Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 11. März 2026

Mittwoch, 11. März 2026

„Meine Seele verlangt nach deinem Heil; ich hoffe auf dein Wort.“ Psalm 119, 81

Letzte Woche ging es um „Herzenswünsche“, heute geht es gleich um die ganze Seele.

Davids Seele verlangt nach Gottes Heil. Er hat ernsthafte Probleme mit Feinden und Widersachern und wartet sehnsüchtig darauf, dass Gott ein Machtwort spricht.
Wer oder was belastet unsere Seelen? Angst vor der Zukunft; gegenwärtiges Leid – eigenes oder das von anderen; konkrete Feinde, Menschen, die uns Energie rauben und die Freude verderben…? Manchmal ist das Leben allgemein schwer auszuhalten, wenn Krankheit, Arbeitslosigkeit, Ausgrenzung, Stress und andere Dinge uns „auf der Seele“ liegen.

Was tun wir nun dagegen? Denn als Deutsche sind wir nicht gut im Aushalten, gell, wir wollen immer gleich „was tun“. Hier in Kenya halten die Menschen vieles erstmal aus, passen sich der Situation an und warten ab, was passiert.
Also, was tun? David sagt, er hofft auf Gottes Wort. Er wartet sehnsüchtig darauf, dass Gott eingreift, seine Feinde in ihre Schranken verweist und Davids Leben wieder lebenswert macht.
Hoffen wir auf Gottes Wort? Ist er derjenige, an den wir uns wenden in unseren Schwierigkeiten? Klagen wir ihm unser Leid – und nicht sämtlichen Menschen und sozialen Medien, derer wir habhaft werden können?
Wir haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber David: wir haben Gottes Wort in Schriftform. Wir müssen nicht warten, bis er sich meldet, wir können nachlesen, was er uns schon gesagt hat. Manchmal stehen dann da Worte, die schwer auszuhalten sind, wie z.B.: „Es war gut für mich, dass ich leiden musste, damit ich lernte, deine Ordnungen zu beachten.“ (V. 71, Neues Leben) Aber auch solche: „Wenn Angst und Sorgen mich treffen, dann habe ich doch Freude an deinen Geboten.“ (V. 143, NL) und: „Doch du, HERR, bist nahe, und alle deine Gebote sind wahr.“ (V. 151, NL)

Ob Herzenswünsche oder Seelenheil, zu finden ist beides nur bei Gott und in seinem Wort. Daran geht kein Weg vorbei, auch Jesus sagt das später sehr deutlich: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ (Johannes 14,6; NL)
Machen wir es uns nicht schwerer als es eh schon ist, indem wir nach Glück und Heil suchen, wo sie nicht zu finden sind.

Cornelia Letting

“In Christus ist mein ganzer Halt, er ist mein Licht, mein Heil, mein Lied. Der Eckstein und der feste Grund, sicherer Halt in Sturm und Wind. Wer liebt wie er, stillt meine Angst, bringt Frieden mir mitten im Kampf? Mein Trost ist er, in allem Leid. In seiner Liebe find ich Halt.“ (K. Getty, S. Townend, Original in Englisch) Amen

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

Wenn Sie den Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia als Mail bekommen möchten, einfach hier Ihre Adresse angeben.

Prüfe deinen Posteingang oder Spam-Ordner, um dein Abonnement zu bestätigen.

Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 4. März 2026

Mittwoch, 4. März 2026

„Habe deine Lust am HERRN; der wird dir geben, was dein Herz wünscht.“ Psalm 37, 4

