Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 27. August 2025

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund:

Mittwoch, 27. August 2025

„Wen der HERR liebt, den weist er zurecht, und hat doch Wohlgefallen an ihm wie ein Vater am Sohn.“ Sprüche 3, 12

Zurechtweisung, Kritik, jemand sagt mir, dass ich was falsch gemacht habe…uiuiui, das kann ich ja gar nicht leiden! Wo ich doch immer genau weiß, wie was am besten gemacht wird und wo’s lang geht…
Allerdings werde sogar ich nicht nur älter, sondern auch ein bisschen weiser. So habe ich gelernt, Leute zu schätzen, die den Mut aufbringen, mir mal die Meinung zu sagen. Und, was soll ich sagen, meistens hat es mir mehr geholfen als geschadet. Das ein oder andere Verhalten hab ich tatsächlich abgelegt, weil es für niemanden gut war. Aber es brauchte jemand, der’s mir mal vorgehalten hat, der mich „auf den rechten Weg“ – also zurechtgewiesen hat.

Gott weist uns zurecht, nicht weil er Freude daran hat, jemanden zu schikanieren, sondern weil es für uns und alle anderen besser ist. Er weiß, wie und wohin das Leben läuft, und er kennt den besten Weg nach Hause. Wenn er uns also „zurecht“weist, dann bedeutet das, dass er uns von einem falschen Weg holt, der unweigerlich ins Verderben führen würde.
Ich denke, Gott weiß auch, dass wir Kritik und Korrektur nicht so toll finden. Aber er „riskiert“ unseren Unmut, weil es wichtiger ist, dass wir richtig miteinander, mit der Schöpfung und mit ihm umgehen, als dass wir unseren eigenen Willen durchsetzen.
Das ist wahre Liebe!
Nicht machen lassen, egal was passiert, und das als Toleranz, Offenheit und Selbständigkeit verkaufen. Sondern sich kümmern und schauen, dass die mir anvertrauten Menschen sich so entwickeln, wie Gott es für sie im Sinn hatte.

Cornelia Letting

„Vertraue von ganzem Herzen auf den HERRN und verlass dich nicht auf deinen Verstand. Denke an ihn, was immer du tust, dann wird er dir den richtigen Weg zeigen. Bilde dir nichts auf deine Weisheit ein, sondern fürchte den HERRN und meide das Böse. Das macht dein Leben gesund und du bekommst neue Kraft.“ (V. 3 – 8, Neues Leben)

C

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Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 20. August 2025

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund:

Mittwoch, 20 August 2025

Sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost sie fressen und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“ Matthäus 6, 20 – 21

Teamfreizeit in Chemolingot (Pokot, Baringo County): Es ist heiß, sehr heiß. Der Untergrund für mein Zelt sind Steine und Dornen; Toiletten sind Löcher im Boden, die Türen lassen sich nicht richtig schließen. Duschen gibt es schon gar keine, man nimmt sich eine Schüssel Wasser und schüttet sich das wohl portioniert über.

Japhet ist in der Bibelschule, also bin ich alleine gekommen. Woran hängt mein Herz?

Ist es vielleicht ein Schatz im Himmel, mit meinen Diguna-Freunden Gemeinschaft zu haben, Gottes Wort zu hören, ihn zu loben und Zeit miteinander zu verbringen, mal außerhalb des normalen Alltags? Wie wertvoll ist es, mich selbst und meine Wünsche etwas zurückzunehmen?

Würde ich mein gemütliches Bett und die warme Dusche wirklich genießen, wenn alle anderen hier sind? Oder würde sich das irgendwie löchrig und rostig anfühlen?

Wir denken oft in großen Dimensionen, wenn es um „Schätze“ geht: Ruhm, Ehre, Macht; Bankschließfächer mit Edelsteinen und Bankkonten voll Geld, das keinem was nützt…

Aber dieses Bild gilt auch in unserm Alltag: kleine Freundlichkeiten, Gemeinschaft und gegenseitige Ermutigung, gemeinsam Gott loben, jemandem helfen, der es gerade braucht, für andere beten, denen wir nicht helfen können… Dagegen Eifersüchteleien und Selbstsucht, versteckter Stolz, Neid und sonstige hässliche Angewohnheiten, die mir kurzfristig Befriedigung verschaffen sollen, aber auf Dauer nicht bestehen können.

