Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 14. Januar 2026

Mittwoch, 14. Januar 2026

„Der Engel des Herrn tat in der Nacht die Türen des Gefängnisses auf und führte die Apostel heraus und sprach: Geht hin und tretet im Tempel auf und redet zum Volk alle Worte dieses Lebens.“ Apostelgeschichte 5, 19 – 20

Was war passiert? Nach Pfingsten treten die Jünger öffentlich im Tempel auf und verbreiten das Wort Gottes, wie sie es von Jesus gelernt haben. Inzwischen werden sie Apostel, also Gesandte oder Botschafter, genannt, und sie erfüllen ihren Auftrag mit voller Begeisterung und ganzem Einsatz. Menschen werden geheilt und „…immer mehr Menschen fanden zum Glauben an den Herrn – Männer wie Frauen.“ (Kap. 5, 14, Neues Leben)
Das erregt Neid und Eifersucht, wie so oft, wenn jemand „Erfolg“ und viele Anhänger hat. Der Hohe Rat, die Kirchenoberen, fühlen sich vernachlässigt und sperren die Apostel ins Gefängnis – und das nicht zum ersten Mal (s. Kap. 4, 3). Aber noch in der gleichen Nacht führt sie der Engel des Herrn aus der geschlossenen Zelle heraus und – schickt sie direkt wieder in den Tempel! „Daraufhin gingen die Apostel bei Tagesanbruch in den Tempel und begannen zu lehren.“ (V. 21, NL)  

Wie finden wir das? Absolut dumm oder unglaublich mutig? Total dreist oder einfach nur gehorsam gegenüber ihrem Herrn?
Und die wichtigere Frage: was hätte ich wohl an ihrer Stelle getan? Mich erstmal zurückgezogen und gewartet, bis die Stimmung etwas abgekühlt wäre?
Was würde ich heute tun, wenn es gefährlich wäre, zu Jesus zu stehen, wenn es Anstoß erregen würde, Gottes Wort zu verbreiten? Zum Glück muss ich das gerade noch nicht entscheiden, hier im Westen Kenyas sind alle Türen offen und es gibt kein Problem, ein Botschafter Gottes zu sein. Aber schon im Osten des Landes ist es anders, an der Ecke zu Somalia kann man gesteinigt werden, wenn man sich zu Jesus hält. Und wie viele Orte in der Welt gibt es, wo Menschen jeden Tag in Gefahr für Leib und Leben sind, weil sie sich zum christlichen Glauben bekennen. Und in Deutschland, wie ist es da inzwischen? Vielleicht wird man nicht direkt ins Gefängnis gesteckt, aber doch leicht in die „ultra-konservative“, „fundamentalistische“ Schublade…

Für dieses neue Jahr wünsche ich uns allen den Mut, richtig richtig zu nennen und falsch falsch. Ich wünsche uns, dass wir mit unserem ganzen Leben Gottes Wort verkünden und dass wir uns dabei vor nichts und niemand fürchten, denn „Der Engel des HERRN lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.“ (Psalm 34, 8; Losung für heute)

Cornelia Letting

Jesus, ich bewundere Deine Apostel. Sie waren wirklich stur und ließen sich durch nichts davon abhalten, Dein Wort an die Menschen weiterzugeben, die es so dringend brauchten. Hilf mir bitte, mir daran ein Beispiel zu nehmen und nicht zu verzagen, nur weil der Gegenwind stärker wird. Steh all denen bei, die sich zu Dir bekennen in Ländern, wo sie das in Gefahr bringt. Schenk ihnen den Mut und das Durchhaltevermögen Deiner Apostel und die Gewissheit im Herzen, dass Du ihnen nahe bist. Amen.

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

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