Was tun wir nicht alles, um unsere Herzenswünsche erfüllt zu bekommen: Überstunden schieben für die große Reise, das neue Auto, das Häuschen am Meer; missbräuchliche und gefährliche Beziehungen eingehen für ein bisschen Anerkennung und Zuwendung; Menschen und Situationen manipulieren für das Gefühl von Macht und Einfluss; …
Die Frage ist allerdings, ob unsere „Herzenswünsche“ tatsächlich das sind, was unser „Herz wünscht“ – was es wirklich braucht und herbeisehnt.
Wenn wir etwas tiefer graben, in uns hineinhören, die lauten Stimmen aus Werbung und Gesellschaft beiseiteschieben – was finden wir dann? Das Bedürfnis nach echter Liebe, Frieden, Sicherheit, Geborgenheit? Nach wahrem Glück, das den Herausforderungen des täglichen Lebens trotzt?
Und wie erreichen wir das? Was muss ich tun, um wirklich geliebt und glücklich zu sein?
Eine Freundin hatte in Whatsapp stehen: „Das Loch in deinem Herzen ist Gottförmig.“ Das hat mir gefallen, denn es bringt auf den Punkt, worauf es ankommt: Egal mit welchen Dingen ich dieses Loch zustopfe, das in meinem Herzen ist und darauf wartet gefüllt zu werden, es wird nie ganz passen. Es werden Lücken bleiben, vielleicht sogar Verletzungen entstehen, immer brauch ich noch das nächste bisschen Etwas, dann wird alles gut.
Aber der Einzige, der mit tatsächlich geben kann, was mein Herz wünscht, ist Gott der HERR. Wenn ich an ihm „meine Lust“ habe, also mich an ihm freue, ihm mein Leben anvertraue und auf sein Wort höre, dann macht er das Loch in meinem Herzen so dicht, als wäre es nie dagewesen. Vielleicht renoviert er sogar das ganze Teil ein bisschen, macht es stark und schön, so dass auch andere sehen können, bei wem sie Hilfe bekommen für ihre „Renovierungsarbeiten“.
„Überlass dem HERRN die Führung deines Lebens und vertraue auf ihn, er wird es richtig machen.“ (V. 5, Neues Leben)

Cornelia Letting

Himmlischer Vater, wie oft sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht! Wie oft suche ich nach Frieden und Glück – weit weg und in der falschen Richtung. Dabei bist Du mir ganz nah und wartest nur darauf, dass ich Dir Zugang zu meinem Herzen gebe, damit Du Löcher füllen, Abfall entfernen und neue Farbe reinbringen kannst. Vielen Dank, dass Du mich nicht aufgibst und mich immer wieder freundlich daran erinnerst, wo ich die Erfüllung meiner wahren Herzenswünsche finden kann. Amen.

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

Wenn Sie den Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia als Mail bekommen möchten, einfach hier Ihre Adresse angeben.

Prüfe deinen Posteingang oder Spam-Ordner, um dein Abonnement zu bestätigen.

Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 25. Februar 2026

Mittwoch, 25. Februar 2026

„Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören!“ Matthäus 17, 5

 Jesus hat eine schwere Zeit vor sich. Es geht auf Golgatha zu, auf seinen Tod und alles Schwere, was damit einhergeht (s. V. 22 – 23).

In dieser Situation hat er eine wunderbare Begegnung mit seinem Vater, dem allmächtigen Gott. Er geht mit Petrus, Johannes und Andreas auf einen Berg, wo er Mose und Elija „trifft“, Vertreter des Alten Bundes, den Gott mit seinem Volk geschlossen hatte.
Aber als Gott selbst spricht, ist nur noch Jesus da, der den Neuen Bund Gottes mit allen Menschen verkörpert, die ihm angehören wollen. Ihn allein sollen die Jünger – und damit auch wir – hören. An ihm hat Gott Wohlgefallen, ihn findet er gut.
Ob Jesus sich in seinen schwersten Stunden daran erinnert hat? Ob es ihm geholfen hat, alle Qualen und alles Schlimme durchzustehen? Jedenfalls wird es ihm Kraft gegeben haben, weiterzugehen, sich mit Pharisäern und begriffsstutzigen Jüngern rumzuärgern, und die bestehenden Ungerechtigkeiten auszuhalten in dem Wissen, dass es nicht für immer so bleiben würde.

Auch für uns heute kann dieses Bekenntnis Gottes zu seinem Sohn eine Hilfe sein. So viele Stimmen gibt es, die gerne gehört werden wollen, so viele Bewegungen, die alle meinen, sie seien die einzig wahren.
Konzentrieren wir uns auf Jesus, Gottes geliebten Sohn. Hören wir auf sein Wort und folgen wir seiner Stimme, dann kann nichts schiefgehen, egal, wie es um uns herum aussieht.
Und folgen wir Gottes Beispiel: ermutigen wir uns gegenseitig, wenn schwierige Zeiten bevorstehen, stehen wir zueinander als Gottes Kinder und helfen wir denen, die die Hoffnung aufgegeben haben.