Wem nützt das, was ich habe und bin, und wen ehrt es? Vielleicht ist das eine gute Frage, um zwischen Schätzen im Himmel und rostigem Schrott zu unterscheiden.

Cornelia Letting

Himmlischer Vater, so oft drehen sich mein Gedanken um mich und meine sogenannten Bedürfnisse. Dabei sollte es doch mehr darum gehen, wie ich mit dem, was Du mir gibst, anderen helfen und sie näher zu Dir bringen kann. Vergib mir bitte den Schrott, den ich in meinem Leben schon angerichtet habe und hilf mir zu erkennen, wo die Schätze liegen, die im Himmel aufbewahrt werden. Amen.

C

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Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 13. August 2025

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund:

Mittwoch, 13. August 2025

„Gottes Wahrheit ist Schirm und Schild.“ Psalm 91, 4

Luther übersetzt “Wahrheit”, in anderen Versionen steht „Treue“ – das sind ja schon zwei verschiedene Begriffe, passen die wirklich beide da hin?

Gottes Wahrheit, was ist das denn überhaupt?
Wie Helmut Haas uns schon erklärt hat, ist Gottes Wahrheit gar nicht „was“, sondern „wer“. Jesus sagt in Johannes 14, 6: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben…“, er sagt nicht, „ich kenne die Wahrheit“. Jesu Leben im Himmel und auf der Erde, seine Worte, seine ganze Person – das ist Gottes Wahrheit. Wenn wir uns an ihn halten, wird er unser Schirm und Schild sein.

Und Gottes Treue? Was wäre ein besserer Beweis für Gottes Treue, als dass er seinen einzigen Sohn hergegeben hat, damit wir vor Tod und Hölle bewahrt bleiben (vgl. Johannes 3, 16)?
Jesus ist für uns gestorben, hat uns beschützt und beschirmt vor den Auswirkungen unserer eigenen Fehler und Missetaten.
Und wenn wir uns an ihn halten, wird er uns auch heute beschützen, „…vor dem Grauen der Nacht, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen, vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt.“ (V. 5 – 6)
Man kann diesen Vers wörtlich nehmen, wie viele es in der Corona-Zeit getan haben. Man kann ihn aber auch auf unser tägliches Leben übertragen: schlimme Träume in der Nacht; Verleumdungen, böse Worte, Anfeindungen am Tag; negative Gedanken, die sich in mein Herz schleichen und es krank machen; Gerüchte, Tratsch und Lästereien, die uns am hellichten Tag kaputt machen wollen.
Vor all dem können wir uns schützen, wenn wir uns ganz nah zu Jesus halten, Gottes Wahrheit und Treue. Er wird uns unter seinen Flügeln bergen und gut behüten vor allem Schaden.
„Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem HERRN: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.“ (V. 1 – 2)

Cornelia Letting

Jesus, so viel Verderben, so viele Lügen, Halbwahrheiten und unnützes Geschwätz schwirren durch die Welt und um mich herum. Hilf mir bitte, dass ich mich zu Dir halte und alles, was ich höre und sehe, an Dir und Deinem Wort messe. Danke, dass Du mich liebst und mich beschützt. Amen.

C

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Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 6. August 2025

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund:

Mittwoch, 6. August 2025

Ich will dem HERRN singen, denn er ist hoch erhaben.“ 2. Mose 15,1

Patenfreizeit in Tinderet. 15 Patinnen und Paten unserer Kinder im Regenbogenheim kommen zu Besuch, um „ihre“ Kinder persönlich kennenzulernen und Zeit mit ihnen und den anderen Kindern zu verbringen.

Am Samstagabend bin ich schon früh am Flughafen, um sie abzuholen, 23.50 Uhr ist Ankunftszeit. Irgendwann bekomme ich die Nachricht, dass vier von der Gruppe in Doha hängen geblieben sind, das Flugzeug war überbucht. Sie werden am nächsten Morgen um halb sieben ankommen.

