Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 11. Februar 2026

Mittwoch, 11. Februar 2026

„Ist nicht Ephraim mein teurer Sohn und mein liebes Kind? Denn sooft ich ihm auch drohe, muss ich doch seiner gedenken; darum bricht mir mein Herz, dass ich mich seiner erbarmen muss, spricht der HERR.“ Jeremia 31, 20

Der kleine Ephraim und sein Vater – eine unendliche Geschichte von Liebe, Gnade, Barmherzigkeit auf der einen, und Besserwisserei, Sturheit, Ungehorsam, Gejammer und Geheule auf der anderen Seite.
Der Vater in seiner überschwänglichen Liebe hatte sich einen Sohn adoptiert, hatte ihn geliebt und versorgt, aus Gefahrenzonen herausgeholt und ihm alles gegeben, was er brauchte, einschließlich eines guten Landes, in dem Milch und Honig fließen. Er hatte ihn vor Feinden gerettet und ihm Frieden geschenkt.
Der Sohn, Ephraim genannt, fand das anfangs auch sehr toll, fühlte sich geehrt und umsorgt. Aber bald schon stieg ihm seine „Besonderheit“ zu Kopf, er meinte, auch ganz gut selbst zu wissen, was er brauchte und was gut für ihn war. So entfernte er sich von seinem Vater, missachtete die Regeln, die doch für sein eigenes Wohlergehen aufgestellt waren und suchte sein eigenes Glück.
Das ging schon beim ersten Mal schief und alle Male danach. Plötzlich hatte der kleine Ephraim überall Feinde, die ihn bedrängten, die Ernten misslangen, es gab Katastrophen, Streit und Unterdrückung. Da besann sich der Sohn auf seinen Vater und jammerte ihm die Ohren voll, wie schlecht es ihm doch ging und wie der Vater ihn nur so vernachlässigen konnte…!
Und der Vater? Konnte vor lauter Liebe nicht anders, als den Sohn zum x-ten Mal aus seiner Notlage zu retten, ihn neu einzukleiden, ihm zu essen zu geben und ihn seiner Treue zu versichern. Das ging eine Weile gut, aber dann fing der ganze Schlamassel von vorne an…

Eine tragische Geschichte, finden wir? Ein dummer Sohn, der die Liebe seines Vaters so mit Füßen tritt?
Sicherlich, doch bevor wir dazu allzu eifrig nicken, fragen wir uns kurz selbst: Sind wir nicht alle ein bisschen Ephraim?

Cornelia Letting

Lieber Himmlischer Vater, auch mich hast Du in Deiner überschwänglichen Liebe adoptiert und als Dein Kind angenommen, vielen herzlichen Dank dafür!
Verzeih mir bitte, dass ich, wie Ephraim oder Israel, immer wieder meine, ich wüsste selbst besser, was gut für mich ist. Ich will Deine Gebote ernst nehmen, so wie ich auf Deine Liebe und Treue vertraue. Danke, dass Du in Jesus den Kreislauf von Ungehorsam und Schuld unterbrochen hast, damit ich für immer in Deiner Nähe sein kann. Amen.

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

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