Cornelia Letting

„Seid fröhlich in der Hoffnung, beharrlich im Gebet, standhaft in aller Bedrängnis. Macht einander Mut, ladet gerne Gäste ein. Zeigt es allen, dass Jesus sie liebt.“ (D. Strauch nach Römer 12, 12) Amen.

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

Wenn Sie den Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia als Mail bekommen möchten, einfach hier Ihre Adresse angeben.

Prüfe deinen Posteingang oder Spam-Ordner, um dein Abonnement zu bestätigen.

Heilfastenwoche in Vöhringen vom 8. bis 14. März

Die evangelische Kirchengemeinde Vöhringen lädt wieder zur Heilfastenwoche im März ein. Sieben Tage innehalten, verzichten, neu ausrichten: Von Sonntag, 8. März, bis Samstag, 14. März, findet die diesjährige Fastenwoche statt. Veranstaltungsort ist das evangelische Gemeindehaus in Vöhringen in der Beethovenstraße 1.

Eine Anmeldung ist erforderlich, entweder per Mail an haller.ha2@t-online.de oder über das Pfarramt Vöhringen unter der Telefonnummer 07306-8255.

Die Teilnehmenden können das Fasten als eine Zeit des Beschenktwerdens erleben: mehr Klarheit, mehr Ruhe, mehr Zeit für sich, Aufmerksamkeit für das Wesentliche – und die Einzigartigkeit einer Heilfastengruppe durch den motivierenden Austausch.

Der gemeinsame Weg beginnt mit einem Fasten-Spaziergang am Sonntag, 15. März, um 15:30 Uhr. Treffpunkt ist das evangelische Gemeindehaus. Täglich gibt es ein Treffangebot. Impulse, Besinnung und Zeit für Austausch bei einer Tasse Tee begleiten das Fasten in einer stärkenden Gemeinschaft.

Das Heilfasten nach Dr. Otto Buchinger verbindet eine kalorienreduzierte Ernährung mit Tees, Brühen und Säften sowie Bewegung und Ruhe. Es eröffnet die Möglichkeit, den eigenen Umgang mit Nahrung zu überdenken, sich von Gewohnheiten zu lösen und Körper wie Seele zu entlasten – viele erleben diese Tage als einen wohltuenden Neubeginn.

Ich freue mich darauf, diese besonderen Tage gemeinsam mit Ihnen zu erleben.

Ihr Johann Haller
für die Kirchengemeinde Vöhringen.

Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 18. Februar 2026

Mittwoch, 18. Februar 2026

„Es kam eine Furcht über sie alle, und sie redeten miteinander und sprachen: Was ist das für ein Wort? Jesus gebietet mit Vollmacht und Gewalt den unreinen Geistern, und sie fahren aus.“ Lukas 4, 36

Jesus spricht mit Vollmacht. Was er sagt, geschieht – selbst Dämonen müssen das einsehen und verschwinden. Doch auch wenn er „nur“ predigt, den Menschen vom Reich Gottes erzählt und ihnen die Schrift auslegt, tut er das mit solcher Vollmacht, dass die Leute erstaunt sind. (V. 32).

„Vollmacht“, was ist das? Viele Prediger hier in Kenya verwechseln sie mit Lautstärke… Sie schreien rum, stampfen auf der Bühne hin und her und meinen, dann würden sie Eindruck machen – was leider auch oft genug der Fall ist. Andere selbsternannte Propheten stellen völlig abstruse Behauptungen auf und machen ihren Anhängern das Leben so schwer wie möglich. Auch das wird tragischerweise oft mit „Vollmacht“ verwechselt. Gottesdienste, in denen reihenweise Leute „umgeschubst“ werden – vermeintlich durch den Heiligen Geist – sind besonders publikumswirksam und je spektakulärer eine „Show“ ist, desto mehr Zuschauer hat sie.

