Cornelias Mittwochsbrief, 16. September 2026

„Jesus spricht: Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich hineingeht, wird er gerettet werden.“ Johannes 10, 9

In Kiswahili (Suaheli), einer der beiden Landessprachen in Kenya, gibt es keine Artikel, weder bestimmte noch unbestimmte. Der Vers oben würde direkt übersetzt also lauten: „Ich bin Tür. …“ Trotzdem weiß jeder, der die Sprache kennt, dass hier eine bestimmte Tür gemeint ist. Wäre es irgendeine Tür, müsste man das anders ausdrücken.
Genug mit dem Sprachunterricht – worauf ich hinauswill, ist das: Jesus hat nicht gesagt, dass er eine der vielen möglichen Türen „zum Himmel“ ist. Er hat gesagt, dass er „die“ Tür ist, die einzige Tür, durch die man hindurchgehen muss, um gerettet zu werden. Übrigens gibt es im Griechischen sehr wohl bestimmte und unbestimmte Artikel, da entstehen also keine Zweifel. Er hat auch nicht gesagt, dass er „Licht der Welt“ (s. Johannes 8, 12) ist, oder „Weg, Wahrheit und Leben“ (s. Joh. 14, 6). Er sagte: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ (V. 6a, Neues Leben) Und um es richtig deutlich zu machen, fügte er noch hinzu: „Niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ (V. 6b, NL)

Wenn Jesus sich so klar und deutlich ausgedrückt hat, wäre es nicht unfair zu behaupten, dass es viele Wege zum Heil gibt? Dass jeder Weg am Ende ans Ziel führt? Im Sinne falsch verstandener Toleranz Leute glauben zu lassen, dass sie ruhig ihren eigenen Weg gehen können, ohne zu fragen, was Gottes Wille für ihr Leben ist?
Wenn ich in einem brennenden Haus die einzige Tür nach draußen kenne, lasse ich doch die Leute, die bei mir sind, nicht erstmal alle anderen Türen ausprobieren, oder?
„Vor jedem Menschen liegt ein Weg, der richtig zu sein scheint, aber dennoch in den Tod führt.“ (Sprüche Salomos, 14, 12, NL)

Wir kennen die Tür, die zum ewigen Leben führt. Wir kennen den Weg, wir kennen die Wahrheit – lassen wir andere nicht in die Irre laufen.

Cornelia Letting

„Glaub doch nicht, zu Gott käm‘ schließlich jeder sowieso, und der Weg sei einerlei. Mancher Weg ist kurz und endet bald schon irgendwo, manche Spur führt weit und führt an Gott vorbei. Wer das Wasser in der Wüste kennt und es verschweigt, der ist schuld, wenn Sterbende es überseh’n. Wer im Moor die festen Wege kennt und sie nicht zeigt, der ist schuld daran, wenn andre untergeh’n.“ (M. Siebald)

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

Wenn Sie den Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia als Mail bekommen möchten, einfach hier Ihre Adresse angeben.

Prüfe deinen Posteingang oder Spam-Ordner, um dein Abonnement zu bestätigen.