Es ist schon ziemlich spät, als die erste Gruppe am Ausgang ist, sie warten auf zwei Gepäckstücke, die nicht mit auf dem Band sind. Als alle anderen Leute schon weg sind, beschließen sie, auch zu gehen. Vielleicht sind die Sachen ja bei der anderen Hälfte in Doha.

Ich stehe draußen, hoffe und bete, dass alle gut durch den Zoll kommen. Es klappt auch fast, bis auf die letzten drei. Sie müssen Koffer öffnen, es gibt Diskussionen über Spenden – sind sie nun zollfrei oder extra zollpflichtig – sie werden ins Büro der Beamtin geholt, wo ich sie nicht mehr sehen kann.

So steh ich immer noch draußen, hoffe und bete, dass alles schnell geregelt werden kann. Zwei der Personen drinnen sind Eltern von zwei Kindern, die mit mir draußen stehen, den Rest der Gruppe haben wir schonmal vorausgeschickt. Die Anspannung steigt, der Vater will zu seinen Kindern, es wird immer später – bzw. früher – die Dame vom Zoll bleibt hartnäckig.

Nach einer guten Stunde gibt es eine Einigung. Wir bezahlen die Hälfte von dem, was sie ursprünglich angesetzt hatte – immer noch ziemlich viel Geld, aber immerhin mit offizieller Quittung. Nach einer weiteren Dreiviertelstunde sind wir dann endlich im Bett.

Ich will dem HERRN singen…?

Um halb sieben bin ich wieder unterwegs mit einem Kollegen aus Nairobi, um die restlichen vier Gäste abzuholen. Ich hatte noch versucht, ihnen Tipps zu schreiben, wie sie besser durch den Zoll kommen, damit wir nicht wieder so ein Drama haben wie letzte Nacht. Die Nachrichten werden nicht gelesen, ich hoffe und bete weiter, dass alles gut geht.

Noch bevor wir richtig angekommen sind, krieg ich eine Nachricht: sie stehen schon draußen vor dem Ausgang!

Alles lief reibungslos, sie hatten die beiden anderen Gepäckstücke gefunden und am Zoll wurden die DIGUNA-Aufkleber erkannt. Aber anstatt, dass sie nochmal zur Kasse gebeten wurden, sagten die Beamten: oh, Ihr gehört zu der Gruppe von gestern, die haben schon bezahlt.

…denn er ist hoch erhaben!

Es war kein Rotes Meer, das Gott für uns geteilt hat, und kein ägyptisches Heer wurde besiegt, wie es Mose und die Israeliten zu ihrem Lob veranlasst hat (siehe 2. Mose 14).

Aber er hilft auch heute, bei alltäglichen und nicht so alltäglichen Schwierigkeiten. Manchmal muss er dafür unsere „Pläne“ vereiteln, weil sein Plan viel besser ist. Manchmal sieht es dann so aus, als wäre er gar nicht da, oder ließe sich zumindest ziemlich viel Zeit.

Aber am Ende werden wir immer, wie Mose und die Israeliten, sagen können:

„Ich will dem HERRN singen, denn er ist hoch erhaben.“

Cornelia Letting

Himmlischer Vater, wie oft versuche ich noch, meine Probleme selbst zu lösen, Schwierigkeiten alleine zu bestehen, oder Dir höchstens eine ausführende Rolle zuzuschreiben – verzeih mir bitte. Ich will immer mehr lernen, auf Dich zu hören, auf Dich zu warten und Dir zuzutrauen, dass Du am besten weißt, wie ich durch die Meere und Wüsten des Lebens hindurchkomme. Amen

C

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Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 30. Juli 2025

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Mittwoch, 30. Juli 2025

„Da sagte der junge Mann zu Jesus: Das alles habe ich befolgt. Was fehlt mir noch?“ Matthäus 19,20

Ganz schön keck, der Junge, gell?! Zu behaupten, er habe schon immer die Gebote gehalten, ist ziemlich dreist. Immerhin hat er wohl erkannt, dass ihm noch etwas fehlt, wenn er es auch nicht so richtig definieren konnte. Sonst hätte er Jesus ja nicht danach fragen müssen.