Ich hab noch nicht die Stelle in der Bibel gefunden, wo Jesus oder der Heilige Geist Leute umwerfen; auch die, wo Jesus die Menschen anschreit, um Eindruck zu machen, fehlt mir bis jetzt.
Wohl kenne ich viele Geschichten, in denen er ganz persönlich und in Ruhe mit Menschen spricht; in denen er Heilung und Vergebung der Sünden schenkt; in denen er Stürme stillt und andere Wunder tut. Dabei sagt er von sich selbst: „Wenn ich aber sein – des Vaters – Werk tue, dann glaubt wenigstens an das, was ich getan habe, wenn ihr schon nicht an mich glaubt. Dann werdet ihr begreifen und erkennen, dass der Vater in mir ist und ich im Vater bin.“ (Johannes 10, 38; Neues Leben).

Jesu Vollmacht kommt aus seiner Verbindung zum Vater. Auf ihn weist er hin, von ihm erzählt er, durch ihn kann er tun, was er tut. Das ist so „publikumswirksam“, dass immer wieder Menschen zum Glauben kommen, oder zumindest ins Nachdenken geraten.

Heute danke ich allen Wortverkündern – Pfarrern, Pastoren, Predigern und ihren Kolleginnen, die ihren Dienst aus der Verbindung mit Gott heraus tun und nicht auf eigenen Ruhm und Reichtum aus sind. Ich bete für sie um wachsendes Verständnis, neue Einsichten aus Gottes Wort und die ständige Rückbesinnung auf Jesus als den Anfänger und Vollender unseres Glaubens (s. Hebräer 12, 2).

Cornelia Letting

Jesus, manchmal ist es schwierig, unter den vielen „Predigern“ die herauszuhören, die wirklich von Dir sprechen, die von Deinem Reich erzählen und Dein Wort verkünden. Oft sind es eher die leisen, ruhigen Stimmen, die vom Lärm der Verstärkeranlagen und Musikboxen übertönt werden. Ich bete, dass Du ihnen hilfst, sich nicht ablenken zu lassen von Deinem Auftrag für sie. Und ich bete für uns alle, dass wir mit Hilfe Deines Geistes wahre Vollmacht erkennen, wo sie vorkommt. Amen.

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

Wenn Sie den Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia als Mail bekommen möchten, einfach hier Ihre Adresse angeben.

Prüfe deinen Posteingang oder Spam-Ordner, um dein Abonnement zu bestätigen.

Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 11. Februar 2026

Mittwoch, 11. Februar 2026

„Ist nicht Ephraim mein teurer Sohn und mein liebes Kind? Denn sooft ich ihm auch drohe, muss ich doch seiner gedenken; darum bricht mir mein Herz, dass ich mich seiner erbarmen muss, spricht der HERR.“ Jeremia 31, 20

Der kleine Ephraim und sein Vater – eine unendliche Geschichte von Liebe, Gnade, Barmherzigkeit auf der einen, und Besserwisserei, Sturheit, Ungehorsam, Gejammer und Geheule auf der anderen Seite.
Der Vater in seiner überschwänglichen Liebe hatte sich einen Sohn adoptiert, hatte ihn geliebt und versorgt, aus Gefahrenzonen herausgeholt und ihm alles gegeben, was er brauchte, einschließlich eines guten Landes, in dem Milch und Honig fließen. Er hatte ihn vor Feinden gerettet und ihm Frieden geschenkt.
Der Sohn, Ephraim genannt, fand das anfangs auch sehr toll, fühlte sich geehrt und umsorgt. Aber bald schon stieg ihm seine „Besonderheit“ zu Kopf, er meinte, auch ganz gut selbst zu wissen, was er brauchte und was gut für ihn war. So entfernte er sich von seinem Vater, missachtete die Regeln, die doch für sein eigenes Wohlergehen aufgestellt waren und suchte sein eigenes Glück.
Das ging schon beim ersten Mal schief und alle Male danach. Plötzlich hatte der kleine Ephraim überall Feinde, die ihn bedrängten, die Ernten misslangen, es gab Katastrophen, Streit und Unterdrückung. Da besann sich der Sohn auf seinen Vater und jammerte ihm die Ohren voll, wie schlecht es ihm doch ging und wie der Vater ihn nur so vernachlässigen konnte…!
Und der Vater? Konnte vor lauter Liebe nicht anders, als den Sohn zum x-ten Mal aus seiner Notlage zu retten, ihn neu einzukleiden, ihm zu essen zu geben und ihn seiner Treue zu versichern. Das ging eine Weile gut, aber dann fing der ganze Schlamassel von vorne an…

