
„Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ Johannes 3,16
Darum dreht sich alles in der Bibel – vom ersten Buch Mose bis zur Offenbarung. Das ist die zentrale Aussage, die vorher schon in vielen verschiedenen Facetten angeleuchtet wird und nachher bestätigt und vollendet. Für mich zeigt es immer wieder, dass Gott nicht von einem Ereignis zum nächsten entscheidet, was er tun will. Er hatte und hat einen Plan mit dieser Welt und mit uns allen.
Schauen wir uns „die Welt“ ein bisschen genauer an. In so manchem Seminar, in vielen Andachten bekommt man gesagt, man könnte bei „die Welt“ seinen eigenen Namen einsetzen. Das macht das Ganze etwas persönlicher, jede und jeder darf sich angesprochen fühlen, Gott ist ein Gott der persönlichen Begegnung. Das ist oft hilfreich und gut.
Heute will ich den Blick aber einmal von „mir“ von „uns“ weglenken, auf „die anderen“. Im Zeitalter des Individualismus und des „ich zuerst“ ist das vielleicht eine gute Übung. Wen könnten, wen sollten wir in diesen „Platzhalter“ ab und zu ganz bewusst einsetzen? Wen liebt Gott so sehr, dass Jesus für ihn gestorben ist? Meinen nervigen Nachbarn, den ungerechten Chef, die lästige Kollegin? Die Jugendlichen, die heute so gar keine Manieren mehr haben und immer unverschämter werden? Die Ausländer, die sich partout nicht in unsere Kultur einfügen wollen und dauernd irgendwas kaputt machen? Die Iraner, Russen, Chinesen und sonstige Völker, inklusive ihrer größenwahnsinnigen Herrscher?
In Kenya müssen die Pokots an dieser Stelle die Samburus und Turkanas einsetzen, die Kalenjins die Luohs, die Kikuyus die Kalenjins – lauter Volksgruppen, die sich untereinander schwertun.
Wen muss ich dort einsetzen, um daran zu denken, dass wirklich alle Menschen von Gott unendlich geliebt sind, vor allem auch die, die mir auf den Keks gehen?
Üben wir uns ein wenig im „Lückentext“ füllen, das wird uns helfen, unsere Mitmenschen aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.
Cornelia Letting
„Es ist niemand zu groß, es ist niemand zu klein, es ist niemand zu arm oder reich. Es ist niemand zu einfach und niemand zu fein; seine Liebe gilt für alle gleich. Gott öffnet jedem die Tür, jeden, der ihn fragt. Er nimmt die Schuld und gibt Liebe dafür, denn er hat es uns gesagt.“ (M. Siebald) Amen.
Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.