Jesus sieht, wie bei jeder Begegnung mit Menschen, gar nicht auf das, was an der Oberfläche liegt. Er hält sich nicht einmal damit auf, die Aussage des jungen Mannes zu widerlegen, obwohl er dazu sicher einiges hätte sagen können.

Jesus schaut ihm direkt ins Herz und sieht, dass da viel Religion, aber wenig Vertrauen ist; viel Gesetz, aber wenig Gnade; viele Werke, aber wenig Liebe.

Also holt er gleich den dicksten Brocken raus und sagt dem jungen Mann, er soll alles verkaufen, was er hat und es den Armen geben (V. 21). Puh, was ein Schock! Das war sicher nicht das, was der Junge dachte. Er suchte ja nach etwas, das ihm fehlte, noch etwas, das er zu all seinen Gütern und seiner selbst geschaffenen Gerechtigkeit dazu tun konnte.

Er wollte doch nichts hergeben, nichts loslassen, nicht sein ganzes Leben umkrempeln…

Begegnungen mit Jesus sind einzigartig, wunderbar – und sehr gefährlich.

Nur weil ich nicht behaupte, alle Gebote einwandfrei zu halten, bin ich damit noch nicht aus dem Schneider. Nur weil ich nicht so frech bin zu fragen, was mir noch fehlt, heißt das nicht, dass in meinem Herz alles in Ordnung ist.

Und nur weil ich nicht reich bin (obwohl das eine Frage der Relativität ist), heißt das nicht, dass ich nicht dringend etwas aufgeben und loslassen muss. Etwas, das mir im Weg steht, das mich daran hindert, all mein Vertrauen in Gott zu legen, all meine Liebe auf ihn und meine Nächsten zu konzentrieren.

Ob ich mich wohl traue, Jesus danach zu fragen? Und mit seiner Hilfe dann auch dieses Hindernis zu beseitigen?

Cornelia Letting

„Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.“ (1. Samuel 16, 7) Amen

C

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Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 23. Juli 2025

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Mittwoch, 23. Juli 2025

„Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen.“ 1. Korinther 15,10

Manchmal wünschte ich, ich hätte auch so ein 180-Grad-Umkehr-Erlebnis gehabt. So einen ganz klaren Wendepunkt im Leben wie Paulus, vom Christenverfolger zum Herzblut-Apostel. Ob es dann einfacher wäre, mir immer bewusst zu sein, dass ich nur aus Gottes Gnade bin, was ich bin, dass ich nichts selbst erarbeitet oder sogar verdient habe? Weder meine Persönlichkeit noch, wo ich leben darf, nichts, was ich habe, nichts, was ich erlebe, und schon gar nicht mein Leben als Ganzes, befreit von Schuld und in Ewigkeit mit Jesus – alles das ist pure Gnade Gottes, unverdiente Gunst.

Meine Geschichte mit Gott hat keinen Knalleffekt, sie ist von klein auf gewachsen, mal schneller, mal langsamer. Immer wieder hab ich Dinge mit ihm erlebt, hab etwas Neues über ihn erfahren, am Beispiel anderer Menschen gesehen, wie er wirkt, ihm mein Leid geklagt und meine Freude mit ihm geteilt.

Nicht immer hab ich dabei an seine Gnade gedacht, manches selbstverständlich genommen, als gegeben vorausgesetzt. Dann gab und gibt es wieder Momente, wo mir ganz klar wird, dass tatsächlich nichts aus mir selbst heraus funktioniert, dass ich komplett abhängig bin von seiner Hilfe und seiner Gnade. Im Alltag hier im kenyanischen Hinterland, wo gar nichts selbstverständlich funktioniert. Wo mal kein Strom, mal kein Wasser da ist; wo Termine nicht nach der Uhr gemacht werden, sondern nach den Befindlichkeiten der Menschen; wo Straßenverkehrsregeln mehr als Vorschläge gehandelt werden, denn als Gesetze; wo das Internet je nach Wetterlage schlechter oder besser ist …

Aber auch im Glauben vieler Menschen hier, die mir immer wieder ein großes Vorbild sind. Denn sie wissen und bezeugen, dass sie nur aus Gottes Gnade heraus leben. Sie nehmen nichts als selbstverständlich, für sie ist alles Geschenk. Sogar die schwierigen Zeiten und Umstände, denn sie vertrauen fest darauf, dass Gott ihnen auch da hindurch hilft und dass es zu ihrem Besten ist.