Eine tragische Geschichte, finden wir? Ein dummer Sohn, der die Liebe seines Vaters so mit Füßen tritt?
Sicherlich, doch bevor wir dazu allzu eifrig nicken, fragen wir uns kurz selbst: Sind wir nicht alle ein bisschen Ephraim?

Cornelia Letting

Lieber Himmlischer Vater, auch mich hast Du in Deiner überschwänglichen Liebe adoptiert und als Dein Kind angenommen, vielen herzlichen Dank dafür!
Verzeih mir bitte, dass ich, wie Ephraim oder Israel, immer wieder meine, ich wüsste selbst besser, was gut für mich ist. Ich will Deine Gebote ernst nehmen, so wie ich auf Deine Liebe und Treue vertraue. Danke, dass Du in Jesus den Kreislauf von Ungehorsam und Schuld unterbrochen hast, damit ich für immer in Deiner Nähe sein kann. Amen.

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

Wenn Sie den Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia als Mail bekommen möchten, einfach hier Ihre Adresse angeben.

Prüfe deinen Posteingang oder Spam-Ordner, um dein Abonnement zu bestätigen.

Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 4. Februar 2026

Mittwoch, 4. Februar 2026

„Jesus spricht: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht.“ Johannes 15, 5

„Können wir das schaffen? – Ja, wir schaffen das!“ (Bob der Baumeister); „Yes, we can!“ (USA); “Selbst ist die Frau.“; „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.“ …
Das sind Parolen unserer Zeit und unserer Gesellschaft. Wir können alles, schaffen alles und machen alles möglich. Wir brauchen niemanden, denn wir sind selber groß.
Dass das weder stimmt noch funktioniert, sehen wir, wenn wir genau hinschauen, in allen Ecken und Winkeln. Menschen leben auf der Straße, werden depressiv, gehen unter im System. Andere werden zwar reicher und mächtiger, sind aber innerlich leer und unglücklich. Und wenn nur ein kleiner Fehler passiert, stürzt ihr ganzes selbstgebautes Luftschloss zusammen und es bleiben nur Trümmer übrig.

Schon vor mehr als 2.000 Jahren hat Jesus erklärt, warum das so ist: „…ohne mich könnt ihr nichts tun.“ (V. 5b) Das Bild, das er dazu benutzt, ist einfach, aber eindrücklich: eine Rebe vom Weinstock, ein Ast von einem Baum, würde niemals versuchen, aus sich selbst heraus Früchte zu produzieren, das wäre geradezu lächerlich. Nein, die Rebe nimmt Nährstoffe aus dem Weinstock auf und daraus werden – mehr oder weniger von selbst – Trauben.

Wenn eine Rebe vom Stock abgefallen ist, wird sie keine Frucht mehr bringen, auch wenn sie sich noch so „anstrengt“.
Selbst wir Christen erliegen zu oft der Versuchung, aus uns heraus Früchte bringen zu wollen. Wir schaffen und machen und tun, bringen uns in der Gemeinde ein, helfen, wo wir können, sind in sämtlichen Gruppen und Teams, halten Stille Zeit, sind bei allen Veranstaltungen. Das ist an sich sehr gut, nur so kann Gemeinschaft funktionieren und Wachstum entstehen. Wichtig ist aber, dass wir uns dabei immer wieder auf unseren „Weinstock“ Jesus konzentrieren, uns von ihm Nährstoffe und Kraft holen. Sonst laufen wir irgendwann leer und verschrumpeln innerlich.

