
„Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten.“ Psalm 103, 13
Gott als Vater – was bedeutet das eigentlich? Wie ist ein Vater, was macht ihn aus?
Mehr oder weniger automatisch kommt einem vermutlich der eigene Vater in den Sinn. Und damit verbunden entweder gute oder schlechte Empfindungen.
Wie soll ein Vater sein? Freundlich, liebevoll, mit den Kindern spielen, sie trösten, wenn nötig, sie abends ins Bett bringen und eine Geschichte vorlesen…
In Kenya ist das Bild eines Vaters noch etwas anders, vielleicht so wie es früher hier war: ein – guter – Vater bringt Geld nach Hause und versorgt die Familie, er schaut drauf, dass die Kinder einen ordentlichen Weg gehen und schützt die Familie nach außen hin. Er ist aber nicht derjenige, zu dem die Kinder laufen, wenn sie Trost brauchen, und er bringt sie sicher nicht ins Bett, das macht die Mutter.
Wie ist unser Vaterbild hier in Deutschland heute? Alles nicht mehr so ganz klar definiert, scheint mir. Die früheren Rollenverteilungen werden oft neu gemischt, bei manchen Eltern läuft es so, bei manchen eher anders, je nach dem Verständnis von Ehe und Familie. Das ist nicht unbedingt schlecht, solange am Ende „alles“ dabei ist und die Kinder geliebt und versorgt sind.
Auch die Bibel vermittelt ein bestimmtes Vaterbild: Ein guter Vater kümmert sich um seine Kinder. Er erbarmt sich über sie, wenn sie Mist gebaut haben (s. o. und Lukas 15, 11 ff.) und freut sich mit ihnen an ihren Erfolgen. Er versorgt seine Kinder mit allem, was sie brauchen, weist sie aber auch zurecht, wenn sie auf Abwege geraten. Gott unser Vater liebt uns über alles, so sehr, dass er seinen „erstgeborenen“ Sohn, Jesus Christus, für uns geopfert hat, damit wir auf ewig mit ihm zusammen sein können.
Wir mögen verschiedene Assoziationen zum Begriff des Vaters haben, je nachdem, wie wir unsere eigenen Väter erleben: gut oder schlecht, präsent oder abwesend, liebevoll oder grausam.
Wenn wir uns Gott als Vater vorstellen, ist es aber gut zu schauen, wie er sich selbst definiert und wie Menschen in der Bibel und im „richtigen“ Leben ihn erlebt haben und noch heute erleben.
Cornelia Letting
“Vater, führe uns in deine Nähe. Unser Lobpreis gilt nur dir allein. Vater, lass uns dich noch mehr erkennen, unser Lob vor deinem Thron soll dich erfreu’n.
Vater, freundlich und treu, Abba, jeden Tag neu. Herr, mein Sehnen bist du und dir nahe sein ist mir genug.“ (J. Chisum) Amen
Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.