Davon kann ich viel lernen und das möchte ich mir bewahren, egal wo ich bin.

Cornelia Letting

„Allein durch Gnade steh ich hier, vor deinem Thron, mein Gott, bei Dir. Der mich erlöst hat, lädt mich ein, ganz nah an seinem Herz zu sein. Durchbohrte Hände halten mich, ich darf bei Dir sein ewiglich.
Mutig komm ich vor den Thron, freigesprochen durch den Sohn. Dein Blut macht mich rein, Du nennst mich ganz Dein. In Deinen Armen darf ich sein.“ (Urban Life Worship) Amen.

C

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Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 16. Juli 2025

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund:

Mittwoch, 16. Juli 2025

„Wenn der HERR nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst.“ Psalm 127,1

Wir sind zwar keine Stadt hier auf unserer Station, aber wir haben Wächter; Tagwächter und Nachtwächter. Tagsüber passen sie auf, wer durchs Tor reinkommt, und wer rausgeht und was dabei mitgenommen wird. Nachts patrouillieren sie und sorgen dafür, dass wir sicher sind, samt allem, was dazugehört. Das ist ein gutes Gefühl und ist notwendig in einem Kontext, wo es viel auf Präsenz und „Androhung von Strafe“ ankommt.

Manchmal kommt es allerdings vor, dass der Nachtwächter schläft – verständlich, aber nicht hilfreich. Manchmal arbeiten Wachmänner sogar mit Dieben zusammen und Dinge werden gestohlen, Diesel, Zement, Kreissägen…; dreist und dumm, denn am Ende fällt alles immer auf den Wachmann zurück, der im Ernstfall seinen Job verliert.

Aber es zeigt doch ganz gut, dass auch Wachleute nur Menschen sind, fehlbar und verführbar. Und es wird deutlich, dass tatsächlich Gott der HERR über uns und unsere Station wachen muss, damit wir wirklich sicher sind.

Woran hängen wir unser Sicherheitsgefühl? Versicherungen, Alarmanlagen, Nachtwächter, gefährlich aussehende Gewehre, wie hier vor jeder Bank? All das ist sicher wichtig und hilft zur Schadensbegrenzung. Aber wirklich sicher sind wir nur, wenn wir uns der Obhut Gottes anbefehlen, mit allem, was wir haben und sind.

Cornelia Letting

Himmlischer Vater, wie verlockend scheint es oft, sich auf menschengemachte Sicherungsmaßnahmen zu verlassen. Man kann sie sehen und anfassen, wir meinen, die Kontrolle über unser Leben und unseren Besitz zu haben. Hilf mir bitte, immer daran zu denken, dass Du mein Leben in der Hand hast, mich versorgst und für mich sorgst in allen Lebenslagen. Amen.

C

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Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 9. Juli 2025

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund:

Mittwoch, 9. Juli 2025

„Erschienen ist die Gnade Gottes, allen Menschen zum Heil. Sie erzieht uns dazu, der Gottlosigkeit und den Begierden der Welt abzuschwören und besonnen, gerecht und fromm zu leben in dieser Weltzeit.“ (Titus 2,11-12)

Die Gnade Gottes ist für alle da, und sie ist für alle sichtbar erschienen. Das Problem ist jetzt nur, dass nicht alle sie sehen wollen, geschweige denn für sich annehmen. Denn wenn jemand diese Gnade für sich in Anspruch nimmt, bedeutet das auch, sich von ihr „erziehen“ zu lassen, Veränderung anzustreben, manche lang gehegten Gewohnheiten aufzugeben und neue Verhaltensweisen zu lernen. Das hört sich eher nach Strenge, oder im besten Fall Langeweile, an. Aber es ist die Gnade Gottes, die uns dazu bringt, dass wir „besonnen, gerecht und voller Hingabe an Gott leben.“ (V. 12, Neues Leben) Gnade ist etwas Gutes, ein Geschenk des Allmächtigen Gottes an uns Menschenkinder.

