
„Jesus betete: Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen.“ Johannes 17, 15
Jesus spricht mit seinem Vater. Ein langes Gebet, es geht über das gesamte Kapitel – und es ist uns bekannt. Das ist kostbar, denn viele von Jesus‘ Gesprächen mit seinem Vater fanden nur zwischen den beiden statt. Kostbar ist auch, dass es in diesem Gebet um seine Jünger geht – und in der Verlängerung damit um uns, seine Nachfolgerinnen und Nachfolger. Er betet für die, „…die du mir gegeben hast, weil sie dir gehören. Weil sie die Meinen sind, gehören sie auch dir; doch du hast sie mir gegeben, damit ich durch sie verherrlicht werde!“ Wir sind ein spezielles, ausgewähltes Grüppchen, wir Christen, dadurch, dass wir zu Gott und Jesus gehören. Dann sind da noch „die anderen“, oder „die Welt“, wie es in der Bibel oft heißt. Das sind alle, die sich nicht als Nachfolger von Jesus bezeichnen.
Jetzt kriegen wir schon ein Problem, gell, denn Ausgrenzung und „Grüppchenbildung“ passen nicht zu Christen, das hört sich sehr nach elitärem Denken an. Aber Jesus geht es gar nicht um das Absondern seiner Leute, er will uns nicht auf einer schönen Insel verstecken, bis alles vorbei ist. Nein, er sagt: „Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst…“ (s.o.)
Warum ist das wohl so, warum müssen Christen in dieser Welt leben und alles aushalten, was hier so „geboten“ wird?
Ich denke, Jesus braucht uns als Hinweisschilder. Als Zeugen dafür, dass es noch was anderes gibt als Machtstreben und Ausbeutung von Mensch und Natur. Wir sollen auch und gerade den „anderen“ von ihm erzählen, vorleben, was echte Liebe bedeutet und ihnen so eine Chance geben, in unserem „Club“ aufgenommen zu werden.
Das ist keine leichte Aufgabe und sicher nicht immer bequem, aber wir haben ja Jesus an unserer Seite, der uns durch seinen Heiligen Geist begleitet, uns ermutigt und uns vor „dem Bösen“ (s.o.) bewahrt.
Cornelia Letting
Jesus, mein Heiland und Herr, danke, dass das Gebet, das Du damals für Deine Jünger gesprochen hast, auch uns überliefert ist. Es ist sehr ermutigend zu wissen, dass wir nicht alleine in dieser Welt rumwurschteln müssen, sondern dass Du durch Deinen Heiligen Geist bei uns bist. Hilf uns bitte, gute „Hinweisschilder“ zu sein auf das Leben, das Du anbietest, ewiges Leben in der Gemeinschaft mit Dir und Gott dem Vater. Amen.
Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.
