
Mittwoch, 7. Januar 2026
„Wer die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind.“ Johannes 3, 21
„Im Dunkeln ist gut munkeln“ heißt es, und meint nichts Gutes. „Home before dark“ – zu Hause bevor es dunkel wird – wollen Leute gern sein, denn im Dunkeln unterwegs zu sein ist nicht so angenehm. „Mächte der Finsternis“ bezeichnen ebenfalls nichts Positives, Dunkelheit wird oft gleichgesetzt mit Unsicherheit und Angst. Wir möchten lieber sein, wo Licht ist. Im Hellen sieht man klarer, kann Gefahren erkennen, die Schönheit der Natur sehen, mit Menschen von Angesicht zu Angesicht sprechen.
In unserem Kapitel des Johannesevangeliums geht es auch um Licht und Dunkelheit. Jesus spricht von Menschen, die fern von Gott sind und sagt: „Das Licht ist vom Himmel in die Welt gekommen, aber sie liebten die Dunkelheit mehr als das Licht, weil ihre Taten böse waren. … Sie bleiben dem Licht fern, weil sie Angst haben, dass ihre Taten aufgedeckt werden.“ (V. 19 – 20, Neues Leben) Und dann der heutige Text: „Wer sich aber nach der Wahrheit ausrichtet, tritt ans Licht und jeder kann sehen, dass er in Verantwortung vor Gott handelt.“ (NL)
Licht und Dunkelheit, Wahrheit und Finsternis – auch in meinem Leben gibt es Dinge, die ich nicht vom Licht der Wahrheit angeleuchtet haben möchte. Da gibt es Zeiten, in denen es um mich her eher finster ist. Aber es ist nie schön oder angenehm in der „Dunkelheit“. Man kann sie noch so sehr mit künstlichem „Licht“ ausleuchten, sie wird nie so freundlich sein, wie ein sonniger Morgen.
Licht und Wahrheit – für uns Christen sind sie nichts unpersönlich Allgemeines. Für uns sind sie eine Person, Jesus Christus. Er selbst sagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8, 12). Und: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Johannes 14, 6)
Wenn es also heißt, dass wir uns nach der Wahrheit ausrichten sollen, geht es nicht um irgendwelche Leitsätze oder Gesetze. Es geht darum, sich zu Jesus zu halten und ihm zu folgen in Wort und Tat. Dann brauche ich nicht zu befürchten, dass meine Taten ans Licht kommen, denn ich habe nichts zu verbergen. Dann kann ich mich im Licht von Jesu Gegenwart sonnen und muss vor nichts und niemandem Angst haben.
Vor einigen Jahren sind wir als Diguna Team nach Pokot gefahren, in eine abgelegene Gegend nordöstlich von Tinderet, mit dem LKW in ca. 8 Stunden zu erreichen. Die Gegend hieß damals „Nasur“, das bedeutet Dunkelheit in Pokot. Es gab wohl einige Christen dort, die uns baten zu kommen und ihnen vom Licht der Welt zu erzählen. Heute gibt es dort eine Kirche und eine aktive, fröhliche Gemeinde, statt Viehdiebstahl, Mädchenverstümmelung und niedergebrannte Hütten. Und das Dorf heißt auch nicht mehr Nasur, sondern „Lapoyin“, was Licht bedeutet – Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden!
Cornelia Letting
Jesus, Licht der Welt, mehr denn je brauchen wir Deine Strahlkraft in dieser Welt, die voll von finsteren Machenschaften ist, wo Menschen sich weit von Dir entfernt haben und in der Dunkelheit verschwinden. Doch so wie die „Königin der Nacht“ im Dunkeln blüht, und so wie die Sonne die Schatten vertreibt, wärmt uns Deine Gegenwart und leuchtet jede Ecke unserer Seele an. Danke für Deine Liebe, die auch in diesem neuen Jahr für uns sorgt, uns trägt und leitet auf dem Weg der Wahrheit. Amen
Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.
