
„Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht und verkündet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf, Armen wird das Evangelium gepredigt.“ Lukas 7, 22
Aufheben oder wegwerfen, bewahren oder abschaffen – für beides gibt es starke Verfechter quer durch Gesellschaftsschichten, Familien und interkulturelle Teams wie Diguna. Unsere Kenyaner heben gern alles Mögliche auf, man könnte es ja nochmal verwenden – vielleicht. Dann kommen junge deutsche Kurzzeitler und meinen als erstes, man müsste mal gründlich entrümpeln und ausräumen…
Auch mit den beiden Testamenten der Bibel geht es so: manche meinen, wir hätten jetzt ein neues Testament und bräuchten das alte nicht mehr. Andere vertiefen sich lieber in den alten Geschichten und Weisheiten und übersehen, dass Gott durch Jesus einen neuen Bund mit uns geschlossen hat.
Johannes der Täufer ist im Gefängnis und (ver-)zweifelt. Er weiß nicht mehr, was richtig ist und lässt bei Jesus nachfragen, ob er denn wirklich der lang ersehnte Messias sei (V. 19). Und Jesus? Er fängt nicht an, sich zu rechtfertigen oder zu beweisen, er fühlt sich nicht beleidigt ob solcher Zweifel an seiner Person. Er sagt den Jüngern von Johannes nur, was schon im Alten Testament über ihn geschrieben steht, und was sich gerade jetzt vor ihren Augen erfüllt (V. 21). Im Buch des Propheten Jesaja gibt es mehrere Stellen, an denen genau diese Dinge vorausgesagt werden (vgl. z.B. Jesaja, Kapitel 35 oder 42). Johannes hat die Stellen auf jeden Fall gekannt – er hat nur die Verbindung nicht hergestellt.
Auch den Jüngern von Jesus geht es später noch so. Sie hätten vieles von dem, was passieren musste, schon wissen können aus den Alten Schriften, erkannten das aber erst im Nachhinein. Wie oft passiert mir das? Ich kenne doch Gottes Wort, zumindest etwas, und doch denke ich oft nicht an seine Versprechen – oder seine Warnungen.
Jon Courson hat gesagt, für jedes Prinzip, das uns im Neuen Testament gelehrt wird, gibt es eine passende Geschichte im Alten Testament. Also muss es vielleicht gar nicht „entweder – oder“ sein. Ich finde es faszinierend, wie oft tatsächlich eine Verbindung zwischen dem Alten und dem Neuen Testament hergestellt werden kann. Nicht unbedingt von mir, aber von Leuten, die sich damit auseinandersetzen. Greifen wir hinein in diesen Schatz, den Alten und den Neuen – schöpfen wir aus der Fülle – dafür hat Gott ihn uns gegeben.
Cornelia Letting
„Dass Dein Wort in meinem Herzen starke Wurzeln schlägt und Dein Geist in meinem Leben gute Früchte trägt, Deine Kraft durch mich die Welt zu Deinem Ziel bewegt – Herr, Du kannst dies Wunder tun.“ (Theo Lehmann) Amen.
Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.