In Nairobi und Umgebung gab es vorgestern wieder Tumulte und Gewalt, das zweite Mal in drei Wochen. Junge Leute fühlen sich von der Regierung vernachlässigt, haben keine Arbeit und damit keine Möglichkeit, für sich und ihre Familien zu sorgen. Sie lassen sich von bestimmten Einflüssen lenken, heizen sich gegenseitig auf und liefern sich Straßenschlachten mit der Polizei. Dabei wurden gestern allein mindestens 10 junge Leute erschossen, wie viele Verletzte es auf beiden Seiten gab, weiß ich gar nicht…
Am Ende wird nicht mehr im Vordergrund stehen, dass sie für gerechtere Steuergesetze, weniger Korruption und mehr Arbeit für alle demonstriert haben, obwohl diese Anliegen sehr berechtigt sind, sondern nur die Gewalt und ihre Opfer.

Wieviel mehr könnten die jungen Leute erreichen, wenn sie durch Gottes Gnade besonnen und gerecht leben würden, voller Hingabe an ihn. Mit beharrlichen, aber friedlichen Demonstrationen könnten sie ein wirkliches Zeichen setzen, viel wirksamer als brennende Reifen und geplünderte, zerstörte Läden.

Wieviel besser könnte es unserem Land gehen, wenn auch die Politiker und andere Entscheidungsträger sich daran halten würden… Und um wieviel besser könnte Gottes Gnade sichtbar für die Menschen um mich herum sein, wenn sie sich in meinem Leben widerspiegeln würde…

Cornelia Letting

Himmlischer Vater, durch Deinen Sohn Jesus Christus ist Deine Gnade für alle Menschen sichtbar geworden. Leider verschließen viele noch ihre Augen und ihre Herzen davor, andere fürchten vielleicht, sie hätten Deine Gnade nicht verdient oder könnten sich eh nicht ändern. Es stimmt, Vater, auch ich habe Deine Gnade nicht verdient, aber das war auch nie so gedacht. Du machst sie mir zum Geschenk, aus Deiner unendlichen Liebe heraus nimmst Du mich an und willst mich verändern, zu meinem Besten, zum Besten meiner Mitmenschen und zu Deiner Ehre. Vielen Dank dafür. Amen.

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Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 25. Juni 2025

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund:

Mittwoch, 2. Juli 2025

„Der HERR ist hoch und sieht auf den Niedrigen und kennt den Stolzen von ferne.“ Psalm 138, 6

„Der HERR ist groß, und doch sorgt er für die Demütigen, von den Stolzen aber hält er sich fern.“ – so wird der Vers in der Version „Neues Leben“ übersetzt.

Gott sorgt für die Niedrigen und (Ge-)Demütig(t)en und hält sich von den „Reichen und Schönen“, den Stolzen, eher fern – wie ist das mit mir, mit uns?

Es stört mich ziemlich, dass Politiker und andere „Würdenträger“ hier in Kenia so hofiert werden. Wenn unser „Bundestags“abgeordneter oder gar der Bischof am Sonntag in die Kirche kommt, steht alles Kopf. Dann wird die erste Reihe geräumt, damit er da sitzen kann mit seinem Gefolge. Er wird vom Auto weg mit einem Begrüßungskommitee in die Kirche geleitet, darf immer ein Grußwort sagen, das oft ziemlich lang ist, und im Einzelfall wird sogar extra Mittagessen gekocht, nur für ihn und seine Leute.

Wenn unser Nachbar kommt, ein eher ärmlich gekleideter Mann, der seine geistigen Herausforderungen hat, kümmert das niemanden besonders. Er setzt sich einfach irgendwo hin und wird behandelt wie „jeder andere“.

