
Mittwoch, 18. Februar 2026
„Es kam eine Furcht über sie alle, und sie redeten miteinander und sprachen: Was ist das für ein Wort? Jesus gebietet mit Vollmacht und Gewalt den unreinen Geistern, und sie fahren aus.“ Lukas 4, 36
Jesus spricht mit Vollmacht. Was er sagt, geschieht – selbst Dämonen müssen das einsehen und verschwinden. Doch auch wenn er „nur“ predigt, den Menschen vom Reich Gottes erzählt und ihnen die Schrift auslegt, tut er das mit solcher Vollmacht, dass die Leute erstaunt sind. (V. 32).
„Vollmacht“, was ist das? Viele Prediger hier in Kenya verwechseln sie mit Lautstärke… Sie schreien rum, stampfen auf der Bühne hin und her und meinen, dann würden sie Eindruck machen – was leider auch oft genug der Fall ist. Andere selbsternannte Propheten stellen völlig abstruse Behauptungen auf und machen ihren Anhängern das Leben so schwer wie möglich. Auch das wird tragischerweise oft mit „Vollmacht“ verwechselt. Gottesdienste, in denen reihenweise Leute „umgeschubst“ werden – vermeintlich durch den Heiligen Geist – sind besonders publikumswirksam und je spektakulärer eine „Show“ ist, desto mehr Zuschauer hat sie.
Ich hab noch nicht die Stelle in der Bibel gefunden, wo Jesus oder der Heilige Geist Leute umwerfen; auch die, wo Jesus die Menschen anschreit, um Eindruck zu machen, fehlt mir bis jetzt.
Wohl kenne ich viele Geschichten, in denen er ganz persönlich und in Ruhe mit Menschen spricht; in denen er Heilung und Vergebung der Sünden schenkt; in denen er Stürme stillt und andere Wunder tut. Dabei sagt er von sich selbst: „Wenn ich aber sein – des Vaters – Werk tue, dann glaubt wenigstens an das, was ich getan habe, wenn ihr schon nicht an mich glaubt. Dann werdet ihr begreifen und erkennen, dass der Vater in mir ist und ich im Vater bin.“ (Johannes 10, 38; Neues Leben).
Jesu Vollmacht kommt aus seiner Verbindung zum Vater. Auf ihn weist er hin, von ihm erzählt er, durch ihn kann er tun, was er tut. Das ist so „publikumswirksam“, dass immer wieder Menschen zum Glauben kommen, oder zumindest ins Nachdenken geraten.
Heute danke ich allen Wortverkündern – Pfarrern, Pastoren, Predigern und ihren Kolleginnen, die ihren Dienst aus der Verbindung mit Gott heraus tun und nicht auf eigenen Ruhm und Reichtum aus sind. Ich bete für sie um wachsendes Verständnis, neue Einsichten aus Gottes Wort und die ständige Rückbesinnung auf Jesus als den Anfänger und Vollender unseres Glaubens (s. Hebräer 12, 2).
Cornelia Letting
Jesus, manchmal ist es schwierig, unter den vielen „Predigern“ die herauszuhören, die wirklich von Dir sprechen, die von Deinem Reich erzählen und Dein Wort verkünden. Oft sind es eher die leisen, ruhigen Stimmen, die vom Lärm der Verstärkeranlagen und Musikboxen übertönt werden. Ich bete, dass Du ihnen hilfst, sich nicht ablenken zu lassen von Deinem Auftrag für sie. Und ich bete für uns alle, dass wir mit Hilfe Deines Geistes wahre Vollmacht erkennen, wo sie vorkommt. Amen.
Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.
