
„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wir er’s euch geben.“ Johannes 16, 23
Wie oft wird bei diesem oder ähnlichen Versen der entscheidende Teil einfach ignoriert oder ausgelassen! „Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet…wird er’s euch geben“, sagen wir und fangen an, Wunschlisten und Bestellungen aufzugeben. Und wir wundern uns, wenn wir am Ende doch nicht das bekommen, was wir uns so vorgestellt hatten.
Oh ja, wir schließen unser Gebet auch ordentlich ab mit „in Jesu Namen – Amen“ oder „durch Jesus Christus unsern Herrn“ oder so ähnlich. Aber beten wir wirklich in Jesu Namen?
Wenn jemand zu Japhet geht und ihn „in meinem Namen“ um etwas bittet, dann würde ich doch voraussetzen, dass er oder sie mich vorher gefragt hat, oder? Oder derjenige müsste zumindest sehr genau wissen, was ich über die Angelegenheit denke und dass ich es ok. finde. Wenn Leute umgekehrt zu mir kommen und behaupten, Japhet hat gesagt…, dann würde ich ihn in vielen Fällen erstmal anrufen und mich vergewissern, dass er das auch wirklich gesagt hat.
Sollten wir es mit Gott nicht mindestens auch so halten? Sollten wir nicht sehr sicher sein, dass das, was wir erbitten, für Jesus auch ok. ist? Dass das seinem Willen für unser Leben entspricht? Ihn müssen wir nicht mal anrufen, denn in der Bibel steht schon ziemlich viel darüber, was Jesus gut findet und was nicht. Und wir haben den Heiligen Geist in uns, der uns in die richtige Richtung lenkt, wenn wir ihn lassen. Trotzdem ist es immer gut, sich im persönlichen Gespräch nochmal zu vergewissern, dann fällt uns manchmal auf, dass das, was wir gerne hätten, eigentlich gar nicht so gut für uns ist…
„…der Vater selbst hat euch lieb, weil ihr mich liebt und glaubt, dass ich von Gott ausgegangen bin.“ (V. 27, Neues Leben)
Welch ein Privileg, dass wir mit dem heiligen, allmächtigen und souveränen Gott persönlich sprechen dürfen, weil Jesus uns am Kreuz den Weg dazu geebnet hat!
Verderben wir uns dieses Vorrecht nicht durch Oberflächlichkeit, Gedankenlosigkeit und Egoismus.
Cornelia Letting
Heiliger Gott, himmlischer Vater, heute danke ich Dir ganz bewusst dafür, dass ich persönlich mit Dir sprechen darf. Viel zu oft nehme ich das als selbstverständlich hin und denke nicht daran, was es Dich und Deinen Sohn gekostet hat und mit wem ich da eigentlich rede. Danke, dass Du mir zuhörst und meine Bitten erfüllst, wenn sie Deinem Willen entsprechen. Danke, dass Du das, was nicht gut für mich oder meine Mitmenschen ist, auch einfach mal ignorierst. Danke besonders für Deine Liebe, Deine Güte und Deine Geduld mit mir. Amen.
Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.
