
„HERR, wer ist dir gleich unter den Göttern? Wer ist dir gleich, der so herrlich und heilig ist, schrecklich, löblich und wundertätig?“ 2. Mose 15, 11
Ein Siegeslied – so lautet der Titel zu unserer Losung und den Versen drum herum. Die Israeliten waren sicher und trocken durch das Meer gekommen, die Ägypter in den Fluten ertrunken. So singen Mose und das Volk Gott spontan ein Lied – toll, wenn man sowas kann…
Sie preisen ihn und danken ihm für das Wunder, das sie gerade erlebt haben. 18 Verse lang klingt es ungefähr so: „Wir wollen dem HERRN singen, denn er ist hoch erhaben. … Der HERR ist ein mächtiger Krieger; HERR ist sein Name. Der HERR ist König immer und ewig!“ (s. 15, 1 – 18; Neues Leben)
Interessant ist, dass noch im Kapitel vorher die Israeliten völlig verzweifelt waren. Sie standen zwischen dem ägyptischen Heer und dem Meer und wussten nicht ein noch aus. Sie jammerten und beschimpften Mose, keine Spur von Vertrauen in den wundertätigen und heiligen Gott. (s. 14, 10 ff.)
Und auch in den Versen nach dem Siegeslied kommen wieder die Zweifel hoch, weil das Wasser, das sie finden, bitter ist (s. 15, 22 ff). Wieder beschwert sich das Volk, vergessen ist der Lobgesang von vorher.
Die Versuchung ist groß, sich über das Volk Israel auszulassen, über ihre Unbeständigkeit und ihr kurzes Gedächtnis zu urteilen.
Aber wie sieht es denn in unserem Leben aus? Haben wir nicht auch diese Höhen und Tiefen, Zweifel und Angst wechseln sich ab mit Freude und Lob? Gerade noch danke ich Gott für etwas, das er wunderbar gemacht hat, nur um mir im nächsten Moment doch wieder Sorgen zu machen. Und schon kurz darauf juble ich wieder, weil ich Gottes Treue erfahren habe.
Vielleicht ist das so in unserem Leben, oder? Vielleicht lösen sich Hochs und Tiefs gegenseitig ab, vielleicht können wir nicht immer nur singen und jubeln, sondern haben Zeiten von Angst und Verzweiflung.
Und vielleicht ist es einfach nur wichtig und gut, zwischen den Sorgenzeiten die Jubelzeiten nicht zu vergessen. Das kann helfen, nicht im Sumpf der Probleme zu versinken, sondern sich ganz bewusst auf Gott auszurichten und die kleinen und großen Wunder zu bestaunen, die er auch heute noch tut.
Cornelia Letting
Himmlischer Vater, heute danke ich Dir wieder einmal für Deine Liebe und Geduld, Deine Güte und Treue. Wie schnell bin ich abgelenkt davon, sobald ein kleines oder großes Problem auftaucht, wie schnell sehe ich nur die hohen Wellen, die mich fast überrollen, und nicht mehr Dich. Danke, dass Du mich besonders in diesen Zeiten festhältst, danke, dass es zwischendurch auch immer wieder Zeiten von Jubel und Siegesliedern geben darf. Amen.
Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.