Ein Trugschluss, dem die Christen in Kenya oft unterliegen – und vielleicht nicht nur hier: ich muss mich anstrengen und viel Frucht bringen, damit die Leute sehen, dass ich zu Jesus gehöre.
Nein, sondern ich darf mich ganz nah an Jesus halten, sein Wort lesen, mit ihm reden, auf ihn hören, seinen Heiligen Geist in mir wirken lassen. Dann, und nur dann, werden Früchte an mir wachsen, die süß und frisch sind, so dass die Menschen um mich herum sie genießen können und selbst auf den „Weinstock“ aufmerksam werden.

Cornelia Letting

Jesus, wie albern muss es aussehen, wenn ich immer wieder versuche, aus mir selbst etwas zu schaffen; wenn ich mich furchtbar anstrenge, am Ende aber einfach nichts dabei herauskommt. Hilf mir bitte, mich vor und bei allem Tun auf Dich auszurichten, meine Kraft aus Dir zu schöpfen, Deinen Heiligen Geist wirken zu lassen und so wirklich etwas zu bewirken zu Deiner Ehre. Amen

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

Wenn Sie den Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia als Mail bekommen möchten, einfach hier Ihre Adresse angeben.

Prüfe deinen Posteingang oder Spam-Ordner, um dein Abonnement zu bestätigen.

Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 28. Januar 2026

Mittwoch, 28. Januar 2026

„Verlass mich nicht, HERR, mein Gott, sei nicht ferne von mir!“ Psalm 38, 22

Wie schnell es geht, dass so ein Vers vom Abstrakten ins sehr Persönliche wechselt.
Eben noch mache ich mir Gedanken über David, und dass er schreibt, er sei krank vor lauter schlechtem Gewissen, weil er Dinge gegen Gottes Willen getan hat (V. 5 ff.). Das kennen wir auch, oder, dass es uns schlecht geht, wenn etwas im Unreinen ist, dass wir keinen Frieden finden. Ich bewundere David, dass er trotz allem direkt zu Gott geht, ihm sein Leid klagt und um Vergebung bittet (V. 19). Dass er trotz allem sagen kann: „HERR, ich hoffe auf dich.“ (V. 16, Neues Leben)

Dann passieren verschiedene Dinge, und plötzlich bin ich persönlich betroffen. Jemand landet im Krankenhaus und muss dringend operiert werden, ein Freund stirbt, bevor er die Chance auf adäquate Behandlung hatte, jemand aus der Familie bricht sich ein Bein – und das alles in weniger als 24 Stunden.
Kann ich auch sagen: „HERR, ich hoffe auf dich“? Oder bin ich noch mehr im Stadium von: „Verlass mich nicht, HERR…“? Wobei ich selbst ja gar nicht betroffen bin, und vielmehr die anderen Gottes Hilfe und Gegenwart brauchen. Aber es ist schwer für Kontrollfreaks wie mich, nichts tun zu können und warten zu müssen, was weiter passiert.
Darf ich weinen und ein bisschen jammern, und kann trotzdem darauf vertrauen, dass Gottes Wille geschieht und er für die Seinen sorgt?

Manchmal spricht Gottes Wort direkt in unser Leben, bleibt nicht ein Text in einem Buch, sondern verbindet uns durch den Heiligen Geist direkt mit unserem Himmlischen Vater. Durch die Bibel gibt er uns Trost, fordert uns heraus und verspricht Dinge wie: „…siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28, 20)

Daran will ich mich festhalten, wenn alles aus den Fugen gerät. Und wenn ich nicht mehr festhalten kann, weiß ich doch, dass mein Guter Hirte mich nicht loslässt.

Cornelia Letting

Himmlischer Vater, manchmal kommt alles auf einmal und ich hab das Gefühl, es wird zu viel. Vielen Dank für all die Zeiten, in denen gar nichts Schlimmes passiert ist, in denen Du mich und meine Lieben bewahrt hast, ohne dass ich es überhaupt gemerkt hab. Jetzt bitte ich Dich um Geduld, Durchhaltevermögen und Vertrauen für mich; und ich bitte Dich um Heilung, Trost und Frieden in den Herzen derer, die Deine Hilfe brauchen. Amen.

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

Wenn Sie den Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia als Mail bekommen möchten, einfach hier Ihre Adresse angeben.

Prüfe deinen Posteingang oder Spam-Ordner, um dein Abonnement zu bestätigen.