Cornelias Mittwochsbrief, 29. April 2026

„Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.“ Sprüche 31, 8

„Neglected and destitute” – vernachlässigt und hilflos – sind die Kinder, die wir in unserem Regenbogen Kinderheim in Tinderet aufnehmen. Bevor sie zu uns kommen, besuchen wir sie in ihrem „Zuhause“. Dann wird oft klar, dass irgendjemand seinen Mund auftun muss, wenn diese Kinder eine Chance haben sollen.
Sind sie dann erst einmal bei uns, sind sie schnell gar nicht mehr stumm und verlassen – wie man am Lärm auf dem Spielplatz merkt. Oder daran, dass sie mit der Schule landesweit an Musik- und Sportwettbewerben teilnehmen.

Seinen Mund auftun, kreativ werden, um Menschen zu helfen, die einsam, krank, verlassen oder gefährdet sind – dafür muss man nicht nach Afrika gehen.
So viele gute Beispiele gibt es hier in Deutschland, große Organisationen, aber auch ganz persönliche Geschichten aus der Nachbarschaftshilfe, der Kirchengemeinde, und anderen Gruppen, die sich zusammenfinden, damit Not gelindert wird und Menschen eine Chance bekommen.

Darauf liegt Gottes Segen, wie Jesus selbst gesagt hat: „Kommt, ihr seid von meinem Vater gesegnet, ihr sollt das Reich Gottes erben, das seit der Erschaffung der Welt auf euch wartet. Denn ich war hungrig, und ihr gabt mir zu essen gegeben…“ (Matthäus 25, 34 – 36; Neues Leben).
Manchmal ist diese Arbeit mühsam, kostet Kraft, Nerven und Geld, und man sieht keine nennenswerten Fortschritte. Manchmal passt die Art und Weise, wie wir helfen wollen und können, nicht mit den Bedürfnissen derer zusammen, die diese Hilfe bekommen sollen.
Aber manchmal hat man auch ein Erfolgserlebnis, jemand bedankt sich, man sieht eine Entwicklung, jemand hat gelernt, sich wieder selbst im Leben zurechtzufinden. Tun wir unseren Dienst im engen Kontakt mit unserm himmlischen Vater. Er weiß, was jeder Mensch braucht, er kann uns zeigen, wie wir zielgenau helfen. Konzentrieren wir uns auf die kleinen Fortschritte. Sehen wir die Menschen an, mit denen wir es zu tun haben und lernen wir sie richtig kennen. Dann wird der Segen nicht lange auf sich warten: „Was ihr für einen der Geringsten meiner Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan!“, sagt Jesus.

Cornelia Letting

Jesus, manchmal fällt es mir schwer, Dich in den Menschen zu sehen, die meine Hilfe brauchen. Ich sehe mehr die Unannehmlichkeiten, den Aufwand, und die Zeit, die mir „verloren“ geht. Verzeih mir bitte und lehre mich, den Blick auf das Wesentliche zu konzentrieren: meinem Bruder, meiner Schwester zu helfen, weil wir alle Gottes Kinder sind. Amen

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

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