Was macht einen „Würdenträger“ zu einem Würdenträger?
Bischöfe, Politiker und sonstige Leute in öffentlicher Funktion haben sicher ihre Berechtigung. Wir brauchen Leute, die Verantwortung übernehmen und andere (an)leiten. Und Gäste besonders willkommen zu heißen ist hier sowieso gang und gäbe, das gilt z.B. auch für den Chor aus einer anderen Gemeinde, oder eine Familie, die aus der Großstadt zu Besuch nach Hause kommt.

Vielleicht geht es gar nicht darum, die „wichtigen“ Leute weniger wichtig zu nehmen, sondern eher darum, die „Niedrigen“, die, die am Rande der Gesellschaft stehen, mehr zu beachten: dem obdachlosen Mann in der Ulmer Fußgängerzone ein Lächeln zu schenken, den Straßenjungs in Kisumu ein paar freundliche Worte zu sagen, die offensichtlich Fremde vor mir an der Kasse zu grüßen…mir fällt noch vieles ein, was getan werden könnte – und woran ich noch ziemlich üben muss.

Nehmen wir uns ein Beispiel an unserm Herrn und kümmern wir uns um die, um die sich sonst niemand kümmert.

Cornelia Letting

Himmlischer Vater, Du siehst ins Herz jedes Menschen und weißt, was darin vorgeht. Nicht alle Reichen sind stolz und arrogant, nicht alle Armen sind demütig und bescheiden. Hilf mir bitte, den Menschen um mich herum so zu begegnen, wie es in Deinen Augen richtig ist. Amen.

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Mittwoch, 25. Juni 2025

„Ja, alle Völker werden kommen und anbeten vor dir, denn deine Urteile sind offenbar geworden.“ Offenbarung 15, 4

Alle werden sie da sein, am Ende der Zeit, alle Menschen aus allen Völkern, keiner wird sagen, „ach nö, ich bleib daheim“. Einige werden wohl gegen ihren Willen kommen, oder sehr überrascht sein, dass Wirklichkeit ist, was sie nicht geglaubt haben. Viele werden aber auch singen und jubeln und das Lied von „Moses und dem Lamm“ singen, aus dem unser heutiger Vers kommt. Alle werden letztlich erkennen müssen, dass es >keinen Namen gibt, der höher ist als der Name Jesu Christi, und dass sich vor diesem Namen die Knie aller beugen sollen, die im Himmel und auf der Erde und unter der Erde sind. Und dass zur Ehre Gottes alle bekennen werden, dass Jesus Christus Herr ist.< (vgl. Philipper 2, 9 – 10)

Erschreckt uns das? Das wäre schade, denn für die, die zu Jesus gehören, werden herrliche Zeiten anbrechen.

Mich macht es trotzdem ein bisschen nervös, denn ich kenne noch so viele Leute, die Gott nicht in ihrem Leben haben, die sich zumindest ziemlich wundern werden, wenn es mal so weit ist.

Seit letzten Mittwoch ist ein Team von Diguna in Ileret, einem Ort ca. 15 km von der äthiopischen Grenze entfernt, am nordöstlichen Ufer des Lake Turkana. Dort gibt es nichts außer Kamelen, Staub und Hitze – und viele Menschen, die noch nichts von der „Guten Nachricht für Afrika“ (DiGuNA) gehört haben. Weil viele dort nicht lesen können, haben sie Hörbibeln bekommen, kleine solarbetriebene Geräte, auf denen die Bibel in ihrer Sprache gelesen wird.

Unsere Leute erzählen ihnen, wie ein Leben mit Gott aussehen kann und sie helfen, eine Kirche zu bauen, wo die Einheimischen dann gemeinsam mehr von der Bibel hören und zusammen singen und jubeln können, schon hier und jetzt, und trotz aller Härten des Lebens.

Cornelia Letting

Großer allmächtiger Gott, mein liebender himmlischer Vater, wenn ich mich so umschaue in der Welt, hab ich manchmal das Gefühl, wir gehen mit Riesenschritten auf das Ende zu. Hilf mir bitte, davor nicht zu erschrecken, sondern in meinem Alltag und in meinem Umfeld weiter an Deinem Reich zu bauen, damit noch viele Menschen erkennen, wer Du bist und dass Du sie liebst. Amen.

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