Cornelias Mittwochsbrief, 10. Juni 2026

„Jesus sprach zu ihnen: Wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“ Johannes 6,35

„Jesus erwiderte: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nie wieder hungern. Wer an mich glaubt, wird nie wieder Durst haben.“ So lautet der ganze Vers 35 (Neues Leben).
Wasser und Brot – nicht gerade das, was wir uns unter einem erfüllten Leben vorstellen. Wasser und Brot ist für Leute, denen sämtliche Privilegien entzogen werden, die bestraft werden sollen, oder für die, die sich gar nichts anderes leisten können.

Unsere Zentrale in Haiger liegt direkt neben dem Aldi. Ich kann also Wasser aufsetzen und dann noch eben die Nudeln holen. Da gibt es dann 15 verschiedene Sorten, außerdem allerlei Soßen dazu, Käse in Hülle und Fülle und Salat oder Gemüse, ein bisschen gesund solls ja auch sein.

In Kenya fahre ich für den gleichen Einkauf 80 km, knapp zwei Stunden eine Richtung. Aber auch in Kisumu finde ich dann Supermärkte mit überwältigendem Angebot, muss mich entscheiden zwischen all den Marken und Sorten.

Jesus sagt nicht, „Ich bin die Springforelle mit Mandelkernsoße,“ oder „Ich bin das Vollkornrisotto“; er sagt auch nicht, „Ich bin der Chateauneuf“, oder „Ich bin der beste Multivitaminsaft“.
Jesus sagt: „Ich bin das Brot der Welt“, und „Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, der wird niemals mehr Durst haben.“ (Kap. 4,14; NL)
Brot und Wasser, die grundlegendsten aller Nahrungsmittel, etwas, das man nicht mal Gefangenen oder Feinden verwehrt. Jesus will also für uns nicht das „Sahnehäubchen“ sein, nicht der Nachtisch nach einem eh schon üppigen Essen. Er ist das Grundlegendste, das, was wir zum Leben brauchen. Und das gilt sowohl für unser leibliches als auch für unser geistliches Wohl.
Wer mich kennt weiß jetzt, dass ich sehr gerne lecker esse… Und ich denke nicht, dass wir nicht genießen dürfen, was uns geschenkt wird. Aber vielleicht ist es gut, sich nicht zu sehr darauf zu konzentrieren, nicht zu viel Zeit und Energie darauf zu verwenden, dass das Essen absolut perfekt wird, sondern sich zu freuen an dem, was wir haben.
Ebenso in unserem geistlichen Leben: vielleicht ist es gut, nicht zu viel Zeit und Energie darauf zu verwenden, dass unsere Gottesdienste noch besonderer werden, wir noch ausgeklügeltere Formen der Verkündigung finden, noch perfekteren Lobpreis bieten. Lassen wir uns Gottes Wort ganz unverziert auf der Zunge zergehen, loben und preisen wir ihn direkt aus unseren Herzen heraus.
Vielleicht brauch ich nicht die perfekten Umstände, um Zeit mit Jesus zu verbringen, vielleicht geht das auch mal beim Geschirr spülen oder Rasen mähen, solange ich es mit ihm zusammen tue.

Ich wünsche uns, dass wir uns auf das Wesentliche besinnen, Brot und Wasser, für Leib und Seele, das, was Jesus uns gibt: „Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf ihn traut!“ (Psalm 34,8)

Cornelia Letting

Himmlischer Vater, es macht Spaß, Dinge besonders und schön zu gestalten. Vom Essen bis zur Wohnzimmerdeko, von unserer persönlichen Zeit mit Dir bis zu unseren Gottesdiensten. Leider verlieren wir uns manchmal sehr in den Details. Wir nehmen die Äußerlichkeiten zu wichtig und vergessen, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren – die Gemeinschaft mit Dir. Bitte hilf uns, die Balance zu finden. Schönheit zu genießen, die Du uns geschenkt hast, und dabei immer das „Brot und Wasser“ des Lebens herauszuschmecken – Jesus Christus, Deinen Sohn, unsern Herrn. Amen.

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

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