
„Was gering ist vor der Welt und was verachtet ist, das hat Gott erwählt, was nichts ist, damit er zunichtemache, was etwas ist.“ 1. Korinther 1, 28
Hier haben wir wieder mal einen Hinweis darauf, dass im Reich Gottes vieles anders ist als in der Welt, in der wir leben. Wenn ich die Nachrichten anschaue oder die Zeitung aufschlage, finde ich selten mal eine Geschichte, wo jemand „schwaches“ etwas tolles geleistet oder erlebt hat, oder wo einfach nur sein oder ihr Leben dargestellt wird. Wenn Bilder und Berichte von Flüchtlingen, hungernden Kindern und geschundenen Frauen drinstehen, dienen sie meistens nur dazu, politische Standpunkte zu unterstreichen oder Systeme anzuklagen.
Viel öfter geht es um starke Menschen, starke Geschichten, darum, wer der Größte, Schönste und Beste ist.
Nicht so bei Gott. Er hat „das Schwache erwählt“ (V. 27, Neues Leben), und das, was in der Welt verachtet ist (s.o.). „Erwählt“ heißt bewusst rausgesucht, besonders hervorgehoben.
Warum macht er das? Wäre das Ziel nicht viel besser mit den Starken und Mächtigen zu erreichen, mit denen, die wirklich was zu sagen haben in der Welt? Könnten mit ihnen nicht Frieden und Einigkeit hergestellt werden? Wie man jeden Tag sieht, funktioniert es so leider nicht. Das Problem mit den starken und einflussreichen Menschen ist, dass sie sich den Erfolg gern selbst zuschreiben. Sie fragen meist nicht nach Gott oder dem, was er möchte. Das bringt sie gefährlich nahe dahin, wo schon Adam und Eva waren – nämlich sein zu wollen wie Gott. Selbst zu entscheiden, was gut und was schlecht ist.
So baut Gott sein Reich lieber mit denen, die sich selbst nicht so wichtig nehmen. Mit denen, die im normalen Leben ignoriert oder gar verachtet werden, die nicht meinen, sie könnten alles alleine schaffen – „damit kein Mensch sich je vor Gott rühmen kann“ (V. 29, NL).
Zwei Dinge kann ich daraus lernen: entweder ich gehöre selbst zu den Menschen, die sich für schwach und verachtet halten. Dann darf ich wissen, Gott hat einen Job für mich. Er will mich gebrauchen, sein Reich zu bauen und seine Liebe an andere weiterzugeben.
Oder ich gehöre eher zu den „Machern“, zu denen, die wichtig zu sein scheinen. Das ist nicht weiter schlimm, solange ich mich immer darauf besinne, was es wirklich zu erreichen gilt und woher mein Erfolg kommt. Und solange ich nicht auf andere Menschen herabschaue, sie verachte und als weniger wertvoll betrachte.
„Wer stolz sein will, soll auf das stolz sein, was der Herr getan hat.“ (V. 31 nach Jeremia 9, 23; NL)
Cornelia Letting
Himmlischer Vater, allmächtiger Herr, wie schnell bin ich dabei, mich im Erfolg zu sonnen, wenn ich mal was geschafft habe. Wie oft ist unterschwellig doch das Gefühl da, ich hätte etwas aus mir selbst erreicht, hätte die Anerkennung verdient. Hilf mir bitte, daran zu denken, dass Dir alle Ehre gebührt. Dann kann ich Lob und Beifall annehmen und mich daran freuen, weil ich weiß, dass sie letztendlich Dir ausgesprochen werden. Amen
Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.
