Cornelias Mittwochsbrief, 1. Juli 2026

„Erforscht euch selbst, ob ihr im Glauben steht; prüft euch selbst! Oder erkennt ihr an euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist?“ 2. Korinther 13, 5

Letzte Woche waren wir mit dem A-Team unterwegs. Das hat weder mit Fußball noch mit uralten Serien zu tun, sondern es ist ein Team von Diguna aus Afrika, das hier in Deutschland den Menschen das Evangelium bringen möchte. Als ich den Vers oben gelesen habe, musste ich an die Zeit mit dem Team denken, und wie klar sie zu allen darüber gesprochen haben, dass jeder Mensch Jesus in seinem Herzen braucht.
Und ich muss daran denken, wieviel leichter es mir fällt, mit Menschen in Kenya über den Glauben zu sprechen, als mit meinen Freunden hier. Seltsam, oder? Dabei ist es mir durchaus wichtig, dass sie auch erkennen, wie wichtig Jesus für sie ist.

Ich hab bei den Veranstaltungen letzte Woche die jeweiligen Sprecher übersetzt. Und zwischendurch blieb mir doch manchmal kurz die Luft weg, wenn John z.B. darüber sprach, dass wir oft materielle Dinge wichtiger nehmen als Menschen. Oder wenn Moses über Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit sprach, die er hier in Deutschland oft bemerkt. Niemals würde ich mich trauen, so unverblümt diese Dinge anzusprechen – und doch bekamen wir bei jeder Veranstaltung viele positive Rückmeldungen. Leute – auch die, die in den Gemeinden aktiv sind – sagten, es war gut, mal wieder daran erinnert zu werden, wo unsere Prioritäten liegen sollten.

Paulus ist nicht für seinen diplomatischen, vorsichtigen Rede- und Schreibstil bekannt. Früher fand ich ihn oft rüde und besserwisserisch. Aber man kann ihm sicher nicht vorwerfen, dass er nicht klar und deutlich gemacht hat, worauf es ankommt – auch auf Kosten seiner eigenen Beliebtheit. Ihm war es wichtiger, dass die Menschen Jesus gut fanden, als dass sie ihn hofierten.
Ich weiß nicht, ob ich es schaffe, mir daran ein Beispiel zu nehmen…aber mit Gottes Hilfe könnte es sicher klappen – wenigstens beim Übersetzen von denen, die sich trauen, Klartext zu sprechen.

Cornelia Letting

„Denn ‚jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.‘ Doch wie können sie ihn anrufen, wenn sie nicht an ihn glauben? Und wie können sie an ihn glauben, wenn sie nie von ihm gehört haben? Und wie können sie von ihm hören, wenn niemand ihnen die Botschaft verkündet?“ (Römer 10, 13 – 14; Neues Leben)

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

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