Cornelias Mittwochsbrief, 13. Mai 2026

„Jesus rief laut: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt hatte, verschied er.“ Lukas 23, 46

Es wird viel gestorben um mich herum. Vor allem in Kenya, wo die medizinische Versorgung noch nicht so fortgeschritten ist. Da stirbt ein Zweijähriger an einer Lungenentzündung, weil kein Sauerstoff da ist. Viele erwischt der Krebs, nur wenige können geheilt werden. Viele alte Menschen sterben auch nach einem langen Leben – mit oder ohne Krankheit am Schluss. Oft ist es dann gar eine Erlösung, wenn jemand endlich gehen darf.
Aber auch hier in Deutschland schreitet die Zeit voran. Ehemalige Lehrerinnen und Lehrer, Gemeindemitglieder, Eltern von Freunden – ich bin in einem Alter, in dem die Generation über mir sich nach und nach verabschiedet.

Wie gehen wir damit um? Wie bereiten wir uns auf diesen Abschnitt unseres Lebens vor? Tun wir es überhaupt, oder tun wir eher alles, um jung, fit und gesund zu bleiben? Das Ende so lange wie möglich hinauszuzögern oder gar „abzuschaffen“? Lassen wir uns lieber einfrieren in diesem Leben als uns auf das nächste zu freuen?
Denn das ist für uns Christen doch klar: der Tod hat schon lange nicht mehr das letzte Wort. Sterben ist für uns nicht das Ende, sondern nur ein Schritt zu einem neuen Anfang hin. Dem Anfang eines Lebens mit dem dreieinigen Gott, das kein Ende mehr haben muss.
Der Weg dahin mag schwierig sein, für manche zu schwierig, um ihn durchzustehen. Jesus sagt: „In der Welt habt ihr Angst…“ (Johannes 16, 33). Das ist so, und gerade zum Ende hin vermutlich nochmal schlimmer als sonst schon. Doch Jesus sagt auch: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28, 20) Und er wäre nicht Jesus, wenn der Vers aus Johannes kein „aber“ hätte: „…aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“

Ich wünsche uns allen, dass wir uns nicht mit allen Mitteln bis zum Schluss abkämpfen müssen und diesen Kampf dann doch „verlieren“. Sondern dass wir, wenn es so weit ist, mit Jesus sagen können: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände.

Cornelia Letting

Jesus, Du hast uns nicht nur gezeigt, wie ein Leben mit Gott aussehen kann, sondern auch, wie wir das Sterben meistern können. Du hast gelitten bis zum Schluss, warst verraten, verlassen und verletzt. Doch Du hast Dich fest an Deinen Vater, gehalten, selbst als er Dich ebenfalls verlassen musste. Du hast ihm Deinen Geist überlassen und Er konnte Dich durch den Tod zum ewigen Leben auferwecken. Damit hast Du auch für uns die Tür zum ewigen Leben aufgeschlossen und wir können uns darauf freuen, die Ewigkeit mit Dir zu verbringen. Danke, dass wir den schwierigen Schritt von einem Leben zum andern nicht allein gehen müssen wie Du. Danke für Deinen Trost und Deine Hilfe gerade in den schwersten Stunden. Amen

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

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