sich selbst über Wasser zu halten, bei steigenden Lebenshaltungskosten, explodierenden Spritpreisen, Herausforderungen bei der Arbeit und mit der Familie zu Hause.
Nehmen wir Jesus doch probehalber mal beim Wort: schauen wir uns um nach Menschen, die Hilfe brauchen – Zeit, Aufmerksamkeit, ein freundliches Wort oder Hilfe mit der Bürokratie – und finden wir heraus, ob das mit dem Segen und dem Himmelreich wirklich funktioniert. Ich bin gespannt…

Cornelia Letting

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Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 1. April 2026

„Alle Zungen sollen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.“ Philipper 2, 11

Klingt das bedrohlich, nach Zwang? Alle Zungen – also jeder Mensch – sollen (in anderen Versionen steht ‚werden‘) bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist. Das hört sich nicht nach fröhlichem Jubel an, eher so wie in autoritären Staaten, wenn die Herrscher Glanzparaden abhalten.

Aber vergessen wir nicht, wer Jesus Christus ist. Er ist der einzige Sohn des allerhöchsten Gottes, der all seine Herrlichkeit hinter sich gelassen hat, um als Mensch auf die Erde zu kommen. Er hat unter uns gelebt und uns Gott den Vater gezeigt. Er ist am Kreuz einen grausigen Tod gestorben, damit wir nicht verloren gehen. Dann ist er auferstanden, damit wir mit ihm und dem Vater ewige Gemeinschaft haben können. (Vgl. V. 6 – 9)
Jesus hat nicht mit Gewalt die Macht an sich gerissen, im Gegenteil. Er hat sich geopfert, hat sein Leben für uns gegeben, voller Liebe für jeden einzelnen Menschen.

Ich denke, der Vers oben ist mehr eine Feststellung als eine Forderung. Wenn am Ende der Zeit deutlich wird, wie alles zusammenhängt und was Jesus tatsächlich getan hat, dann wird kein Mensch mehr sagen können, er oder sie glaubt nicht, dass das wahr ist. Glaubt nicht, dass Jesus Gottes Sohn ist, gestorben, auferstanden und lebendig, der Erste und der Letzte, Alpha und Omega.
Wäre es nicht schön, wenn so viele Leute wie möglich das jetzt schon erkennen könnten? Wenn sie nicht erst am Ende die Wahrheit sehen, sondern jetzt schon überzeugt und zu Gottes Ehre sagen könnten: Jesus Christus ist der Herr?
Zu diesem Zweck sind wir hier in Tinderet, sind Menschen überall in der Welt – auch in Deutschland – unterwegs als Botschafter der Besten Nachricht aller Zeiten.

Cornelia Letting

Herr Jesus Christus, heute danke ich Dir sehr für alle, die in Deinem Auftrag unterwegs sind, um anderen von Dir zu erzählen und ihnen zu zeigen, wer Du bist. Bitte hilf uns allen dabei, für die Menschen um uns herum zum Segen zu werden. Amen

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Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 25. März 2026

„HERR, steh auf, dass nicht Menschen die Oberhand gewinnen.“ Psalm 9, 20

Haben wir manchmal das Gefühl, dafür sei es schon zu spät? Dass Gott aufsteht, damit nicht Menschen die Oberhand gewinnen?
Wenn man sich so umschaut in der Welt, kämpfen überall Menschen um Macht und Einfluss: Iran, Israel, USA, Sudan, Kongo, China, Russland…und ich könnte noch weitermachen.
Hier in Kenya sind nächstes Jahr Präsidentschaftswahlen – und schon jetzt beschimpfen sich die politischen Gegner unter aller Kanone und versprechen das Blaue vom Himmel herunter, damit sie nächstes Jahr gewählt werden. Von Gott ist dabei selten die Rede, höchstens, um ihn zum eigenen Zweck zu instrumentalisieren. Gewalt und Ausschreitungen werden früher oder später dazu kommen, und sie werden mit aller Macht von der jetzigen Regierung niedergeschlagen werden.
Auch persönlich fühlen wir uns manchmal anderen Menschen und ihren Machtspielen ausgeliefert. Mobbing, Ausgrenzung, Demütigung, Gleichgültigkeit, Aggression, psychische und physische Gewalt…auch hier könnte ich endlos fortfahren.

Aber sind wir dem wirklich hoffnungslos ausgeliefert? Zieht uns die Spirale dieser Entwicklungen immer weiter runter, bis am Ende nichts übrigbleibt?
Täuschen wir uns nicht, Gott schläft nicht: „Der HERR … herrscht in Ewigkeit, von seinem Thron aus hält er Gericht. Er wird die Welt gerecht richten und in Gerechtigkeit über die Völker herrschen. Die Unterdrückten finden beim HERRN Zuflucht. In schweren Zeiten beschützt er sie. Die deinen Namen kennen, vertrauen auf dich, denn du, HERR, verlässt keinen, der dich sucht.“ (V 8 – 11, Neues Leben; kursiv von mir)

Machen wir’s wie David, von dem dieser Psalm stammt. Hängen wir uns an Gott und lassen wir uns von ihm durch die schweren Zeiten helfen. Konzentrieren wir uns darauf, Gott zu loben für das, was er schon getan hat. Das hilft uns, darauf zu vertrauen, dass er uns auch weiterhin nicht im Stich lassen wird: „HERR, ich will dir von ganzem Herzen danken und von deinen Wundern erzählen. Ich will mich über dich freuen und deinen Namen loben, du Höchster.“ (V. 2 – 3, NL)

Cornelia Letting

Himmlischer Vater, allmächtiger, gerechter, liebevoller und gnädiger Gott, >ich vertraue auf Deine Gnade. Ich freue mich, dass Du mich retten wirst. Ich will Dir ein Loblied singen, weil Du so gut zu mir warst. < (vgl. Psalm 13) Amen.

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