
„Du erkennst ja in deinem Herzen, dass der HERR, dein Gott, dich erzogen hat, wie ein Mann seinen Sohn erzieht.“ 5. Mose 8,5
Tun wir das? Erkennen wir, dass Gott uns erzieht auf den Wegen, die er uns führt? Die noch bessere Frage: wollen wir das überhaupt? Wollen wir uns unter Gottes Führung stellen und uns von ihm sagen lassen, wo’s langgeht? Sind wir nicht selber groß? Können wir mit dem, was unser Verstand uns sagt, nicht ganz gut zurechtkommen?
Das Volk Israel stand am Ende seiner Wüstenwanderung. 40 Jahre von Gott „im Kreis“ geführt, 40 Jahre durchaus nicht nur Höhen, sondern auch viele Tiefen – Hunger, Durst, feindlich gesinnte Menschen, eigene Aufsässigkeit, es war alles dabei. Und warum das Ganze? „Dadurch wollte er euch demütigen und auf die Probe stellen, um euren wahren Charakter ans Licht zu bringen und um zu sehen, ob ihr seine Gebote befolgen würdet oder nicht.“ (V. 2, Neues Leben)
Während der Wanderung war den Israeliten sicher nicht immer klar, was da ablief. Sie stolperten von einer Krise in die nächste, die Höhepunkte zwischendurch schnell vergessen, wenn’s wieder brenzlig wurde. Sicher, sie hatten Gott sichtbar bei sich, durch die Wolken- und Feuersäule zeigte er ihnen deutlich seine Gegenwart und ihren Weg. Aber ich bezweifle, dass sie „in ihren Herzen“ erkannten, wozu das alles gut sein sollte.
Wie ist das mit uns heute, mit mir? Bin ich bereit, auf mein Herz zu hören, das mir sagt, Gott arbeitet an meinem Charakter, wenn sich die Schwierigkeiten vor mir auftürmen? Tät’s mir nicht manchmal ein bisschen weniger Charakter, wenn es dadurch weniger Probleme gäbe?
Zum Glück hört Gott nicht darauf, wenn ich so dummes Zeug denke. Und wenn sich mein Verstand dann wieder einschaltet, erkenne ich in meinem Herzen, dass jede Krise mich stärker macht, jede Angstsituation zu mehr Vertrauen führt, jede schöne Begebenheit mich ein bisschen mehr von Gottes Größe und Schönheit sehen lässt.
Und von seiner Liebe für mich, die sich nicht von meinen Befindlichkeiten abhalten lässt, mir Gutes zu tun und mich durch’s Leben zu führen.
Cornelia Letting
Himmlischer Vater, heute danke ich Dir für die Geschichten mit Deinem Volk, die Du mir in der Bibel zum Nachlesen gegeben hast. Wie oft erkenne ich mich selbst darin, stelle fest, dass ich genauso denke und handle, wenn ich Probleme und Sorgen habe. Das bedeutet aber auch, dass ich genauso mit Deiner Liebe, Deiner Geduld und Deiner Vergebung rechnen darf – danke! Amen.
Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.
